Augsfeld

Ein ausgezeichneter Jahrgang

Diese Absolventen waren erfolgreich mit der Ausbildung zur Hauswirtschafterin, zum Landwirtschaftsmeister oder sogar mit dem Bachelor. Im Bild von links: Sebastian Hetterich, Diana Mußbach, Julia Wagner, Kerstin Mantel, Silke Schwarz, Maria Wöber, Victoria Schäfer und Susanne Reichert. Foto: Günther Geiling

"Insgesamt war es ein ausgezeichneter Jahrgang. Aber dieser Jahrgang wird Selbstwertgefühl und Stehvermögen brauchen, denn unsere Bauern stehen im Focus der öffentlichen Kritik." Dies betonte Landwirtschaftsdirektor Herbert Lang bei der Überreichung der Urkunden an Meister und Hauswirtschafterinnen bei der Jahresversammlung des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung.

Der Vorsitzende des Verbandes, Steffen Beiersdorfer, blickte eingangs auf das Jahr 2019 zurück, das unter dem Schlagwort der „Biodiversität“ ausgerufen worden sei. Dann wären die grünen und roten Gebiete auf den Tisch gekommen, die mit der Düngebedarfsplanung eine neue Herausforderung wurden. Auch das Volksbegehren habe Stirnrunzeln verursacht, ebenso wie die Düngeverordnung mit 56 Seiten, die ja nun in Bayern noch eine Änderung erfahren solle. Dazu kamen noch Änderungen bei den Erosionsschutzstreifen an Gewässern.

„Kein Wunder, dass die Landwirte frustriert sind. Über Preise wird schon nicht mehr diskutiert, aber über die ständigen neuen Auflagen.“ So sei man auch auf der Straße aktiv gewesen und stünde in Kontakten mit den Behörden.

Bei seiner Rede zum Bildungsjahrgang 2019 sagte Amtsleiter Herbert Lang, die Absolventen hätten sich aus echter Freude und Überzeugung für diesen Beruf entschieden und würden nun ihre verdiente Urkunde zum erfolgreichen Berufsabschluss „Landwirt“ bekommen. Das Bildungsfundament sei damit gegossen und sie sollten sich die zum Vorbild nehmen, die in diesem Jahr ihren Wirtschafter und Meister gemacht hätten.

Landwirtschaftsdirektor Werner Lang (links) und VfL-Vorsitzender Steffen Beiersdorfer (rechts) bedankten sich bei Referent Udo Pollmer. Foto: Günther Geiling

Auf der anderen Seite stünden die Bauern in der öffentlichen Kritik. In der Bundesrepublik habe man den Klimapakt beschlossen, in Bayern bekomme der Klimaschutz ein gesetzliches Fundament und die EU plane den „green deal“.  „Tierwohl und Insektenschutz waren und sind die Aufreger-Themen. Unsere Landwirtschaft ist und bleibt beliebter Sündenbock der Gesellschaft und ist geächtet statt geachtet. Wir haben Achtung und Respekt im Jahr 2019 schmerzlich vermisst. Diese Missachtung unserer Leistungen war der perfekte Treibstoff für beeindruckende Schlepperdemonstrationen bis nach Bonn und Berlin.“

Zum Vorschein sei dabei aber auch eine längst verlorene Eigenschaft gekommen: Solidarität. „Ohne Solidarität gibt es keine Zukunft, nicht für die Landwirtschaft und nicht für unsere Gesellschaft. Solidarität ist Lebensprinzip des Zusammenlebens und auch der Klimaschutz braucht beide. Bauern und Verbraucher.“

Nach den Worten von Herbert Lang würden im kommenden Jahr viele Weichen für die Agrarwirtschaft neu gestellt werden. Zentrale Themen seien dabei der Klima- und Naturschutz. „Die notwendigen Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz würden die Erträge in der Landwirtschaft um bis zu 18 Prozent einbrechen lassen. Landwirte müssen dafür entschädigt und durch Anreize belohnt werden.“ Protesthaltung schaffe allein noch keine Aufbruchstimmung, aber Bildung ebne den Weg und sei das „Gelbe vom Ei“. „Wer morgen überleben will, muss heute in seine Ausbildung und in seine Weiterbildung investieren. Wer darauf verzichtet, hat schon verloren und fällt als Gesprächspartner aus.“

Anschließend wurden die Absolventen von Prüfungen ausgezeichnet. Die Abschlussprüfung mit landwirtschaftlicher Lehrzeit absolvierten: Lukas Höfler (Stettfeld), Hannes Klement (Theres) und Benedikt Wolf (Bundorf). Die Auszeichnung als Landwirt im Zweitberuf mit Besuch des Bila-Seminars erhielten: Daniel Brunner (Zeil); Dajana Gensichen (Maroldsweisach); Johannes Hofmann (Dampfach); Udo Müller (Sand); Michelle Nusser (Knetzgau) und Andre Scharbert (Sand).

Diese jungen Frauen und Männer absolvierten erfolgreich ihre Ausbildung zum Landwirt. Im Bild zusammen mit Landrat Wilhelm Schneidere und der Bildungsbeauftragten Anne Lutz (von links) sowie Amtsleiter Werner Lang, VfL-Vorsitzenden Steffen Beiersdorfer und Stellvertreterin Marina Eltschka (von rechts). Foto: Günther Geiling

Staatlich geprüfte Wirtschafter für den Landbau dürfen sich nennen: Susanne Reichert (Pfarrweisach) und Silke Schwarz (Ebern). Ihre Prüfung als Landwirtschaftsmeister haben erfolgreich abgelegt: Sebastian Hetterich (Zeil); Susanne Reichert (Pfarrweisach) und Silke Schwarz (Ebern). Als „Hauswirtschafterinnen“ wurden ausgezeichnet: Kerstin Mantel (Buch); Diana Mußbach (Prappach); Julia Wagner (Zeil); Maria Wöber (Haßfurt).

Den besonderen Abschluss des „Bachelor für Ernährungs- und Versorgungsmanagement“ erhielt Viktoria Schäfer aus Üschersdorf. 

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