HASSFURT

Der Mann für alles geht

Der Kapitän geht von Bord: Die „Freie Waldorfschule in den Mainauen Haßfurt“ verabschiedet Geschäftsführer Wolfgang Wahl-Kuhn (zweiter von links). Im Bild: Lehrer Joachim Brohm (links), Vorstand Conrad Höfener und Nachfolgerin Annette.
Der Kapitän geht von Bord: Die „Freie Waldorfschule in den Mainauen Haßfurt“ verabschiedet Geschäftsführer Wolfgang Wahl-Kuhn (zweiter von links). Im Bild: Lehrer Joachim Brohm (links), Vorstand Conrad Höfener und Nachfolgerin Annette. Foto: Christiane Reuther

Wolfgang Wahl-Kuhn war weder Direktor noch Hausmeister, Sekretär, Schularzt oder Schulpsychologe – und doch war er irgendwie alles zusammen. Nach zwölf Jahren verlässt der Geschäftsführer die „Freie Waldorfschule in den Mainauen Haßfurt“. Mit einem bunten Programm nahmen Schüler und Lehrer Abschied.

„Nur der Direktor mit dem Bart sitzt noch in seinem Büro“ – der Lehrer Joachim Brohm zitiert einen Schüler, um zu beschreiben, dass Wahl-Kuhn quasi allgegenwärtig war, in der Haßfurter Waldorfschule. Ob er als Letzter, lange nach den Lehrern, das Schulgebäude verließ, oder ob am Morgen schon beizeiten Licht in seinem Büro brannte, Wahl-Kuhn sei immer da gewesen, auch in den Ferien, so Brohm in seiner Rede zum Abschied vom Geschäftsführer.

Das Gesicht der Waldorfschule

Auch für Außenstehende – wie Schulamt, Ministerium, Rathaus – sei er immer ansprechbar gewesen. Und für andere Walddorfschulen war er derjenige, der der Haßfurter Schule ihr Gesicht gab, unterstrich Brohm.

Brohm bedauerte, dass der „Kapitän“ nach zwölf Jahren sein Steuer aus der Hand gebe und die Kommandobrücke verlasse. Die ganze Schulfamilie schulde ihm Dank für seinen Einsatz: „In den zwölf Jahren, in denen er das Kommando auf der Brücke hatte, hat er sein Schiff sicher durch zahlreiche, teils schwerste Unwetter und Stürme gesteuert. Hat dabei mit ruhiger Hand alle Klippen und Untiefen umschifft und so manches Seegefecht siegreich bestanden“, lobte Brohm den Einsatz, den Wahl-Kuhns für die Schule gebracht hatte.

Bewegt nahm Wahl-Kuhn das Lob entgegen und freute sich über die höchste Auszeichnung, die unter Piraten möglich ist: den hölzernen „Waldorf Piratensäbel“.

Auch Vorstand Conrad Höfener ließ sich auf den Seefahrer-Vergleich ein. Wahl-Kuhn habe die Schätze der Schule bewacht, als seien es seine eigenen: „Die Goldreserven sind unter Ihrer Führung nie ausgegangen.“

Zur Verantwortung bereit

Wahl-Kuhn habe den gemeinsamen Erfolg immer fest im Blick gehabt. „Eine der größten und schönsten Möglichkeiten des menschlichen Daseins ist, Verantwortung übernehmen zu können“, mit einem Zitat von Bundespräsident Joachim Gauck dankte Höfener dafür, dass Wahl-Kuhn in den vergangenen zwölf Jahren ausgiebig von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht habe.

Als neue Geschäftsführerin übernimmt Annette Achilles ab Mai Wolfgang Wahl–Kuhns Posten.

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