HAßBERGKREIS

Eigenschutz steht an erster Stelle

Wasserwacht übt Eisrettung       -  Hier ist es nur eine Übung, im Ernstfall wäre die Situation lebensbedrohlich: Mitglieder der Wasserwacht zeigen an einem zugefrorenen See die Rettung eines Menschen, der ins Eis eingebrochen ist.
Hier ist es nur eine Übung, im Ernstfall wäre die Situation lebensbedrohlich: Mitglieder der Wasserwacht zeigen an einem zugefrorenen See die Rettung eines Menschen, der ins Eis eingebrochen ist. Foto: DPA

Wenn die Seen beginnen, zuzufrieren, warnen die zuständigen Behörden oft vor dem Betreten zugefrorener Gewässer. Denn gerade in den ersten Tagen ist das Eis noch nicht dick genug, um das Gewicht eines Menschen zu tragen, selbst wenn es auf den ersten Blick danach aussehen mag. Doch entgegen aller Warnungen kommt es vor, dass sich Menschen dennoch auf einen zugefrorenen See wagen. Mit Dieter Stecher, dem technischen Leiter der Wasserwacht im Landkreis Haßberge, sprach die Heimatzeitung darüber, was Helfer beachten sollten, wenn sie sehen, dass jemand eingebrochen ist.

„Man hat nichts davon, wenn zwei drin liegen“, betont Stecher, wie wichtig der Eigenschutz sei. Zunächst sollte ein Notruf abgesetzt werden. Unter Tel. 112 ist die Rettungsleitstelle zu erreichen, die dann die Einsatzkräfte informiert. „Aber man sollte sich klar machen, dass das dauern kann“, berichtet der Wasserwachtler. So könne es durchaus sinnvoll sein, in der Zwischenzeit selbst zu versuchen, dem Eingebrochenen zu helfen.

„In der Regel bricht man ja nicht in der Mitte ein“, meint Stecher. Denn wenn die Oberfläche zu dünn ist, um das Gewicht eines Menschen zu tragen, kann man selten eine große Strecke auf dem Eis zurücklegen, bevor es unter den Füßen nachgibt. So könne ein Helfer zunächst versuchen, das Opfer vom Ufer aus aus dem Wasser zu ziehen. Am besten kann das funktionieren, wenn in der Umgebung ein Hilfsmittel zu finden ist, beispielsweise Äste oder andere lange Stangen, die man den Menschen im Wasser reichen kann. Sollte es sich aber nicht vermeiden lassen, zur Rettung selbst aufs Eis zu gehen, empfiehlt der technische Leiter der Wasserwacht, das auf keinen Fall ohne Hilfsmittel zu tun. Das könne beispielsweise eine Leiter oder etwas anders sein, auf das man sich legen kann. Retter sollten auf dem Bauch robben und, wenn sie zu mehreren sind, eine Kette bilden. Wichtig ist vor allem, das Gewicht möglichst großflächig zu verteilen, um das eigene Einbrechen zu verhindern. Die Wasserwacht, die in solchen Fällen die professionelle Rettung übernimmt, ist dafür mit Rettungsschlitten ausgerüstet. Unterstützend kann auch die Feuerwehr dazukommen, die ebenfalls über Eisschlitten verfügt. Gelingt es einem Helfer, einen Menschen aus dem Wasser zu holen, so sollte er ihn wärmen und versuchen, einer Unterkühlung entgegenzuwirken, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Wie schlimm die gesundheitlichen Folgen sein können, sei situationsabhängig. „Eine Unterkühlung ist auf jeden Fall lebensbedrohlich“, betont Stecher. „Wenn jemand voll drin war, ist der Rettungsdienst unabdingbar“, erklärt er. „Das ist nix mehr für: Wir nehmen eine warme Decke und gehen heim an den Ofen.“

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