HAßFURT

Ein Markt der Möglichkeiten mitten in der Stadt

Mit seinen Liedern sorgte der Kubaner Guillermo Sanchez Cordero, ein freiwillig Engagierter im MGH, für eine fröhliche Stimmung im Publikum. Foto: Ulrike Langer

Es war eine würdige, aber auch sehr herzliche Veranstaltung: die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Haßfurt, die im Saal des historischen Rathauses am Marktplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zum MGH selbst am frühen Samstagabend begann. Denn so viel Herzblut, wie die Leiterin Gudrun Greger bisher in das generationenübergreifende Projekt gesteckt hat, so viel Herzlichkeit gaben ihr auch die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und Nutzer zurück. Versinnbildlicht wurde die herzliche Arbeit, die im MGH geleistet wird, durch ein Lebkuchenherz, das das ehemalige Patenkind Anne Borst aus Ebern gebacken hatte und jedem der Gäste überreichte.

Dass das MGH den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie den Nutzern ans Herz gewachsen ist, verdeutlichten bei der Feier, die von Claudia Leitzmann vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement moderiert wurde, sehr viele Beiträge. Zum einen gestalteten Corinna Nastoll (Querflöte) und Wolfgang Meusert (Gitarre) den Empfang und zum anderen riss der Chor der Generationen, in dem sich Mitglieder einzelner Gruppen unter der Leitung von Petra Schlosser zusammengefunden hatten, seine Zuhörer mit neuen Texten zu bekannten Liedern regelrecht mit. Die Freude über die vielfältigen Angebote kam zudem auch in einem Film von René Ruprecht zum Ausdruck. Darin erzählten Leiter und Nutzer davon, was ihnen die Arbeit oder die Teilnahme an den Gruppen bedeutet. In einer Talkrunde berichteten Anja Lindner, Diana Gieseggi, Jürgen Gerling, Sose Baghumyan und Christa Lange ebenfalls von der Wärme, Herzlichkeit und Geborgenheit, die sie im MGH gefunden haben.

Glückwünsche zum kleinen Jubiläum gab es von vielen Seiten. So war Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, eigens aus München angereist, weil ihr der Kontakt so wichtig ist. „Das MGH Haßfurt, eines von 90 Häusern in Bayern, ist ein Mehrgenerationenhaus der ersten Stunde“, sagte sie und dankte allen, die sich hier tagtäglich für ein starkes Miteinander der Generationen einsetzen.

Die Laudatio hielt Dr. Detlef Krüger, der das MGH Haßfurt von 2011 bis 2015 als Prozessbegleiter intensiv kennen lernte. „Das MGH Haßfurt ist ein Generationenverbund von Menschen, ein Markt der Möglichkeiten mit seinen vielleicht einhundert Angeboten, mit seinen wöchentlichen Öffnungszeiten von 65 Stunden und täglich rund 300 Nutzern“, so Dr. Krüger. „Das MGH ist ein Leuchtturm mitten in der Stadt und die Liste der Auszeichnungen ist sehr lang“, so der Laudator. Per Film kam der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder zu Wort, der die Förderung der Mehrgenerationenhäuser als „wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ bezeichnete.

Auch für Bürgermeister Günther Werner ist das MGH eine „treibende Kraft des bürgerlichen Engagements in der Stadt und in seiner Arbeit sehr überzeugend. Diese Arbeit könnte unsere Kommune gar nicht leisten.“ Die bisher ehrenamtlich geleisteten 184 405 Stunden im MGH Haßfurt hätten bei Mindestlohn 1,63 Millionen Euro gekostet.

In einer Talkrunde erinnerte Landrat Wilhelm Schneider daran, dass das MGH keine einfache Geburt gehabt habe. Er teilte auch mit, dass es derzeit Diskussionen über die Gründung des Familienzentrums am Landratsamt Haßberge gebe. „Doch wir sollten uns nicht als Konkurrenten, sondern als Ergänzung sehen.“ Dieter Greger, Geschäftsführer des BRK als Träger des MGH Haßfurt, sowie MdB Sabine Dittmar und MdL Steffen Vogel, Justiziar des BRK, hoben ebenfalls die Bedeutung des MGH Haßfurt heraus.

Gudrun Greger wünschte sich am Ende, dass alle kommunalen Entscheidungsträger erkennen, welchen finanziellen Mehrwert sie durch die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser haben. Es war ihr ein persönliches Anliegen, allen zu danken, die sich um das MGH Haßfurt und die Jubiläumsfeier verdient gemacht haben. Die ehrenamtlich Engagierten aber bezeichnete sie als „die Helden des Tages“. Am Ende sorgte der Sänger Guillermo Sanchez Cordero mit seinen Liedern für eine fröhliche Stimmung bei den Gästen.

Das Mehrgenerationenhaus Haßfurt feierte sein zehnjähriges Bestehen im historischen Rathaus in Haßfurt. Aus diesem Anlass hatte das ehemalige Patenkind Anne Borst, die heute als Konditorin in Ebern lebt, Lebkuchenherzen gebacken. Diese überreichte sie allen Gästen, so auch der Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer. Foto: Ulrike Langer

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