EBERN

Eine Vorbildregion für ganz Deutschland

Blickfang: Die „Hohe Wann“ zwischen Haßfurt und Krum innerhalb des Naturparks Haßberge zeigt sich insbesondere im Frühjahr von ihrer schönsten Seite.
Blickfang: Die „Hohe Wann“ zwischen Haßfurt und Krum innerhalb des Naturparks Haßberge zeigt sich insbesondere im Frühjahr von ihrer schönsten Seite. Foto: Claus Haubensack

Diplom-Biologe Otto Elsner aus Rottenstein und Diplom-Biogeographin Birgit Binzenhöfer aus Zeil werden sich als Gebietsbetreuer um Projekte des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Haßberge kümmern. Dabei geht es um die Natura–2000-Gebiete, die europäischen Schutzgebiete im Maintal und die ehemaligen Life-Natur-Projekt-Gebiete zwischen Stettfeld und Wonfurt. Die beiden stellten sich am Dienstag in der Geschäftsstelle des BN Haßberge in Ebern vor und werden bei ihrer Tätigkeit an ihren leuchtend grünen Westen zu erkennen sein. „Wir sind froh, mit diesen beiden Fachleuten qualifizierte Betreuer zu haben, mit denen wir als BN gerne zusammen arbeiten“, sagte BN-Kreisvorsitzender Klaus Mandery.

Ein wichtiger Baustein

„Seit ihrer Etablierung im Jahr 2000 sind Gebietsbetreuer ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Entwicklung der Umwelt in Bayern und damit ein Teil der praktischen Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie“, sagte Klaus Mandery. Otto Elsner erläuterte, dass es nicht überall in Bayern Gebietsbetreuer gebe, die zum großen Teil aus dem Naturschutzfonds finanziert werden. In Unterfranken werden derzeit vier herausragende Gebiete betreut. Dies sind die Agrarlandschaft Mainfranken, die Bayerische Hohe Rhön, der Naturpark Spessart und Trockengebiete aus Muschelkalk. Träger der Gebietsbetreuer ist der Bund Naturschutz. Auch der Landesbund für Vogelschutz und der Landschaftspflegeverband sowie der Landkreis mischen mit.

Der Landkreis Haßberge hätte Gebietsbetreuer sehr nötig, aber bisher war die Finanzierung nicht gesichert. Nun habe sich der Naturschutzfonds entschieden, im Landkreis Haßberge mit dem Maintal Gebietsbetreuer einzusetzen. „Das gilt erst einmal für nunmehr zweieinhalb Jahre mit der Option, dass es dann auch weiter fortgesetzt wird“, sagte Birgit Binzenhöfer. Sie und Elsner haben je eine halbe Stelle. Das sieht Mandery positiv, da man die Kompetenzen der beiden nutzen könne, die aus dem Landkreis Haßberge kommen und dort schon sehr viel gemacht hätten.

Verbesserungen statt Fehlersuche

Bei der praktischen Arbeit könne es auch mit Grundstückseigentümern Probleme geben, sagt Otto Elsner. Allerdings sei man wohl nicht direkt mit Konflikten beschäftigt, meinte er. Diese würden eher mit den Behörden ausgetragen, ergänzte Mandery.

Elsner sagt, dass er und seine Kollegin Binzenhöfer nicht mit der Naturschutzwacht gleich zu setzen sind. Diese hat vor allem die Aufgabe, zu melden, wo etwas schief läuft. Gebietsbetreuer haben eher eine andere Aufgabe: „Wir schauen in unseren Bereichen, wo man etwas besser machen könnte“, sagte Elsner. Klaus Mandery machte deutlich, dass es nicht um die Ausweisung neuer Schutzgebiete gehe. Klar werde in Schutzgebieten gearbeitet, ergänzte Birgit Binzenhöfer. Sie und ihr Kollege würden nur vermittelnd tätig, zwischen Grundeigentümer und der Naturschutzbehörde.

Einsatz für Ackerwildkräuter

Otto Elsner, der die Haßberge viele Jahrzehnte kennt, hat schon einiges im Blick. Er will seinen Schwerpunkt darauf legen, da zu fördern, wo der amtliche Naturschutz nicht dazu kommt. Konkret möchte er sich um die Ackerwildkräuter auf Feldern kümmern. Bei geeigneten Objekten nimmt er Kontakt mit den Nutzern auf, um seine Vorstellungen umsetzen zu können. „Da gibt es für die Nutzer, wenn sie mitmachen, auch Geld“, sagte Elsner.

Birgit Binzenhöfer wird sich auf FFH-Gebiete aus Natura 2000 konzentrieren. Das sind drei Schutzgebiete am Haßbergtrauf zwischen Nassach und Stettfeld. Auch in der Mainaue zwischen Haßfurt und Roßstadt liegen solche Schutzgebiete. „Ich möchte schwerpunktmäßig Arten- und Biotopschutzmaßnahmen machen“, berichtete sie. So könnten in der Mainaue kleinere Seen untereinander angebunden werden, um den Sauerstoffgehalt zum Schutz von Fauna und Flora zu verbessern.

Ein „Monitoring“, also die Überwachung von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen, gehöre auch zu den Aufgaben. Anhand einer Karte verdeutlichten die beiden Gebietsbetreuer ihr Einsatzgebiet mit zwei Schwerpunkten. Ausgenommen sei der Steigerwald, sagte Klaus Mandery, da dort ohnehin schon einiges laufe.

Er freue sich auch auf die Zuarbeit von Elsner und Binzenhöfer im Bereich Ebern, auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes. Anträge des BN in diesem Bereich könnten mit fachlichen Stellungnahmen der Gebietsbetreuer untermauert werden, meinte Mandery. „Wir bilden uns ein, dass in unseren FFH-Gebieten relativ gute Artenausstattung vorhanden ist.“ Der BN Haßberge wolle auch „etwas deutsche Politik machen“ und darstellen, „wie sich in anderen Teilen Deutschlands die Agrarlandschaft mit anderen Strukturen verbessern muss.“

Gemeinsame Aktivitäten

Hier hofft der Kreisvorsitzende auch auf gemeinsame Aktivitäten mit den Gebietsbetreuern. Er sei glücklich, kompetente Leute gefunden zu haben, die im Landkreis seit vielen Jahren verwurzelt sind. Deutlich wurde, dass Otto Elsner als Pflanzenexperte den Schwerpunkt Flora und Vegetation hat und Birgit Binzenhöfer sich eher mit der Tierwelt und Gewässern beschäftigt.

In der BN-Kreisgeschäftsstelle in Ebern stellten sich die Gebietsbetreuer Birgit Binzenhöfer und Otto Elsner (von rechts) vor. Hier sprechen sie mit dem Kreisvorsitzenden Klaus Mandery über ihre Einsatzgebiete.
In der BN-Kreisgeschäftsstelle in Ebern stellten sich die Gebietsbetreuer Birgit Binzenhöfer und Otto Elsner (von rechts) vor. Hier sprechen sie mit dem Kreisvorsitzenden Klaus Mandery über ihre Einsatzgebiete. Foto: Helmut Will
Ackerwildkräuter auf den Feldern sind ein Thema, um das sich Otto Elsner kümmern will.
Ackerwildkräuter auf den Feldern sind ein Thema, um das sich Otto Elsner kümmern will. Foto: Silvia Eidel
 

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