HASSFURT

„Der Turm soll höher werden als ich“

Eifrig: Es herrscht eifriges Treiben in der Rathaushalle, die Holz-Stadt muss schließlich pünktlich zur „Stadtführung“ fertiggestellt sein.
Eifrig: Es herrscht eifriges Treiben in der Rathaushalle, die Holz-Stadt muss schließlich pünktlich zur „Stadtführung“ fertiggestellt sein.

Ganz stolz präsentiert Jana ihr Bauwerk, ein sehr hoher Turm. Doch nicht nur Türme, die den Kindern bis über den Kopf reichen, werden hier gebaut, sondern auch „ein Gefängnis“, erzählt Maximilian stolz, denn „das gehört halt auch dazu“, zudem hält er sein Kunstwerk für „schon ziemlich gut gelungen“.

Hier wurden selbstverständlich keine realen Türme, Gefängnisse oder ähnliche Gebäude errichtet. Es handelt sich vielmehr um eine richtige kleine „Bauklotz-Stadt“. Im Rahmen des Ferienprogramms Haßfurt wurde das „Main Spiel Mobil“ für Spiel, Spaß und auch kleine Lerneffekte engagiert. Das Gefährt rollte dann am Mittwochnachmittag gegen auf den Haßfurter Marktplatz, um für drei Stunden in der Rathaushalle Haßfurts Kindern die alljährliche Langeweile in den Sommerferien zu nehmen. Michael Keim vom „Main Spiel Mobil“ leitete das Projekt und stand den 17 Kindern mit Rat und Tat zur Seite.

Der Nachmittag begann mit „ein bisschen trockener Theorie“, erzählt Michael Keim. Zunächst war eine kurze Vorstellungsrunde notwendig, da sich die Kinder untereinander nicht alle kannten. Anschließend wollte Michael Keim als Einführung in sein Projekt von den teilnehmenden Kindern wissen, welche Gebäude denn überhaupt in eine Stadt gehören oder welche sie bereits gesehen, beziehungsweise gar schon besucht haben. Dann verriet er den Kindern, was in den darauffolgenden Stunden ihr Arbeitsauftrag sein würde: Die von den Kindern genannten Gebäude sollten aus Holzklötzen nachgebaut werden.

Schließlich war der Startschuss gefallen, die fleißigen kleinen „Bauherren“ und „-Damen“ durften loslegen und mit ihren „Bauarbeiten beginnen. Ganz klischeehaft machten sich die Jungs unter den Teilnehmern daran, das Olympia-Stadion zu erbauen und einen Bahnhof mit Zügen. Sogar eine Formel1-Strecke wurde detailgetreu nachgebaut. Im Gegensatz dazu wollten die Mädchen in der Stadt unbedingt einen Zoo mit Eisbärengehege, Delfinarium und auch einen Zirkus haben. Deshalb begannen schließlich auch die weiblichen „Bauarbeiter“ und „Architektinnen“ damit, die genannten Tierdomizile zu erbauen. Ganz konzentriert waren die Kinder nun dabei auch jedes noch so kleine Detail originalgetreu - soweit dies mit Holzklötzen überhaupt möglich ist - auf den Nachbauten abzubilden.

Während des Bauens bemerkten die Kinder in keiner Weise, wie die Zeit verging. Schneller als sie sich versahen, standen die Eltern an der Rathauspforte, um zusammen mit ihnen und dem Projektleiter eine „Stadtführung“ durch die bebaute Rathaushalle zu machen. Dabei musste man feststellen, dass sich hinter so manchem Buben oder Mädchen ein Naturtalent verbirgt. Oft musste man nicht auf dem Kärtchen lesen, was das entsprechende Bauwerk darstellen sollte, sondern das Gebäude lediglich betrachten.

Ganz besonderen Applaus von Eltern und Kindern erntete das Schnellrestaurant in der vorderen Ecke der Halle. Da haben sich die Erbauer etwas Neues überlegt. Das Restaurant verfüge nämlich über einen Eingang für Erwachsene und einen separaten für Kinder. Insgesamt wurde jedes Bauwerk mit einem Applaus belohnt, „verdientermaßen“, so Michael Keim abschließend.

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Ferienprogramm: Stadtbau im Kleinen

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Doch auch die schönsten Kunstwerke in der Rathaushalle wurden nicht für die Ewigkeit erbaut. Am Ende des Nachmittages mit dem „Main Spiel Mobil“ mussten die Bauten wieder „dem Boden gleichgemacht werden“, kündigte Michael Keim an. Auf dieses Kommando scheinen die Kinder sogar gewartet zu haben, denn kurze Zeit und einen gewaltigen Tumult später war alles eingelegt. Den Eltern, die sich wunderten, versicherte Michael Keim, dass „diese Lautstärke nichts im Gegensatz zu dem Einsturzlärm einer Holz-Stadt vor kurzer Zeit mit 250 Kindern in einer Vierfach-Turnhalle“, ist.


Holz-Rathaus: Egal in welcher Stadt, ein Rathaus darf unter keinen Umständen fehlen, auch nicht in einer Holz-Stadt.
Holz-Rathaus: Egal in welcher Stadt, ein Rathaus darf unter keinen Umständen fehlen, auch nicht in einer Holz-Stadt. Foto: Theresa Ott

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