BURGPREPPACH

Ein geduldiger Humorist geht in Burgpreppach in Ruhestand

Mit Gesang und Flötenspiel verabschiedeten sich die Schüler der Grundschule Burgpreppach von Rektor Alois Brandl. Unser Bild zeigt den dritten und vierten Jahrgang. Foto: Stefanie Brantner

Sie hätten ihn gerne noch länger behalten und vermissen ihn jetzt schon. Nur Plattitüden zum Abschied – nein – bei der Abschiedsfeier von Rektor Alois Brandl hatte man nicht den Eindruck. „Good by Alois – willst du wirklich jetzt schon gehen“, sangen die Kolleginnen Sabine Pascher, Elke Büchner Petra Hohmann, Priscilla Beuchert und Silke Feulner. Die Erinnerungen, an denen sie die Gäste in der Aula teilhaben ließen, sprachen für sich.

Die gute Zusammenarbeit des „Brandl Teams“ wurde anhand der vielen Anekdoten, die sie zu erzählen wussten, deutlich. Vor allem aber, dass sich mit Nele Rützel, Leon Busch, Leonie und Lukas Pohley sogar ehemalige Schüler die Mühe machten und den Zuschauern mit ihrem Vortrag einen Einblick in die „Brandls Pädagogik“ gaben, zeigte, welche Verbundenheit auch mit der Gemeinde und den Burgpreppachern nach 32 Jahren entstanden ist. So lange nämlich ist Brandl Lehrer in Burgpreppach.

Ein besonderer Charakterzug

„Eine Legende geht in den Ruhestand“, war dann auch auf dem Rednerpult zu lesen. Brandls hervorstechendster Charakterzug: offensichtlich der Humor. Es gebe Anlässe, die man eigentlich nicht feiern wolle, so Schulrätin Susanne Vodde. So ginge es ihr nun auch bei diesem Abschied. Nach nunmehr 42 Dienstjahren gehe mit Brandl ein humorvoller Wassermann, ein geduldiger Optimist, in den verdienten Ruhestand. Ein Lehrer, der mit Menschenverstand und Herz gewirkt habe und mit dem die Zusammenarbeit immer gut war. Ausgeprägter Humor sei ein veritables Zeichen für hohe Intelligenz, so Vodde.

Vor allem habe die heitere Gelassenheit, die Brandl zu eigen sei, bestimmt oft geholfen, den Alltag zu meistern. So solle er bleiben, wünschte sie ihm, neben Gesundheit für den Ruhestand.

Diesen Wünschen schloss sich auch Matthias Weinberger vom Personalrat an. Aus Sicht des Personalrats sei Brandl ein unbeschriebenes Blatt. Nie habe es Beschwerden gegeben und offensichtlich sei es ihm immer gelungen, aus dieser kleinen Gemeinschaft eine homogene, liebenswerte Gemeinschaft zu bilden und da bedürfe es schon eines Schulleiters mit besonderen Fähigkeiten.

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Abschied Alois Brandl

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Diese Fähigkeiten sprach auch die Elternsprecherin Katja Merkle an und dankte dem scheidenden Rektor für seine abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung.

Man kann eigentlich eher dankbar sein, dass nicht alle ehemaligen Kollegen, alle Vertreter der Schulbehörden und alle Geistlichen, die der Abschiedsfeier beiwohnten, das Wort erhoben, denn sonst hätte sich die Verabschiedung viele Stunden hingezogen. Die aktuellen Schüler bereiteten dem Rektor, ein formidables Rahmenprogramm mit Gesang und Flötenspiel. Alle Schüler ließen einen Luftballon steigen, und damit einen guten Wunsch für den scheidenden Schulleiter gen Himmel fliegen. Die Band „Back to April“, also Leon Busch, Philipp Langenberg, Daniel Palacios Rausch und Jonas Poller sorgen für Unterhaltung.

„Alles hat seine Zeit“, sangen die Kindergartenkinder und tatsächlich liegen Begrüßung und Abschied manchmal dicht beisammen, wie Pfarrer Michael Thiedmann feststellte. Gerade erst habe Brandl ihn begrüßt und nun müsse er ihn schon verabschieden.

„Eine gute Zeit nach der guten Zeit“, wünschte Bürgermeister Hermann Niediek. Er sei sich sicher, dass Brandl seine Arbeit, schon da er sie so gut gemacht habe, auch gerne gemacht habe. „Du hast doch dein Hobby zum Beruf gemacht“, war sich der Bürgermeister sicher und sprach Brandl seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus.

Diese gute Zusammenarbeit wurde auch von Michael Busch hervorgehoben. Der Vorsitzende des TSV Burgpreppach dankte Brandl dafür, dass er so viele kleine Füchse in den ersten Schuljahren begleitet hat und immer viel Verständnis gezeigt hätte.

Am Ende war es an dem scheidenden Rektor ein paar Worte zu sagen und da wurde selbst jenen, die ihn vielleicht nicht so gut gekannt haben, klar, auf welche Art von Humor hier während der Reden immer angespielt wurde.

Ohne Umschweife erzählte Brandl von seinem mittelmäßigen Abitur, und dem Wunsch, nun ein kurzes Studium zu absolvieren, um nachher einen Beruf zu haben, bei dem man viel Ferien hat. Einzig die Lehramtsanwärterzeit habe ihn an der Richtigkeit seiner Wahl, Lehramt zu studieren, zweifeln lassen. Er habe es aber nie bereut.

Seit 32 Jahren in Burgpreppach

Ebenso wenig wie die Entscheidung, vor 32 Jahren nach Burgpreppach zu gehen. Vier Schulen mit vier Lehrern und nur an einem Schulstandort ein Telefon. Launig berichtete Brandl aus dieser Zeit, einer Zeit, da im Klassenzimmer in Leuzendorf sogar innen der Efeu wuchs. Es werde ihm schwer fallen, sich mit dem neuen Lebensabschnitt zu arrangieren, so Brandl. Er hoffte für sich, dass es ihm in den kommenden 32 Jahren genauso gut gehe, wie in den vergangenen.

Abschließend dankte er allen, die mit ihm zusammengearbeitet haben und wünschte Silke Feulner, die künftig die Schulleiterstelle innehaben wird, dass es ihr hier ebenso gut geht wie ihm all die Jahre.

Eine Ruhebank für den Ruhestand übergab Bürgermeister Hermann Niediek. Es war nur eines der vielen Geschenke, das der sc... Foto: Stefanie Brantner
Mit Nele Rützel, Leon Busch, Leonie und Lukas Pohley hatten sich sogar ehemalige Schüler die Mühe machten und den Zuscha... Foto: Stefanie Brantner

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