EBERN

Die Narren zieht's in den Dschungel

Beim Rathaussturm bekam Walter Ullrich die Amtskette der etwas anderen Art umgehängt. Foto: Janina Reuter

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„Wir begrüßen euch Narren aus Nah und Fern, die Hütte ist voll, das sehen wir gern“, dieser Vers aus dem Prolog des Elferrats Christian Giebfried, der gemeinsam mit seinem Kollegen Fabian Weber durch das Programm führte, traf wortwörtlich zu. Die Eberner Rathaushalle war am Samstag um 19.19 Uhr zum Einzug von Elferrat, Showtanzgarde Ebern-Heubach und Faschingsmaskottchen Schörschla und Schellenmann bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mit einem dreifach donnernden „Ebern Helau“ starteten die Besucher und Elferräte in den Abend. Doch so manchen Prominenten suchte man beim Rathaussturm vergebens. „Bürgermeister Hennemann lässt sich heute vertreten, statt seiner darf zur Machtübernahme Harald Pascher reden. Ein besonderer Gruß geht ins Krankenhaus zu Pater Theiler. Rudolf, du schaffst das, bist doch stark wie der Eberner Keiler“, hieß es im Prolog.

Zum Auftakt gab es dann gleich etwas für das Auge: Die Mädels der Showtanzgarde Ebern-Heubach traten zum Gardetanz nach vorne und ernteten beim Publikum großen Applaus für ihre Leistung.

Es ist kein Wunder, dass zum Rathaussturm so viele Gäste gekommen sind – gab es doch schließlich ein Geheimnis, das der Elferrat nun endlich lüften wollte: Das Eberner Faschingsmotto für die Saison 2017/2018. Noch eingerollt hing das Motto-Plakat zu Beginn hinter der Bütt und wurde schließlich von Elferrat Thomas Limpert enthüllt: „Eberner Dschungel – da simmä däham“, lautet das Motto für diese Faschingssaison. Das Motto-Plakat hat – wie in jedem Jahr seit schon 1983 – der Hofmaler des Kulturrings, Erich Wolfert, entworfen und gestaltet.

Neben der Bekanntgabe des Faschingsmottos war auch die Verleihung von drei Faschingsorden ein Höhepunkt des Abends. So traten Gardemädel Julia Neubauer und die beiden „Neu-Elferräte“ Janina Reuter und Peter Kraus nach vorne. Julia Neubauer wurde für ihre besonderen Verdienste im Eberner Fasching geehrt, da sie schon seit 15 Jahren mit Begeisterung bei der Heubacher Garde tanzt. Janina Reuter ist bei den TV Ebern Handballern und der Feuerwehr Fierst aktiv und wurde vor einem Jahr in den Elferrat berufen, um die Aufgaben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernehmen. Auch Peter Kraus aus Lahm ist kein Unbekannter in Ebern und vor allem im Eberner Fasching.

So stand er jahrelang mit dem Männerballett auf der Bühne und hat das Tanzbein geschwungen. In der Saison 1999/2000 machte er zusammen mit seiner Frau Martina das Eberner Prinzenpaar.

Moderator Fabian Weber bat schließlich den zweiten Bürgermeister zu seiner Abdankungsrede in die Bütt. Dieser erklärte in gereimter Form, dass für ihn „heute der „worst case“ eingetreten ist, weil er den Hennemann am Faschingsanfang vertreten muss“. Der lasse alle herzlich grüßen, er musste mit seiner Frau Simone in die Stadt der Liebe düsen.

Bei der Bütt des zweiten Bürgermeisters bekam Jürgen Hennemann sein Fett weg. Die Stadtkasse schenke er den Narren gerne, die wäre nämlich genauso leer wie zu Robert Herrmanns Zeiten. Zudem solle er pünktlich zu seinen Terminen erscheinen und „mehr Zeit vor Ort in Ebern verbringen, anstatt in der ganzen Welt umherzudingeln“. „Im Großen und Ganzen macht er aber sei Arbeit als Bürgermeister ganz gut, denn ab und zu muss man ihn auch mal lob“, so Harald Pascher.

Auch der Coburger Kreisverkehr, ein Zebrastreifen beim Bäcker Fuchs, der Friedwald und die zweite Zufahrt zum Mannlehen waren Inhalt seiner Bütt. „So genug von der Politik, Hauptsach ihr wählt zur Landtagswahl die AfD nicht“, appelliert der zweite Bürgermeister und bekommt vom Publikum großen Zuspruch.

Dann war es schließlich an der Zeit, dem Kulturrings-Vorsitzenden Walter Ullrich symbolisch die Macht zu übertragen.

So überreichte Harald Pascher den Rathausschlüssel, Amtskette und die – wie immer fast leere – Stadtkasse.

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder unter www.bote-vom-hassgau.de

Faschingstermine in Ebern: Freitag, 2. und Samstag, 3. Feburar Bunte Abende des Kulturrings in der Frauengrundhalle. Sonntag, 11. Februar: „Eberner Gaudiwurm“ – Faschingszug durch die Altstadt. Montag, 12. Februar: Rosenmontagsball des Blasorchesters.

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