HAßFURT

Ein Konzert von Freunden für Freunde

Heinrich Rossmann (von links, Klavier), Achim Bohlender (Klarinette), Heye Villechner (Schlagzeug, Gesang), Toni Ketterle (Kornett, Gesang, Moderation), Leopold Gmelch (Tuba) und Erwin Gregg (Posaune) von der Jazzband „Heye?s Society“ spielten Jazz aus New Orleans und Chicago.
Heinrich Rossmann (von links, Klavier), Achim Bohlender (Klarinette), Heye Villechner (Schlagzeug, Gesang), Toni Ketterle (Kornett, Gesang, Moderation), Leopold Gmelch (Tuba) und Erwin Gregg (Posaune) von der Jazzband „Heye?s Society“ spielten Jazz aus New Orleans und Chicago. Foto: U. Langer

Unvergesslichen Jazz aus der Zeit zwischen 1900 und 1930 aus New Orleans und Chicago präsentierte die Jazzband „Heye?s Society“ am Sonntagnachmittag beim Kulturamt Haßfurt in der gut besetzten Rathaushalle.

Es war ein „Konzert von Freunden für Freunde“, denn fast alle Besucher waren schon einmal zu Gast gewesen, wenn Heye Villechner entweder mit „Heye?s Society“ oder der „Bavarian Classic Jazzband“ in Haßfurt aufgetreten war. Der in Bayern „notgedrungen eingemeindete Ostfriese“, Gründer und Manager von „Heye?s Society“, ist es auch, der sein Publikum immer so charmant anspricht und mit humorvollen und selbstironischen Ansagen einen liebenswerten Beitrag bei jedem Konzert beisteuert – neben seiner Spielleidenschaft für das Schlagzeug. In den frühen 1960er Jahren hatte er sogar die Beatles persönlich in Hamburg getroffen – zu einer Zeit, als diese noch kein eigenes Repertoire hatten und Jazzstandards spielten. Damals sang Heye Villechner im „Star-Club“ sogar das Lied „Ain?t she sweet“ mit ihnen auf der Bühne. So kam das Auditorium mit genau diesem Song in den Genuss des „fünften Beatles“, wie es der Kornettist Toni Ketterle verkündete.

Das übrige Programm umfasste Stücke von Louis Armstrong, Duke Ellington, Scott Joplin, Hoagy Carmichael, Porter Steel, Benny Moten, Joe King Oliver, Boddy Bolden und vielen anderen. Dabei zeichneten sich Toni Ketterle (Kornett, Gesang, Moderation), Achim Bohlender (Klarinette), Erwin Gregg (Posaune), Tino Rossmann (Klavier, Gesang), Leopold Gmelch (Tuba) und Heye Villechner (Schlagzeug, Gesang) in den Arrangements von Toni Ketterle als hervorragende Interpreten aus. Auch die solistischen Improvisationen ließen aufhorchen.

Toni Ketterle, der dem Publikum immer wieder Hintergrundinformationen verriet, glänzte besonders mit dem „Westend Blues“ – auch wenn er den Versuch, wie Armstrong zu klingen, humorvoll als „Blas-Phemie“ titulierte. Zudem erinnerte er daran, dass der Veranstalter der Armstrong-Konzerte in Deutschland immer darauf gepocht hatte, diese aus Steuergründen als Kunst einzustufen. „Denn damals galt Musik, bei der das Publikum ruhig blieb, als Kunst. Wenn aber Stimmung aufkam, wurde sie als Unterhaltungsmusik eingestuft. Und das war steuerlich betrachtet teuer“, so Toni Ketterle.

Ihre Kreativität bewiesen die Musiker beim „Tiger Rag“, wo sie bekannte Melodien wie die Musik aus „Dr. Schiwago“ oder „La Paloma“ unter den „Oldtime Jazz“ mischten. Als Zugaben folgten „What a wonderful world“ und „Oh when the Saints“, bevor Heye Villechner das Konzert als Abschiedskonzert von „Heye?s Society“ titulierte.

Sein Dank galt Petra Zirkler vom Kulturamt und ihrem Team. „Was sie leistet, ist beeindruckend, das kann man ruhig mal in München zeigen“, sagte er und bat die Zuhörer, ihre Liebe zum alten Jazz an ihre Kinder weiterzugeben.

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