Bamberg

Digitales Lernlabor für Vor- und Grundschule in Bamberg ist eröffnet

Vier Schüler erarbeiten sich einen Sortieralgorithmus mit verschiedenen schweren Zylindern und einer Balkenwaage. Unterstützt und motiviert werden sie von (von links): FELI-Lab-Mitarbeiterin Kristina Prümer, Ute Schmid, Dorothee Bär und Christian Lange. Foto: Patricia Achter/Universität Bamberg

In einem neuen digitalen Lernlabor können Vor- und Grundschüler ab jetzt auf spielerische Art und Weise Grundkonzepte der Informatik kennenlernen. Die Stadt Bamberg und die Forschungsgruppe Elementarinformatik (FELI) der Universität Bamberg haben das sogenannte „FELI-Lab“ in der Martinschule Bamberg eröffnet, heißt es in einer Pressemitteilung. Projektleiterin Dr. Ute Schmid, Professorin für Angewandte Informatik, insbesondere Kognitive Systeme, betonte bei der Eröffnung: „Entscheidend ist, dass digitale Medien sinnvoll im Unterricht eingebettet werden. Kinder lernen am besten, wenn sie informatische Konzepte im wahrsten Sinne des Wortes ‚begreifen‘.“

Was damit gemeint ist, veranschaulichten Schüler der Martinschule: Kleine bunte Bausteine ergeben etwa das Pixelbild eines Fuchses, sobald sie richtig zusammengesetzt sind. Auf diese Weise lernen Kinder zum Beispiel, wie digitale Fotografie funktioniert. Die Projektbeteiligten verfolgen vor allem drei Ziele mit dem FELI-Lab: Es dient als digitaler Schulungs- und Ausbildungsort für Lehramtsstudierende, als Lernort für Schüler sowie als Fortbildungsort für Lehrkräfte.

In Räumen wie diesen könne man „die Schule, wie wir sie kennen, zu einer Schule im Zeitalter der Digitalität weiterentwickeln“, wie Prof. Dr. Frithjof Grell, Vizepräsident für Lehre und Studierende an der Universität Bamberg, sagte. Damit Lehramtsstudierende innovative Unterrichtskonzepte praktisch erproben können, besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung Bamberg (ZLB). Das FELI-Lab ermöglicht es auch, offenen Forschungsfragen nachzugehen, die Ute Schmid beispielhaft vorstellte: „Mit welchen Konzepten bringen wir Kindern erste Informatikkompetenzen bei? Welche analogen Materialien unterstützen den Transfer auf digitale Medien besonders gut?“ Zudem diskutierte Ute Schmid die Frage, ob Informatikthemen nur im Sachunterricht oder als Querschnittsdisziplin in allen Grundschulfächern eingebracht werden sollten.

Informatik für Kinder seit über zehn Jahren

Wie man Kindern Informatik spielerisch vermittelt, erprobt Ute Schmid schon seit 2005. Sie hat verschiedene Programme zur Nachwuchsförderung an der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik der Universität Bamberg eingeführt. In Workshops gibt sie Kindern ab dem Vorschulalter bis hin zur Sekundarstufe Einblicke in die Welt der Informatik. 2015 hat sie die interdisziplinäre Forschungsgruppe FELI gegründet und in diesem Rahmen unter anderem die Experimentierkiste Informatik entwickelt. Diese wird auch im FELI-Lab eingesetzt, um Kindern mit altersgerecht gestalteten Materialien beizubringen, wie digitale Medien funktionieren und verwendet werden. Das Labor steht nicht nur der Martinschule offen, sondern auch interessierten Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Stadt und Landkreis Bamberg.

Ermöglicht wurde das FELI-Lab, das mit Computern, Spielen und Anleitungen ausgestattet ist, durch mehrere Förderer, insbesondere durch die Oberfrankenstiftung. Außerdem haben die Hermann Gutmann Stiftung, die Joachim Herz Stiftung, der Stifterverband und die Firma Wehrfritz das Projekt finanziell unterstützt. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität Bamberg konnte das Lernlabor in der Martinschule eingerichtet werden. Für die gute Kooperation aller Projektpartner bedankte sich Christian Lange, Zweiter Bürgermeister der Stadt Bamberg, denn: „Wir möchten die Bildungsregion Bamberg möglichst schnell im Bereich der Digitalisierung voranbringen.“

Auch die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, begrüßte das Projekt: „Wir müssen jetzt die Grundlagen legen, um Schülerinnen und Schüler auf Berufe vorzubereiten, die es 2020 noch gar nicht gibt.“ Sie plädierte dafür, vor allem Mädchen schon in der Grundschule für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu begeistern. Dieses Ziel verfolgt auch Ute Schmid, die mit einem Augenzwinkern bemerkte: „Sobald das erste Mädchen in der Grundschule sagt, dass sie später Informatikerin werden möchte, gehe ich in Rente.“

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