HASSFURT

„Einmal Musical, immer Musical“

(gs) Ausverkauft. Riesiger Beifall zum Abschluss. So gut wie keine Pannen. Schauspieler, Tänzerinnen und Rapper, Sängerinnen und Sänger, Musiker und Techniker, Daumenhalter und Aufmunterer, und Dagmar Keenan – sie alle machten die Premiere des Musicals „Help“ zu einem großen Erfolg.
Fit für „Deutschland sucht den Superstar“: die Solosängerinnen des Musicals.
Fit für „Deutschland sucht den Superstar“: die Solosängerinnen des Musicals. Foto: FOTOS German Schneider

Der Erfolg hat viele Väter sagt man. Bei „Help“, dem dritten Musical in vier Jahren, hieß die „Mutter“ Dagmar Keenan. Wieder Dagmar Keenan. Die Sozialarbeiterin am Schulzentrum steckte eine Menge Herzblut in das Musical, das von Johannes Herold und Sose Baghumyan vom Regiomontanus-Gymnasium und der Hauptschülerin Silke Zoth geschrieben wurde.

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Musical Help

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Dabei hatten sich die Schüler wahrlich kein leichtes Thema ausgesucht. Sie nutzten das Musical, um ihre Finger in Wunden zu legen. In Wunden, die es in der heutigen Zeit an vielen Schulen gibt und die doch gerne verschwiegen werden.

Da ist zum einen das Thema Mobbing, das nicht nur in Büros unter Erwachsenen wie eine ansteckende Krankheit lauert, Mobbing gibt es auch in der Schule. Meist reicht schon aus, etwas anders zu sein, um gerade im pubertären Alter viel einstecken zu müssen. Und warum soll es Homosexualität nicht auch bei Schülern geben?

Die Mutter des Musicals, Dagmar Keenan, stand zwei Stunden unter Hochspannung.
Die Mutter des Musicals, Dagmar Keenan, stand zwei Stunden unter Hochspannung.
In elf Bildern beleuchteten 24 Schauspielerinnen und Schauspieler, 14 Tänzerinnen und Tänzer, elf Sängerinnen und Sänger und die fünfköpfige Musicalband die Probleme des Schülerlebens. Unterstützt wurden die Schüler aus der Albrecht-Dürer-Volksschule, der Realschule und dem Regiomontanus-Gymnasium von der RMG-Bigband. Verknüpft wurden die elf Bilder aus gespielten Szenen, durch Songs, mit Tänzen und Rap-Einlagen, bei denen das Temperament der Jugend zu erkennen war. Nicht zu vergessen das Bühnenbild, das per Beamer auf die große Leinwand geworfen wurde – ein wichtiges Element des Stücks. Sebastian Lang aus dem Regiomontanus-Gymnasium hatte es gestaltet. Ihm gelang gerade damit der große Wurf.

Überhaupt hatten die Schüler viel Verantwortung übernommen. Sose Baghumyan, geboren im Irak, quirlig und temperamentvoll, glänzte nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern hatte auch die Leitung und die Choreografie für die Tänze übernommen. Und Thanh Dung Nguyen managte nicht nur ihre Sängerinnen und Sänger hervorragend, sondern brillierte mit ihrer klaren Stimme.

„Einmal Musical, immer Musical“ – dass dieser Spruch für das Team und den Geist steht, erkennt man daran, dass manch ein Schulabgänger nochmals auf der Bühne stand. Wie Johannes Herold zum Beispiel. Der einstige Abiturient, inzwischen Zivildienstleistender, hat nicht nur am Stück mitgeschrieben, er war auch als Schauspieler und Sänger dabei.

Es war vor allem die Mannschaftsleistung, durch die die jungen Leute beeindruckten. Dass dies auch noch schulübergreifend der Fall war, ist ein weiterer Pluspunkt des Projekts. Im Miteinander für das große Ziel wurden viele Vorurteile abgebaut, die Kommunikation verbessert und das Selbstwertgefühl gestärkt.

Insgesamt 17 Zielpunkte hatte Keenan in ihrer Projektbeschreibung festgelegt. An alle diese Punkte kann nur ein Haken gesetzt werden, alle Punkte können als „erfüllt“ bezeichnet werden. Die Schüler, aus verschiedenen Kulturen und Schichten, haben gelernt, miteinander umzugehen, sind offener geworden. Sie haben gezeigt, dass sie im Team arbeiten und ein gemeinsames Ziel haben können. „Help“ war zwar ein Aufschrei, es zeigte aber auch die Lösung: „Steh auf, wenn Du am Boden liegst.“

Das Publikum – Mitschüler, Eltern, Großeltern, Pädagogen – war begeistert. Genauso wie Landrat Rudolf Handwerker und Bürgermeister Rudi Eck: „So schlecht wie die Jugend geschildert wird, ist sie doch gar nicht. Sie braucht allerdings Aufgaben und Ziele sowie Motivation, die aus der Welt der Erwachsenen kommt.“

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