KÖNIGSBERG

Die Kraft der Sonne nutzen

Dem „Goldenen Stern“ in Königsberg wurde ausnahmsweise der Aufbau einer Photovoltaikanlage im nur aus der Vogelperspektive zu sehenden Innenhof genehmigt. Foto: Gerold Snater

Mit der Erweiterung einer im Stadtteil Hellingen bereits bestehenden Photovoltaikanlage hatte sich das Königsberger Stadtratsgremium zu beschäftigen. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass die Kosten für die dazu notwendigen Änderungen bezüglich Bebauung und Bauleitplanung vom Träger der Projektes selbst getragen werden müssen. Eine Vorbesprechung beim Landratsamt habe ergeben, dass aus bauplanerischer Sicht grundsätzlich eine Erweiterung der bestehenden Anlage denkbar sei, vor dem Einstieg in die Planung aber die maßgeblichen Träger beim Landratsamt – Naturschutz und Wasserrecht, Bauleitplanung, Denkmal- und Immissionsschutz – mit einbezogen werden sollten. Seitens des Naturschutzes und des Wasserrechtes liegen bereits ohne Vorwegnahme der erforderlichen detaillierten Prüfungen Bestätigungen über die grundsätzliche Umsetzbarkeit vor. Bei seiner Abstimmung zeigte sich der Stadtrat nach längerer Diskussion bereit, das Verfahren für eine Bauleitplanung zur Erweiterung der bestehenden Photovoltaikanlage in Hellingen unter der Voraussetzung durchzuführen, dass der Bebauungsplan als vorhabenbezogenes Projekt ausgeführt wird und der Träger selbst die Planungsleistungen beauftragt und deren Kosten trägt. Die Zustimmung erfolgte mit 12 gegen 5 Stimmen.

Einen etwas größeren Raum nahm in der Sitzung die Neufassung der Gestaltungssatzung für die Altstadt von Königsberg ein. In zwei vorausgegangenen Sitzungen des Stadtrates war bereits darüber diskutiert worden, ob in dieser Satzung Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung unter den für die thermischen Anlagen (Sonnenkollektoren) bereits vorgegebenen Bedingungen ebenfalls zugelassen werden können. Sowohl die Regierung von Unterfranken als auch die Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Haßberge signalisierten hierzu ihr Einverständnis. Stadtarchitekt Jürgen Bergmann änderte daraufhin die Gestaltungssatzung dahingehend. So kann der Aufbau von solarthermischen Kollektoren und Kollektoren zur Stromerzeugung grundsätzlich gestattet werden, wenn der geplante Standort bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Der Stadtrat stimmte der beabsichtigten Änderung der Gestaltungssatzung für die Altstadt von Königsberg bei drei Gegenstimmen zu.

In diesem Zusammenhang wurde dem Gremium auch der Bauantrag für die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Innenhofdach des Hotels „Goldener Stern“ in Königsberg am Marktplatz vorgestellt. Hierbei besteht durch die U-förmige Bauweise und fehlende Nebengebäude auf dem Grundstück trotz Nichteinsehbarkeit aus dem öffentlichen Verkehrsraum keine Möglichkeit, eine Solar- oder Photovoltaikanlage zu erstellen. Auch vom Schlossberg aus als höchstem Punkt in Königsberg sei das Anwesen wegen des geschützten Baumbestandes nicht einsehbar. Da das Gebäude selbst ein Einzeldenkmal ist, kann die Errichtung einer Photovoltaikanlage auch nach der neu formierten Gestaltungssatzung nicht gestattet werden, da hier nicht alle die Anforderungen des Katalogs erfüllt würden.

Nach längerer Diskussion stimmte der Stadtrat mit 12:5 Stimmen einer Ausnahmegenehmigung in diesem besonderen Fall zu, wobei betont wurde, dass auch die Denkmalschutzbehörde noch hinzugezogen werden muss.

Schlagworte

  • Hellingen
  • Königsberg
  • Gerold Snater
  • Bauleitplanung
  • Regierung von Unterfranken
  • Solarthermie
  • Stromerzeugung
  • Wasserrecht
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!