HOFHEIM/KÖNIGSBERG

„Der Krieg kennt keinen Sieger“

Gedenkfeiern am Volkstrauertag: Vielerorts wurde am Sonntag der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht, etwa in Hofheim (oben) und Königsberg (unten).
Gedenkfeiern am Volkstrauertag: Vielerorts wurde am Sonntag der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht, etwa in Hofheim (oben) und Königsberg (unten). Foto: Schweiger, Snater

(msch/sn) „Wir sind es, die den Frieden erhalten sollen und müssen. Wir müssen dabei helfen streitende Nationen zu der Einsicht zu bringen, dass der Krieg keinen Sieger kennt“. Diese eindringlichen Worte richtete Hofheims zweiter Bürgermeister Bernd Blatt an die Teilnehmer der Gedenkfeier am Kriegerdenkmal anlässlich des Volkstrauertags. Nach dem Gottesdienst in der Christuskirche waren die Teilnehmer der Gedenkfeier zusammen mit Abordnungen der Vereine zum Friedhof gezogen.

In seiner Ansprache erinnerte Bernd Blatt auch an die aktuellen Krisenherde. „Wir können nicht die Augen verschließen vor den Vorgängen im Irak, in Afghanistan oder Ägypten“. Hunderttausende seien auf der Flucht vor Gewalt, Hunger und Elend. Jeder sei dazu aufgerufen, so Blatt, den Toten, die zum Schweigen verurteilt sind, die Sprache zu leihen. „Vielleicht kann das eine Sinngebung für ihr bitteres Sterben auf den Schlachtfeldern, in Bombennächten oder auf der Flucht sein, wenn wir ihr Opfer als diese stete Verpflichtung zum Frieden annehmen. Der Friede ist nicht nur eine Aufgabe zwischen den Völkern, nein er ist auch eine Aufgabe von Mensch zu Mensch“, so Bernd Blatt weiter.

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Die Pfarrer Gerd Greier und Sieghard Sapper, sowie Schülerinnen der Hofheimer Mittelschule trugen Gebete und Denkanstöße zur Feier bei. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Gesangverein und die Blaskapelle St. Johannes.

Auch in Königsberg auf dem Schlossberg am Gefallenenehrenmal wurde der Gefallenen, Verfolgten und Ermordeten der zwei Weltkriege und der kriegerischen Auseinandersetzungen gedacht. Bürgermeister Erich Stubenrauch erinnerte in der Gedenkfeier, die vom Posaunenchor Königsberg unter der Leitung von Wolfgang Fischer musikalisch begleitet wurde, und an der auch Königsberger Vereine mit Fahnenabordnungen teilnahmen, nicht nur an die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit und das Leid, welches durch Kriege und Völkermorde ausgelöst wurde. Stubenrauchs Fazit aus den aktuellen Konflikten: Es gebe kein Patentrezept zur Erhaltung des Weltfriedens. Immer wieder werde es Regime geben, die versuchten, ihre speziellen Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Am besten könne man Frieden und Freiheit garantieren, wenn man bereit sei, diesen notfalls gewaltsam zu verteidigen. Diese Erkenntnis gehe zwar nicht unbedingt mit Geist und Absicht des Volkstrauertages konform, sei jedoch eine Erfahrung, die sich durch die Geschichte ziehe.

Gemeinsam mit Vertretern des VdK und des Kriegervereins legte Stubenrauch am Ehrenmal Kränze nieder.

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