UNTERSCHLEICHACH

Elfjährige wurde erschossen

An der Stelle, an der das Mädchen getötet wurde, haben anteilnehmende Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt.
An der Stelle, an der das Mädchen getötet wurde, haben anteilnehmende Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Foto: Ralf Naumann

Die Bewohner von Unterschleichach sind schockiert und trauern mit der Familie des elfjährigen Mädchens, das in dem Dorf in der Silvesternacht auf tragische Weise ums Leben kam. Vor allem, seit die Kripo bekanntgab, dass das Kind durch eine Schusswaffe getötet wurde, herrscht in dem Oberauracher Gemeindeteil absolute Fassungslosigkeit.

„Wenn ein Böller eine Blechdose zerrissen hätte, dann wäre das ein Unfall mit schrecklichen Folgen gewesen – aber wenn hier einer in der Öffentlichkeit mit einer scharfen Waffe schießt, dann ist das einfach unglaublich“, brachte es eine Unterschleichacherin auf den Punkt. Die Menschen haben am Ort der schrecklichen Tat Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt.

Nachdem die elfjährige Janina durch einen metallischen Gegenstand tödlich am Kopf verletzt worden war, sind die Ermittlungen der Kripo Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bamberg auf Hochtouren angelaufen. Auch Gutachter des Landeskriminalamtes sind mit eingebunden. Die Kripo Schweinfurt hofft weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Wie bereits berichtet, stand die 11-Jährige in der Silvesternacht mit Erwachsenen und anderen Kindern auf der Straße „Am Käppela“. Etwa um 1.00 Uhr hatte dann ein metallischer Gegenstand das Kind am Kopf getroffen. Es brach daraufhin bewusstlos zusammen und der Rettungsdienst brachte das schwerverletzte Kind in ein Krankenhaus. Dort verstarb die Elfjährige in den Morgenstunden.

Die Familie des Mädchens steht nach Polizeiangaben immer noch unter Schock und wird psychologisch betreut. Informationen der Heimatzeitung zufolge stammt die Familie aus Burgebrach (Landkreis Bamberg) und war in Oberaurach zu Besuch.

Bereits am Freitag wurde intensiv an der Aufklärung der Umstände, die zu dem Tod des Mädchens geführt haben, gearbeitet. So erfolgte unter anderem die Obduktion des Leichnams des Mädchens am Nachmittag.

Fest steht mittlerweile, dass es sich bei dem Metallteil, das die tödlichen Verletzungen am Kopf des Kindes verursacht hat, um ein Geschoss aus einer Kleinkaliberwaffe handelt. Das ging unter anderem aus den Ermittlungen der zwei Gutachter des Landeskriminalamtes, die das Projektil untersucht haben, hervor. Der genaue Tathergang ist noch nicht geklärt. Offen ist auch die Frage, ob es sich um einen Unfall oder eine vorsätzliche Tat gehandelt hat, ob gezielt auf das Mädchen oder einfach ziellos herumgeschossen wurde. Was es für eine Kleinkaliberwaffe war, aus dem das Projektil stammte, darauf wollen sich die LKA-Spezialisten nicht festlegen. Auch nicht darauf, ob es sich bei dem Projektil womöglich um einen Querschläger gehandelt haben könnte.

Die Kripo Schweinfurt sucht daher weiterhin dringend nach Zeugen. Wem in der Tatnacht in Unterschleichach etwas Verdächtiges aufgefallen ist oder wer Angaben machen kann, die zur Aufklärung des Sachverhaltes beitragen könnten, wird gebeten, sich unter Tel. 09721/202-1731 mit der Kripo Schweinfurt in Verbindung zu setzen.

Auch am Samstag waren neben den Beamten der Kripo Schweinfurt zahlreiche weitere Polizisten in Unterschleichach im Einsatz. Der Tatort liegt am Ortsrand des Dorfes, in einer Neubausiedlung mit Einfamilienhäusern, nicht besonders eng besiedelt. Sollte der Schütze aus einem der umliegenden Häuser geschossen haben, würden dafür nicht viele in Frage gekommen. Es finden dennoch umfangreiche Nachbarschaftsbefragungen statt. Beamte gingen von Haus zu Haus. Befragt wurden, so berichten Anwohner, insbesondere auch Sportschützen, die eine Kleinkaliberwaffe besitzen. Außerdem werden der Tatort sowie das nähere Umfeld nochmals genauestens nach Spuren abgesucht, teilweise unter Zuhilfenahme von Metalldetektoren. Am Sportheim wurde eine Einsatzzentrale eingerichtet. „Wir sind mit massiven Kräften vor Ort, um den Tatort noch einmal abzusuchen,“ so Pressesprecherin Katrin Thamm vom Polizeipräsidium Unterfranken.

Bei der Jahresauftakt-Veranstaltung des RSV Unterschleichach war das schreckliche Unglück natürlich zentrales Thema. Ein stilles Gedenken galt dem Kind und seinen Eltern. Außerdem wurde der Wunsch ausgesprochen, dass sich der Schuldige melden möge. Da alle davon ausgehen, dass niemand gezielt auf ein Kind schießt, wird den Unterschleichachern inzwischen bewusst, dass eigentlich jeder, der sich in der Silvesternacht im Freien aufhielt, hätte getroffen werden können.

Die Kirchengemeinde trifft sich am heutigen Montag um 18.30 Uhr in der Kapelle in Unterschleichach zum Rosenkranzgebet. „Wir beten für die Seele des getöteten Kindes, um Kraft für die Familie und um Aufklärung des schrecklichen Geschehens“, heißt es in der Einladung. Thomas Sechser, Bürgermeister der Gemeinde Oberaurach, zeigte sich entsetzt: „Das macht einen fassungslos.“ Bürgermeister Thomas Sechser ist zuversichtlich, dass der Täter bald gefunden sein wird.

 
„Am Käppela“ in Unterschleichach wurde das elfjährige Mädchen von der tödlichen Kugel getroffen.
„Am Käppela“ in Unterschleichach wurde das elfjährige Mädchen von der tödlichen Kugel getroffen. Foto: News5
Mit Metalldetektoren wurde die Gegend um den Tatort untersucht.
Mit Metalldetektoren wurde die Gegend um den Tatort untersucht.
Foto der verstorbenen Janina - Maedchen in der Neujahrsnacht erschossen       -  Die elfjährige Janina aus Burgebrach verlor in der Silvesternacht ihr Leben.
Die elfjährige Janina aus Burgebrach verlor in der Silvesternacht ihr Leben. Foto: News5

Rückblick

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Haßfurt
  • Erschießungen
  • Landeskriminalämter
  • Obduktionen
  • Polizeipräsidium Unterfranken
  • Schusswaffen
  • Silvesternacht
  • Staatsanwaltschaft Bamberg
  • Thomas Sechser
  • Tod an Silvester
  • Tragik
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!