HASSFURT

Die Erfolgsgeschichte eines schulübergreifenden Projekts

Der Countdown für das dritte Musical läuft: Am Mittwoch, 18. Februar, wird „Help“, das schulübergreifende Projekt des Schulzentrums, in der Stadthalle uraufgeführt. Die jungen Leute üben bereits seit Schuljahresbeginn.
Der Countdown für das dritte Musical läuft: Am Mittwoch, 18. Februar, wird „Help“, das schulübergreifende Projekt des Schulzentrums, in der Stadthalle uraufgeführt. Die jungen Leute üben bereits seit Schuljahresbeginn. Foto: FOTO German Schneider

(gs) Es ist bereits das dritte Musical, an das sich Sozialarbeiterin Dagmar Keenan mit ihren Schülern heranwagt. Und wieder sind es Mädchen und Jungen aus drei unterschiedlichen Schularten, die ihre Freizeit in das Schulübergreifende Projekt am Schulzentrum Haßfurt einbringen und der Uraufführung am Mittwoch, 18. Februar, entgegenfiebern.

Zum Musical „Don't give up“ (deutsch: Gib niemals auf) im Schuljahr 2005/2006 hat sich einiges geändert. Waren damals noch Lehrkräfte stark eingebunden, besteht das Musical-Leitungsteam nun hauptsächlich Schülern. Schon beim zweiten Musical „Against all odds“ (Gegen alle Widerstände) hatten die Schüler das Sagen, wurden aber noch von Lehrkräften unterstützt. Nun, im dritten Anlauf, wollen und sollen die Schüler ihr Projekt selbst schultern. Für Sozialarbeiterin Dagmar Keenan die logische Konsequenz aus den vergangenen Jahren.

80 Akteure aus dem Regiomontanus-Gymnasium, der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule und der Albrecht-Dürer-Hauptschule sind in das Projekt eingebunden. Manches ist dank der Ganztagesbetreuung einfacher geworden. Vor allem aber hat Dagmar Keenan einen Stamm von Schauspielern, Musikern, Sängern und Tänzern, die bereits vom „Musical-machen“ überzeugt und begeistert sind.

So steht die im Irak geborene 16-jährige Gymnasiastin Sose Baghumyan diesmal nicht nur auf der Bühne, sondern ist auch für die Tanzeinlagen verantwortlich, hat die Choreografie einstudiert und trainiert ihre Mädels und Jungs mit viel Hingabe. Was sie werden will? „Rechtsanwältin“, sagt sie sofort, wobei sie ergänzt, dass dies die Vernunft sagt. Ihr Herz schlage für Bühne und Tanz. Das Temperamentbündel geht ganz in ihrer Rolle auf, hat am Stück mitgeschrieben, sagt aber auch: „Ohne Dagmar würden wir gar nicht klar kommen.“

Auch Frank Bartsch gehört zum dritten Mal zur Truppe. Vor drei Jahren war er in der achten Klasse der Hauptschule und konnte sich damals noch nicht vorstellen, dass er drei Jahre später die Fachoberschule besucht. Dazwischen lag die Mittlere Reife, für die er gebüffelt hat. Bartschs Wort hat mittlerweile Gewicht im Kreis der Künstler. Was er werden will, weiß er mittlerweile genau: „Schulsozialarbeiter – wie Dagmar Keenan.“

Frank Bartsch ist bestes Beispiel, wie positiv die Musical-Projekte auf die Schüler abfärbten. Gerade der schulübergreifende Kontakt habe ihm sehr geholfen: „Ich habe ganz andere Leute getroffen, die mir in manchen Dingen die Augen geöffnet haben“, sagt er.

Überhaupt ist festzustellen, dass die Musical-Schule das Selbstwertgefühl der Hauptschüler verbessert und gestärkt hat. Dazu kommen Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen und Ausdauer. Und soziale Kompetenzen wie Ehrlichkeit, Teamfähigkeit und Kritikfähigkeit.

Dung Nguyen ist in Deutschland geboren und geht in die elfte Klasse. Sie kam im vergangenen Jahr über ihre Brüder Trong und Thi zum Musical. In diesem Jahr ist die immer gut aufgelegte Asiatin für alle Singeinlagen und den Chor verantwortlich. „Mir macht Musical einfach Spaß, egal, ob es eine Probe oder der Auftritt ist“, sagt sie.

Mittlerweile ist das Team eine verschworene Gemeinschaft, wobei Dagmar Keenan nicht verschweigt, dass es ein langer Weg war. „Rund ein Drittel ist wieder gegangen, als es merkte, dass ein Musical verdammt viel Arbeit und Disziplin verlangt. Wer es jedoch bis jetzt geschafft hat, gibt nicht mehr auf“, sagt sie. „Help“ (deutsch: Hilfe) heißt das sozialkritische Stück, in dem es um Mobbing und Homosexualität geht. Mit Heile-Welt-Themen wollten sich die Schüler auch in ihrem dritten Musical-Anlauf nicht abgeben. In einem Autorenteam haben sie sich in vielen Sitzungen die Texte selbst erarbeitet und geschrieben. Jetzt zählen sie die Tage bis zum 18. Februar. Dann soll sich in der Stadthalle um 19.30 Uhr der Vorhang öffnen und die Uraufführung über die Bühne gehen.

Die „Mutter des Musicals“, Dagmar Keenan ist überzeugt, dass auch das dritte Musical ein voller Erfolg wird.
Die „Mutter des Musicals“, Dagmar Keenan ist überzeugt, dass auch das dritte Musical ein voller Erfolg wird.

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