HASSBERGKREIS

Elektroautos hinken hinterher

Auspuff       -  Nie gab es mehr Kraftfahrzeuge als heute im Kreis Haßberge: 73 059 zum letzten Jahreswechsel, so die Zahlen, die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlicht hat. Der Löwenanteil gehört eindeutig den Autos mit Benzinmotor, gefolgt von Dieselfahrzeugen. Elektro- oder Gasbetriebene Autos fristen demgegenüber noch ein absolutes Schattendasein.
Nie gab es mehr Kraftfahrzeuge als heute im Kreis Haßberge: 73 059 zum letzten Jahreswechsel, so die Zahlen, die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veröffentlicht hat. Der Löwenanteil gehört eindeutig den Autos mit Benzinmotor, gefolgt von Dieselfahrzeugen. Elektro- oder Gasbetriebene Autos fristen demgegenüber noch ein absolutes Schattendasein. Foto: DPA

Nie gab es mehr Kraftfahrzeuge als heute im Kreis Haßberge: Die Aussage basiert auf den Daten, die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für alle Stadt- und Landkreise veröffentlicht hat. Die Gesamtzahl aller Kraftfahrzeuge stieg danach auf 73 059 Kraftfahrzeuge, die das KBA zum Jahresbeginn in seiner Datenbank hatte. Darunter sind 54 986 Pkw. Im Vorjahr hatte die vergleichbare Zahl der Kraftfahrzeuge noch bei 72 051 gelegen, die der Pkw bei 54 364.

Bei den Pkw insgesamt stieg die Zahl der Fahrzeuge damit um 622 oder 1,14 Prozent. Viel oder wenig? Wird der Pkw-Bestand auf je 1000 Einwohner umgerechnet, dann kommen im Kreis Haßberge 653 Pkw auf 1000 Menschen vom Baby bis zum Greis. Oder 1,5 Menschen auf einen Pkw. In der Bundesliga der Pkw-Besitzer reicht das zu Platz 18 unter 402 Stadt- und Landkreisen. Einsamer Spitzenreiter ist Wolfsburg. Da kommen 1148 Pkw auf 1000 Menschen. Ist im Sinne des Wortes eine Autostadt.

„Diesel, Benziner, Gas, Elektro?“ Die Antwort fiel in den letzten Jahren fast überall in der Republik unter dem Strich jedes Jahr gleich aus: Der Diesel stieg in der Gunst der Autokäufer, die noch nichts von Dieselgate wussten. Oder von Blauen Plaketten, die jetzt wieder auf Eis gelegt wurden. Derzeit dürfen sich alle, die einen Benzin-Motor haben, als die schadstoffärmeren Menschen fühlen: Denn alternative Antriebe spielen noch immer keine Rolle, wie ein Blick unter die Motorhauben im Kreis Haßberge zeigt: 59,50 Prozent der Pkw sind Benziner, 38,89 Prozent haben einen Dieselmotor und nur der Rest von rund 1,62 Prozent war zu Jahresanfang mit anderen Motorarten oder Treibstoffen unterwegs.

Der Siegeszug des Diesel begann vor über 25 Jahren mit einer neuen Technik, bekannt unter dem Kürzel TDI: Fiat und Audi spritzten den Diesel ein und aus dem Treckermotor wurde das heutige Durchzugswunder mit allem Fahrkomfort plus optimaler Spritverwertung. Kleiner Pferdefuß: Feinstaub, der mit Partikelfiltern bekämpft werden kann. Und Stickoxide, die zusätzliche Reinigungstechnik erfordern.

Die Elektroautowelle plätschert im Moment auch eher verhalten. Angesichts hoher Haltbarkeit moderner Autos wandelt sich der Bestand ohnehin nur langsam: Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der Benziner im Kreis Haßberge von 33 135 auf 32 714 Pkw gesunken. Das Minus von 421 Fahrzeugen in dieser Gruppe entspricht einer Abnahme von 1,27 Prozent. Bei den Dieseln ist die Zahl von 20 342 auf 21 383 Pkw gewachsen. Das Plus von 1041 Diesel-Pkw entspricht einer Zunahme von 5,12 Prozent.

Der Fahrzeugbestand wird dabei immer schadstoffärmer: Binnen eines Jahres sind im Kreis Haßberge beispielsweise 225 Pkw der alten Euro-1-Norm und weitere 1204 der Euro-2-Norm sowie 708 der Euro-3-Norm aus dem Verkehr gezogen worden. Macht zusammen 2137 Fahrzeuge dieser Schadstoffklassen weniger.

Der Gesamt-Pkw-Bestand wuchs um 622 Pkw, das heißt, alle verschwundenen Altfahrzeuge wurden durch Neu- oder modernere Gebrauchtfahrzeuge ersetzt. Bei den Elektro-Autos ist im Kreis Haßberge der Bestand von 22 auf 36 gewachsen. Das ist ein Zuwachs von 64 Prozent. Das ist aber zu wenig. Denn wenn dies auf die Million angestrebter Elektro-Autos in Deutschland entsprechend der derzeitigen Pkw-Verteilung umgerechnet wird, fehlten am Jahresanfang im Kreis Haßberge noch 1202 E-Mobile. Seit 18. Mai lockt der Staat mit 1500 Euro für Plug-in-Hybride und 2000 Euro für Elektro-Pkw (plus Hersteller-Rabatte), allerdings bis jetzt kaum Käuferinnen und Käufer hinter dem Lenkrad vor. Auf 785 Elektro-Pkw bundesweit ist der Absatz im Juli trotz Prämie eingebrochen.

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