RÜGHEIM

Die Klaviatur in Aufruhr

Schubert, Bloch, Prokofiev und Brahms standen auf dem Programm im Konzert mit Anna Wiedemann (Violine) und Yadviga Grom (Klavier) am Montag im Schüttbau in Rügheim.
Schubert, Bloch, Prokofiev und Brahms standen auf dem Programm im Konzert mit Anna Wiedemann (Violine) und Yadviga Grom (Klavier) am Montag im Schüttbau in Rügheim. Foto: Gudrun Klopf

„Vorhang auf“ hieß es am Montag für Anna Wiedemann und Yadviga Grom im Schüttbau. Die beiden Studentinnen der Musikhochschule Würzburg gestalteten ein Konzert im Rahmen der „Vorhang auf“-Reihe des Kultur e.V.

Melancholisch, mit Franz Schuberts a-Moll Sonate, startete der Nachmittag. Drei Sonaten für Violine und Klavier schrieb Schubert im Jahre 1816 als 19-Jähriger. Vorzüglich verstanden es die beiden jungen Musikerinnen, Ernst und Tiefe dieser großen Kammermusik darzustellen.

Die ersten beiden Sätze der Suite Nr. 1 g-Moll, von Ernest Bloch für Yehudi Menuhin komponiert, hatte Anna Wiedemann als Solowerk ausgewählt. Die 1995 in Kempten geborene Musikerin sammelte bereits reichlich Orchestererfahrung, unter anderem im Bayerischen Landesjugendorchester, dem Bundesjugendorchester und dem Philharmonischen Orchester Würzburg.

Großes Einfühlungsvermögen

Seit 2015 ist sie Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie. Auch als Solistin und im Ensemble wurde sie mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet.

Bloch drücke in seiner Musik den jüdischen Gedanken aus, kündigte die junge Geigerin die Komposition an. Mit großem Einfühlungsvermögen interpretierte sie die intensive Narration des Werkes.

Auch Yadviga Grom erwies sich mit ihrem Solovortrag als Meisterin ihres Faches. Die 1993 in Minsk geborene Pianistin spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Klavier. Ihr erstes Orchesterkonzert gab sie bereits im Alter von zwölf Jahren.

Dunkel und kriegerisch, mit spärlich aufleuchtender Hoffnung, beeindruckte Sergej Prokofjevs Klaviersonate Nr. 7 B-Dur Opus 83. Bereits mit dem ersten Thema seiner siebten Sonate aus dem Jahr 1942 weckt der Komponist den Eindruck einer unsteten Kriegssituation. Ganz anders der zweite Satz „Andante caloroso“, der mit einer wunderschönen Melodie an eine vergangene heile Welt erinnert.

Mit immer wieder überraschenden Akzenten, hämmert die Musik im Finalsatz „Precipitato“. Als würden alle Reserven zum Kampf mobilisiert, versetzte Grom mitreißend und fesselnd die gesamte Klaviatur in Aufruhr.

Einen virtuosen Schlusspunkt setzten die beiden Musikerinnen mit der Sonate für Klavier und Violine Nr. 3 d-moll op. 108 von Johannes Brahms. Tägliche Besuche der Csárdás-Kapellen im Wiener Prater inspirierten den Komponisten. In seiner dritten Violinsonate erweist Brahms der ungarischen Volksmusik seine Reverenz. Im Spannungsfeld zwischen lyrischen Melodiebögen und dramatischer Kraft lieferten sich Geige und Klavier einen konzertanten Wettstreit.

Den musikalischen Hörgenuss auf hohem Niveau entlohnte das Publikum mit reichlich Applaus.

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