EBELSBACH

Der „Stille“ eine ausdrucksstarke Form geben

Als äußerst talentierte Malerin gilt die elfjährige Maxima Schmeykal aus Oberaurach. Foto: Günther Geiling

Ein großer Event steht der Kulturgemeinde Ebelsbach-Eltmann und der Kunstschule „Ars Vivendi“ in Ebelsbach ins Haus. Unter dem Motto „Kunst, Kultur und Musik“ gibt es am Samstag, 19. September, ab 18.00 Uhr einen „Tag der offenen Tür“ mit Arbeiten zahlreicher Kursteilnehmer aus der näheren Umgebung, die unter dem Thema „Stille“ ihre Arbeiten zeigen. Dazu gibt es Live-Musik und Songs mit dem Duo „Choco-Latte“ und einen Auftritt der WomenArtistGroup „Die Unbequemen“.

Bei der Kunstausstellung behandeln die Künstler und ihre ausgestellten Werke das Thema „Stille“ auf sehr subtile und stille Art. „Der Ausdruck einer stillen Wahrnehmung steht für mich für den Moment der höheren Konzentration und Entspannung zugleich, in dem das Wahrgenommene sich komprimiert, sich bildhaft aus dem Nichts manifestiert und zum Kunstwerk wird“, meint Vorsitzende Gabriele Schöpplein. Im alltäglichen Leben nehme man jedoch meist nur die geschaffene Umgebung wahr, man „sehe“ oft nicht und suche nur nach Bestätigung für das, was man bereits kenne.

„Eine künstlerische Arbeit ruft in meinem Bewusstsein eine tiefere Ebene wach und ich habe durch diesen achtsamen Zustand die Möglichkeit, mich einer neuen Perspektive oder einer weiteren Wahrheit zu öffnen. Natur, Architektur, Menschen und Gegenstände werden durch die künstlerische Sichtweise und durch den schöpferischen Prozess in einer neuen Perspektive betrachtet“, betont die Künstlerin Gabriele Schöpplein. Wenn Objekte von der ihnen zugeschriebenen Funktion befreit würden, wandeln sie sich zu einer unbekannten Erscheinungsform und würden von Rezipienten fast nicht mehr erkannt. Dadurch verschwinden die in der menschlichen Wahrnehmung existierenden Grenzen. Aber die sichtbare Welt werde reicher und es vermehrten sich die Möglichkeiten, die Welt zu beschreiben und wahrzunehmen.

Die Ausstellungsstücke der Künstlerinnen und Künstler kommen dabei aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Radierungen, Monotypien, Material- und Objektkunst. Mit dem Duo „Choco-Latte“ gibt es auch einen musikalischen Leckerbissen zwischendurch. Das Fürther Duo mit Marcus Klinger (Gitarre und Gesang) sowie Felicia Peters (Gesang, Bratsche, Percussion), das sehr viel im deutschsprachigen Raum in Deutschland, der Schweiz und Österreich unterwegs ist, interpretiert mit Humor und sehr viel Leidenschaft Songs von Tracy Chapman, Elvis Presley, Bob Marley und anderen, aber auch eigene Kompositionen und bietet in seinem breit gefächerten Repertoire für jeden etwas. Der Eintritt ist dazu frei und bei ungünstigem Wetter findet dies in der beheizten Scheune statt.

Rudolf Schneidmadel

Der Künstler wurde 1950 in Gerolzhofen geboren und lebt seit dem Jahre 2000 mit Familie in Gleisenau. Zur Steinbildhauerei kam er erst im Jahre 2008, nach Beendigung seines Berufslebens.

„Die Arbeit am Stein bedeutet für mich vollkommenes Loslassen und Konzentration auf das Objekt. Stille ist für mich der Rückzug in eine Phase innerer Ruhe und Kontemplation, die nicht unbedingt etwas mit der Abwesenheit von Geräuschen oder Bewegung zu tun hat. Sie ist für mich die Voraussetzung für die Konzentration auf neue Aktivitäten.“ Die Motive seines Schaffens orientieren sich an natürlichen Formen und Objekten, wobei versucht wird, das Wesentliche dieser natürlichen Formen durch Abstraktion zu idealisieren und zu verdeutlichen.

Christine Welsch

„Stille ist für mich eine Zeit zum Nachdenken und Malen. In meinen Bildern drücke ich diese Gedanken und Gefühle aus.“ Sie lebt mit ihrer Familie in Haßfurt. Seit einem Jahr besucht die Künstlerin die Kunstschule „Ars Vivendi“, wo sie individuell gefördert, aber auch gefordert werde.

Monika Huther

Die Künstlerin wohnt mit ihrem Mann im Raum Ebern. „Neben meiner beruflichen Tätigkeit sehe ich die Kunst als Ausgleich, um durch die Muse zur Ruhe und Stille zu finden.“

Florian Tully

Der Bildhauer kommt aus Gerolzhofen und fühlt sich mit der Steinmetz-Tradition seiner Vorfahren in Kontakt. „Schon um 1650 waren meine Vorväter Steinhauer in Südtirol. Gerne arbeite ich in Sandstein, speziell mit dem regionalen gelbbraun-gemaserten Brünnauer Sandstein, aber auch in Kalkstein, Diorit, Alabaster, Marmor und Holz.“ Wesentlich geht es ihm um den Entstehungsprozess der Bildwerke. „Ich arbeite nicht nach Skizzen oder Modellen, sondern lasse aus dem Miteinander von Stein, Werkzeug und meinen Händen etwas wachsen. Es ergeben sich so meditative Momente, in denen nicht das gedankliche Wollen, sondern tiefer liegende Schichten zur Gestaltung kommen. Ich versuche nicht mit dem Kopf, sondern mit der Seele zu bildhauen. Die Idee und mit ihr die Skulptur entwickeln sich in einem Schaffensprozess.“

Susanne Söder

Die Künstlerin lebt mit ihrer Familie in Viereth. Dort findet sie auch die nötige Ruhe und hat auch ihr Atelier, um dort zu arbeiten. Nach ihrer künstlerischen Ausbildung bei der Akademie Faber-Castell trat sie in den Kunstverein „Form und Farbe“ ein. Seitdem stellt sie regelmäßig in der Giechburg ihre Werke aus, aber auch in Kronach, Nordheim und in einem Medienhaus konnte sie schon ihre Bilder zeigen. In vielen ihrer Arbeiten bemerkt man die Stille. Ihr Anliegen ist es, einen Weg vom Chaos in die Stille zu finden, vom Lauten ins Leise, vom Dunklen ins Helle. Die kräftigen Farben werden beruhigt durch gebrochene Schattierungen und die unkontrollierten Formen werden ganz still durch klare Linien. Das Ergebnis ist dann Harmonie.

Lydia Vorndran

Die Künstlerin lebt und arbeitet in Kronach und Thassos. 1978 wurde sie Fachlehrerin für Kunsterziehung, um dann 2005 das Studium „Bildende Kunst“ mit Abschluss zu machen und 2008 ein Aufbaustudium in der Akademie Faber-Castell anzuhängen. Außerdem ist sie Mitbegründerin der WomannArtistGroup „Die Unbequemen“. Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Moment in der gestalterischen Bearbeitung des Malers Lukas Cranach als Künstler, Mythos, Vaterfigur seiner Zeit und Symbolik. Für das Thema „after Lucas“ setzt sie sich malerisch vor allem mit seinen Frauenporträts auseinander, auch eines ihrer Lieblingsthemen. Neu sind die Tattoos des Lucas Cranach, Logos und eine Installation mit 3 D-Pen.

Monika Lang

Monika Lang ist Zeichnerin und Malerin, lebt und arbeitet in Reichenberg. Sie erarbeitet ihre Zeichnungen mit Tusche, Kohle und Graphit sowie in der Malerei mit Acryl und verschiedenen Mischtechniken. Ihre anfänglich spontane Arbeitsweise erzielt dann in langen Arbeitsprozessen durch Reduzierung der Farbigkeit und der Form die gewünschte Wirkung der Stille. Die Zeichnung ist für das Auge auf das Wesentliche reduziert.

Maxima Schmeykal

Die Nachwuchsmalerin ist erst elf Jahre alt und kommt aus Oberaurach. Sie gilt als äußerst talentierte Nachwuchsmalerin und besucht seit drei Jahren die Jugendkunstschule „Ars Vivendi“ in Ebelsbach. Sie sagt: „Am glücklichsten bin ich, wenn ich male.“

Felice Casper

Die Künstlerin gilt als ein Urgestein der „Schweinfurter Radierwerkstatt“. Sie fertigt Farbradierungen von vier Platten. Mit ihren Arbeiten konzentriert sie sich auf den Bereich Landschaften. Bei zahlreichen Reisen in die Ferne malt sie sehr farbintensive Bilder, die sie dann in der Werkstatt in ebensolche Radierungen umsetzt.

Gerda Birken

Die Künstlerin ist 1960 in Avignon geboren und lebt mit ihrer Familie in Michelau im Steigerwald. Ihre Werke präsentiert sie unter anderem in Northeim, Haßfurt und Chateaudun sowie im Königsberger Handwerkerhof und im SKF-Verwaltungsgebäude Schweinfurt. Sie lebt ihre Kreativität beim Drucken von Kupferplatten und beim Malen von Aquarell-, Acryl- oder Enkaustikbildern aus. In unserer hektischen Zeit sei es wichtig, auch Ruhezeiten einzulegen. Deshalb möchte sie sich gerne mit dem Thema „Stille“ auseinandersetzen.

Die „Unbequemen“

Alle Besucher dürfen sich außerdem freuen auf einen Auftritt der WomenArtistGroup und Künstlerinnen mit dem Namen „Die Unbequemen“.

Der Bildhauerei hat sich Rudolf Schneidmadel verschrieben. Foto: gg
Felice Casper: ein Urgestein aus der „Schweinfurter Radierwerkstatt“. Foto: gg
„Feuer“ nennt sich dieses Werk von Christine Welsch. Foto: gg

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