GLEISENAU

Der Geist von Taizé hält Einzug in Gleisenau

Unter den Ehrengästen (von links) Bürgermeister Walter Ziegler, Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner, Pfarrerin Sarah Schimmel, Ehemann Richard Schimmel, Kirchenvortand Silka Dörr, Dekan Martin Lechner und stellvertretender Landrat Michael Ziegler. Foto: Günther Geiling

„Gleisenau ist eine große Gemeinde, eigentlich zu anspruchsvoll für eine Berufsanfängerin. Doch Frau Schimmel ist begabt und klar durchdenkend und kann konstruktiv leiten“, sagte Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner während der feierlichen Ordination von Sarah Schimmel zur neuen Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Gemeinde Gleisenau.

In einem feierlichen Zug wurde Sarah Schimmel, begleitet vom Kirchenvorstand, den Konfirmanden, zahlreichen Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Dekanat und ihrer Familie vom Pfarrhaus zur Kirche geleitet. Dort begrüßte sie Dekan Martin Lechner vom Dekanat Bamberg. Er freute sich über die versammelte Gemeinde von Gleisenau mit ihren 23 einzelnen Gemeindeteilen.

Von Gott reich beschenkt

In ihrer Festpredigt stellte Regionalbischöfin Greiner den Satz „Sorget nicht um euer Leben“ an den Anfang und meinte, der Berufsanfang habe es in sich: „Die Arbeit ist da, aber die Übung fehlt noch. Dazu ist Gleisenau eine große Gemeinde. Wird die Anforderung zu groß werden?“ Aber da sei all das, was Gott der neuen Pfarrerin schon in ihrem geistlichen Werdegang geschenkt habe. Schimmels Eltern hätten ihren Weg ins Leben und in die Kirche gefördert und in Fleckl im Fichtelgebirge habe sie das Bild einer einladenden, fröhlichen Kirche gewonnen. In St. Georgen in Bayreuth sei sie in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig gewesen. Menschen, die ihren Glauben authentisch leben, hätten ihr außerdem gutgetan. Schließlich habe auch Mentorin Anne Salzbrenner als Vollblutpfarrerin die praktische Einübung in den Pfarrberuf in der Kirchengemeinde Lichtenfels gekonnt begleitet. „Ein Geschenk ist auch ihr Zugang zu gelebter Frömmigkeit durch die Einübung in die Spiritualität von Taizé. Damit können sie andere anstecken hier in Gleisenau.“ Hier werde sie nicht nur eingesetzt in die Stelle wie die Pfarrer Foltin oder Gregori vor ihr. Sie bekomme diese Stelle – wie es bei Berufsanfängern üblich ist – erst einmal zur Vertretung. In drei Jahren würden dann der Kirchenvorstand und auch sie überlegen, ob es hier in Gleisenau miteinander weitergehen könne.

Was heute bei der Ordination geschehe, sei aber nicht nur der Segen für den dreijährigen Probedienst. „Vielmehr hat der Segen der Ordination – wie die Priesterweihe – lebenslange Gültigkeit bis zum Tod. Sie werden berufen in die Christusnachfolge, gesendet in den Dienst der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung und gesegnet für all ihren Dienst und ihr ganzes Leben.“

Dann sprach Sarah Schimmel die Worte der Ordination und brachte damit die Bereitschaft zu ihrem geistlichen Dienst zum Ausdruck. Regionalbischöfin Greiner und ihre Assistenten (Mentorin Anne Salzbrenner, Pfarrer Michael Bischoff, Kirchenvorstand Silka Dörr, Ehemann Richard Schimmel und Freundin Lena Neubert) legten der neuen Pfarrerin dann ihre Hände auf und sprachen dabei ihr Segensvotum.

Empfang mit vielen Gästen

Nach dem Gottesdienst mit Posaunen- und Kirchenchor fand in der Remise des Schlosses ein Empfang mit zahlreichen Gäste statt. Dekan Martin Lechner sprach dabei den Dank an Regionalbischöfin Greiner nicht nur für ihre Worte aus, sondern auch für die Freude darüber, dass die Pfarrstelle zügig wieder besetzt wurde. An die neue Pfarrerin richtete er die Worte „Frau Schimmel, sie spüren, wie froh alle darüber und deswegen da sind.“

Bürgermeister Walter Ziegler betonte, dass die Pfarr- wie auch die politische Gemeinde für die Menschen zu sorgen habe. Das geschehe in vielen Bereichen gemeinsam. Im Zeichen der Ökumene waren auch Pfarrer Bernhard Öchsner für die Pfarrei Eltmann und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Claudia Reinwand für die Kirchengemeinde St. Maria-Magdalena anwesend. Reinwand meinte, Pfarrerin Schimmel habe mit Gleisenau eine gute Wahl getroffen. Es hätten sich zwischen beiden Kirchengemeinden schon gemeinsame Aktionen etabliert, die man ausbauen könne. „Wir sollten gemeinsam daran arbeiten, christliche Werte in die Gesellschaft einfließen zu lassen und eine christliche Gemeinschaft zu schaffen“, sagte Reinwand.

Namens des Kirchenvorstandes wünschte Silka Dörr der neuen Pfarrerin, dass sie in Gott immer einen farbigen Untergrund sehe. Sie möge auch nie den Mut verlieren, an einer Kreuzung nach dem Weg zu fragen und ihn auch dann zu gehen.

Für die Geistlichen aus dem Dekanat Bamberg sprach Pfarrerin Susanne Witmann-Schlechtweg Grußworte und gratulierte Schimmel „zu dem wunderbaren Beruf der Pfarrerin. Ich wünsche Dir ein weites Herz für die Menschen und begeisterte Gemeindemitglieder“. Für die Jugend hieß Fabian Rügheimer die neue Pfarrerin willkommen. (gg)

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