HAßBERGKREIS

Drei Jahre Haft für drogenabhängigen Tankstellenräuber

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Hier begann die Überfallserie: 2014 raubte ein junger Mann die OMV-Tankstelle in Ebelsbach aus. Foto: ArchivHT

Für vier Tankstellenüberfälle im Landkreis Haßberge zwischen August 2014 und Mai 2015 verurteilte die Große Strafkammer des Schweinfurter Landgerichts einen heute 22-jährigen Mann zu einer dreijährigen Jugendstrafe, verbunden mit der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt, also einer Einrichtung zur Drogentherapie.

Bei den Überfällen in Ebelsbach und Haßfurt erbeutete der in Schweinfurt wohnende Angeklagte insgesamt etwas mehr als 3000 Euro. Damit konnte er nur kurzfristig seine akuten Geldprobleme lösen und für kurze Zeit neuen Stoff besorgen. Beim vierten Tankstellenüberfall wurde der Drogenabhängige von der Polizei gefasst.

Als Vorsitzender Richter begründete der Vizepräsident des Landgerichts Wolfgang Titze das Urteil. Insbesondere das frühzeitige und umfassende Geständnis wurde dem Angeklagten zugute gehalten. Wenn der Räuber nicht sofort reinen Tisch gemacht hätte, wäre es den Behörden schwer gefallen, ihm die ersten Überfälle nachzuweisen.

Andererseits habe er sich keinerlei Gedanken darüber gemacht, welches Leid er mit seinen Taten den betroffenen Mitarbeitern der Tankstellen zugefügt hat. Eine der Kassiererinnen ist heute – also mehr als ein Jahr danach – immer noch nervlich angeschlagen und traumatisiert. Im Zeugenstand brach sie in Erinnerung an das Vorgefallene in Tränen aus und sagte mit stockender Stimme: „Der Schreck steckt immer noch in mir drin – seit dem Vorfall habe ich keine Freude mehr an meiner Arbeit.“

Die Anwendung von Jugendstrafrecht begründete das Gericht damit, dass es bei dem jungen Mann „erhebliche Reiferückstände und schädliche Neigungen aufgrund langfristiger Erziehungsmängel“ gebe. Mit Blick auf die angeordnete etwa einjährige Drogentherapie, die der Verurteilte nach seinen Worten auch selber will, geht der Richter von aussichtsreichen Resozialisierungschancen aus. Umgekehrt bestehe aber ohne eine entsprechende Behandlung die große Gefahr eines Rückfalls mit ähnlich gelagerten Straftaten.

Wie ebenfalls berichtet sitzt der Verurteilte derzeit wegen des Überfalls auf seinen langjährigen Drogenlieferanten in der Justizvollzugsanstalt im südbayerischen Niederschönenfeld ein. Nun kommt die noch nicht rechtskräftige Jugendstrafe hinzu, und am Ende wird sich die Therapie anschließen. Bis der junge Mann, der vor wenigen Tagen Vater einer Tochter geworden ist, wieder nach Hause zu seiner Familie kommt, wird also noch viel Wasser den Main hinunterfließen.

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