Landkreis Haßberge

Einschulung: So kommen die Kinder sicher in die Schule

Ab Dienstag sind die neuen Erstklässler nicht nur in der Schule gefordert, sondern auch im Straßenverkehr.  Die Polizei gibt Tipps, damit hier nichts passiert.
Am Dienstag beginnt wieder der Schulalltag für die Kinder und Jugendlichen. Dann geht es nicht nur um das Einmaleins und das Lesen, sondern auch um Sicherheit im Straßenverkehr. Foto: Arne Dedert

Am Dienstag ist es soweit: Im Landkreis Haßberge werden an 16 Schulen laut Schulamt insgesamt 671 ABC-Schützen eingeschult. Die ABC-Schützen sind nicht nur Schulanfänger, sondern auch Verkehrsanfänger. Vor allem in den ersten Schultagen prasseln viele neue Eindrücke auf die Kinder ein. Damit sie den Schulweg sicher zurücklegen können, gibt es einiges, was Eltern und Kind beachten sollten.

"Der kürzeste Weg zur Schule ist nicht gleichzeitig auch die sicherste Strecke", erklärt der Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Haßfurt, Dominique Heim. Die bessere Wahl sei der sicherste Weg – abseits von stark befahrenen Straßen, Brücken oder Baustellen – auch wenn dieser etwas länger dauere. Vorsicht ist auch an kurvigen Stellen, bei Einfahrten und zwischen parkenden Autos am Straßenrand geboten, denn: "Was Erwachsen oft vergessen, ist dass Kinder ganz anders sehen. Sie haben ein eingeschränktes Blickfeld – ähnlich wie bei einem Pferd mit Scheuklappen", erläutert Heim. Auch mit heranfahrenden Autos haben viele ABC-Schützen Probleme. "Zwar hören sie den PKW, können aber noch nicht einordnen woher das Geräusch kommt", fügt Heim hinzu. Zudem können sie die Geschwindigkeit von Fahrzeugen noch nicht einschätzen.

Übung macht den Meister

Damit die Kinder ab Dienstag  sicher an der Grundschule ankommen, sollten Eltern den Weg mehrfach mit dem ABC-Schützen zurücklegen und ihm dabei verschiedene Gefahrenpunkte auf der Strecke erklären. Bei dieser Gelegenheit können sie ihrem Schützling zeigen, an welchen Stellen er am sichersten die Straße überqueren kann. "Am besten geeignet sind Ampeln, Überquerungshilfen und Schülerlotsenübergänge", sagt Tobias Kern, Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Ebern.

"Den Schulweg sollten Mutter und Vater so oft üben, bis der ABC-Schütze sich die Stecke eingeprägt hat. Stetige Wiederholung fördert den Lernerfolg." Besonders wichtig ist laut Kern auch noch, dass die Kinder die Straße gerade überqueren und dabei an den Kontrollblick nach links und rechts denken. Spezielle Gefahrenpunkte, an denen besondere Vorsicht geboten ist, gibt es laut Kern und Heim im Landkreis nicht – unter anderem weil die Schulwege für die ABC-Schützen individuell verlaufen. Trotzdem raten die beiden Verkehrserzieher, dass Eltern ihre Kinder mit den gefährlichsten Stellen auf dem Schulweg vertraut machen. Übrigens: "Zwar ist das Kind auf dem Schulweg versichert, die Aufsichtspflicht unterliegt aber den Eltern", informiert Heim.

Um auf Nummer sicher zu gehen, dass das Kind den Weg zur Schule alleine sicher nachlaufen kann, können die Erziehungsberechtigten einen Rollentausch durchführen. Dabei führt das Kind die Eltern zur Schule und zeigt ihnen die Gefahren auf dem Weg dorthin.

Rechtzeitig aus dem Haus

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die passende Uhrzeit. Verkehrserzieher Kern rät deswegen, dass Eltern dem Kind für den Weg zur Schule genügend Zeit einplanen sollten. "Wenn sich der Schulanfänger zu sehr beeilt und unter Zeitdruck gerät, wird er unvorsichtiger und die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr lässt nach."

Verkehrserzieher Heim nennt als weiteren Tipp die Geh-Gemeinschaft. "Dabei legen Kinder aus dem selben Wohngebiet die Strecke zur Grundschule gemeinsam zurück – und je mehr Personen zusammen unterwegs sind, desto eher werden sie von den Autofahren wahrgenommen", erläutert der Haßfurter Polizist. Auch Kern stimmt zu: "Zusätzlich bietet die Geh-Gemeinschaft den Vorteil, dass oft ältere Kinder dabei sind, an denen sich die ABC-Schützen orientieren können."

Auch die passende Kleidung ist wichtig für die Sichtbarkeit der Schulanfänger, vor allem in den kommenden Wochen, wenn es am Morgen wieder länger dämmert. Damit die kleinen von anderen Verkehrsteilnehmern auf dem Weg zur Schule wahrgenommen werden, helfen reflektierende Kleidung, Aufnäher auf den Klamotten und Reflektoren am Schulranzen. "Gerade für Autofahrer ist es bei schlechter Witterung schwierig, die dunkel gekleidete Kinder zu erkennen", mahnt Heim.

Erwachsene vergessen schnell, dass Kinder allein wegen ihrer Größe oft keinen Überblick über den Straßenverkehr haben.  Foto: Patrick Pleul

Das richtige Ein- und Aussteigen 

Kinder, die den Bus benützen müssen, können vorab mit ihren Eltern die Fahrt vom Wohnort zur Grundschule üben. Wichtig dabei ist vor allem das richtige Ein- und Aussteigen. "Die Kinder sollten sich an Bushaltestellen der Reihe nach aufstellen und dabei nicht drängeln", informiert Heim. Die Elternteile sollten den Kindern zeigen, dass sie nicht direkt vor oder hinter dem Schulbus die Straße überqueren sollen.  Am sichersten ist die Fahrt für das Kind, wenn es weiß, wo es sich im Bus hinsetzen oder festhalten kann. Kern gibt noch einen weiteren Tipp: "Die Kinder nicht viel zu früh zur Bushaltestelle gehen lassen, sonst entsteht Blödsinn, wie eine Rangelei an der Straße – und das wiederum wird schnell gefährlich."

Obwohl es auf den ersten Blick recht sicher erscheint: Eltern sollten wenn möglich das "Elterntaxi" vermeiden. Denn je mehr Verkehr an der Schule herrscht, desto stärker leidet die allgemeine Verkehrssicherheit darunter. Durch den hohen Andrang blockieren sich Autos oder Busse gegenseitig. Verkehrserzieher Heim appelliert: "Die Schule ist kein Drive-In. Die Kinder müssen nicht bis ins Klassenzimmer gefahren werden. Normalerweise ist direkt vor der Grundschule auch kein Parkplatz und es gilt absolutes Halteverbot."

Eltern sind das wichtigste Vorbild

Das wichtigste Vorbild auf dem Weg zur Schule sind die Eltern. "Irgendwann geht das Kind allein zur Schule, bis dahin prägt es sich das Verhalten der Eltern auf dem Weg dorthin ein – und macht dann das,  was die Eltern auch machen", sagt Verkehrserzieher Heim. Generell gilt deswegen: Elternteile sollten sich auf dem Weg zur Schule stets vorbildlich verhalten.

Schlagworte

  • Haßfurt
  • Ebern
  • Johanna Heim
  • Auto
  • Autofahrer
  • Grundschulen
  • Kinder und Jugendliche
  • Omnibusse
  • Polizei
  • Polizeiinspektion Ebern
  • Polizeiinspektion Haßfurt
  • Schulanfänger
  • Straßenverkehr
  • Verkehr
  • Verkehrssicherheit
  • Verkehrsteilnehmer
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!