SCHWEINSHAUPTEN

Ein weiterer Rettungswagen steht im Haßbergkreis bereit

Bei vielen Einsätzen muss das Rote Kreuz mit mehreren Fahrzeugen anrücken – wie hier in Untersteinbach, als im Februar Kohlenmonoxid aus einem Haus ausgetreten war. Ab sofort steht zur Sicherheit der Bevölkerung im Haßbergkreis ein weiterer Rettungswagen bereit. Foto: Michael WILL/BRK Hassberge

Die rettungsdienstliche Versorgung für die Bevölkerung im Landkreis Haßberge wird ausgebaut: Seit dem 1. August betreibt der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes Haßberge in Schweinshaupten einen zusätzlichen Stellplatz. Dieser ist täglich von 8 bis 20 Uhr besetzt, so dass in dieser Zeit im nordöstlichen Landkreis ein weiterer Rettungswagen zur Verfügung steht, wie BRK-Sprecher Michael Will mitteilt.

Alarmierung über ILS

Bei einem so genannten Stellplatz handelt es sich den Angaben des BRK zufolge nicht um eine rund um die Uhr besetzte Rettungswache; ein Stellplatz ist nur zu bestimmten Zeiten besetzt, für die im Rahmen von Gutachten eine Notwendigkeit ermittelt wurde. Der Stellplatz in Schweinshaupten ist ab sofort von Montag bis Sonntag, jeweils von 8 bis 20 Uhr, besetzt. In dieser Zeit ist dort ein Rettungswagen für die Notfallrettung stationiert. Die Alarmierung und Disposition des Rettungswagens erfolgt, wie in allen anderen Fällen auch, durch die zuständige Integrierte Leitstelle (ILS) Schweinfurt. Alle Notrufe unter 112 laufen dort auf.

Immer zu zweit im Wagen

„Der Rettungswagen ist immer mit zwei Rettungsdienstmitarbeitern besetzt“, erklärt Pressesprecher Will. Für den Stellplatz seien fünf zusätzliche Planstellen geschaffen worden.

In regelmäßigen Abständen erstellt im Auftrag des Innenministeriums das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) der Universität München eine so genannte „Trend- und Strukturanalyse des Rettungsdienstes in Bayern“ (TRUST-Studie), erläutert Will. Darin werde aufgrund der in den Vorjahren erhobenen Daten die Struktur und der Bedarf der Rettungsdienstleistungen überprüft; bei Bedarf werden neue Empfehlungen ausgesprochen, die schließlich die einzelnen Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) umsetzen müssen.

Im Rahmen der jüngsten TRUST-Studie wurden Änderungen für den Rettungsdienstbereich Schweinfurt vorgeschlagen, zu dem auch der Landkreis Haßberge gehört. Unter anderem wurde darin die Errichtung eines des Stellplatzes in Schweinshaupten in der Gemeinde Bundorf genannt. Dadurch sollen Hilfsfristen noch besser eingehalten werden können. Die nächstgelegenen Rettungswachen befinden sich hier in Hofheim, Ebern, Bad Königshofen und Westhausen (Südthüringen).

Europaweite Ausschreibung

Wie die Pressemitteilung weiter ausführt, konnten sich mögliche Betreiber von Leistungen des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes im Rahmen einer Ausschreibung, die europaweit durchgeführt werden musste, für den Stellplatz bewerben. Diese Ausschreibung sei kürzlich zu Ende gegangen, wobei der BRK-Kreisverband Haßberge als bisher alleiniger Betreiber des Rettungsdienstes in den Haßbergen mit seinem Konzept und der Kostenstruktur habe überzeugen können. Der ZRF Schweinfurt habe dem Roten Kreuz deshalb vor wenigen Wochen den Zuschlag erteilt.

Das Rote Kreuz hat kurzfristig ein Gebäude sowie ein angrenzendes Gartengrundstück im Südosten von Schweinshaupten erworben, in dem die Besatzung des Rettungswagens während ihrer Dienstzeit ihr Domizil haben wird.

Vorübergehendes Quartier

Als vorrübergehende Unterstellmöglichkeit für den Rettungswagen wurde mit der Gemeinde Bundorf und Bürgermeister Hubert Endres eine Lösung im Feuerwehrhaus bis Herbst gefunden. Die Planungen sehen vor, dass auf den neu erworbenen Grundstücken neben dem Feuerwehrhaus eine neue Garage gebaut wird.

Der Überblick: Insgesamt betreibt das Bayerische Rote Kreuz im Landkreis Haßberge nunmehr vier Rettungswachen in Haßfurt, Ebern, Eltmann und Hofheim und den Stellplatz in Schweinshaupten. Somit stehen tagsüber fünf Rettungswagen, drei Krankentransportwagen und drei Notarzteinsatzfahrzeuge zur Verfügung.

Im Rettungsdienst arbeiten im Landkreis Haßberge aktuell 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie neun Auszubildende. Pro Jahr absolviert das Rote Kreuz in den Haßbergen fast 17 000 Einsätze.

Der Stellplatz Schweinshaupten wird logistisch und organisatorisch der sieben Kilometer entfernten Rettungswache Hofheim zugeordnet, die von Wachleiter Daniel Schirmer und seinem Stellvertreter Daniel Imhof geführt wird.

Schlagworte

  • Schweinshaupten
  • Haßfurt
  • Alarmierung
  • Daten und Datentechnik
  • Hubert Endres
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Notfallhilfe
  • Notfallmedizin
  • Notrufe
  • Rettungsdienste
  • Rettungsfahrzeuge
  • Rettungswachen
  • Rotes Kreuz
  • Schweinshaupten
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!