Eltmann

Eltmann: Wie der Weltladen der Tafel hilft

Die Tafeln haben aktuell große Probleme, ihre Kunden zu versorgen. Der Weltladen in Eltmann bietet deshalb seine Unterstützung an.
Elisabeth Müller-Förtsch, Geschäftsführerin des Eltmanner Weltladens. Hier können fair gehandelte Lebensmittel eingekauft und der Tafel gespendet werden.
Elisabeth Müller-Förtsch, Geschäftsführerin des Eltmanner Weltladens. Hier können fair gehandelte Lebensmittel eingekauft und der Tafel gespendet werden. Foto: Matthias Lewin

"Ich nehme FairAntwortung ernst!" -  So steht es seit wenigen Tagen auf dem Aktionsschild des Eltmanner Weltladens am Marktplatz. "Gerade jetzt, wenn der Lebensmittelzufluss über die Lebensmittelmärkte wegen Hamsterkäufen ausbleibt, können die Tafeln ihrem Auftrag aktuell nicht nachkommen, Lebensmittel an den berechtigten Personenkreis abzugeben", beschreibt Klaus Förtsch von der Eltmanner Kolpingfamilie, die den Weltladen in Eltmann betreibt, den Hintergrund seiner Idee, diesen für die Tafel so einschneidenden Lieferengpass ein wenig zu entschärfen.

Zehn Prozent Rabatt

Der Weltladen Eltmann stellt eine Sammelbox zur Verfügung, in der Kunden, die die Tafel unterstützen wollen, entsprechende Waren aus dem Weltladen-Sortiment platzieren können. Der Weltladen selbst gewährt zehn Prozent Rabatt auf die Produkte, die im Tafelladen Eltmann benötigt und dorthin geliefert werden. Zur Sicherheit für die Spender, dass auch alles bei der Tafel ankommt und von dort (auf Wunsch) der entsprechende Spendenbeleg ausstellt werden kann, wird eine Liste geführt. "Über den Steuervorteil der Kunden finanziert der Staat diese Aktion dann indirekt mit", so Förtsch, dessen Ehefrau Elisabeth Müller-Förtsch als Geschäftsführerin des Weltladens fungiert.

Auch Geldspenden für die Tafel können über den Weltladen vorgenommen werden. Dieser "Umweg" sei sinnvoll, weil die Tafel Spendengelder nicht für den Einkauf von Lebensmittel einsetzen dürfe. Für die Beträge, die mit dem Vermerk „Lebensmittel für die Tafel“ überwiesen werden, liefert der Weltladen dann benötigte Waren an die Tafel.  

"Es ist toll, dass der Weltladen auch über den Tellerrand in die nähere Umgebung schaut."
Marianne Schmittlutz, Tafel Eltmann

Richtig erleichtert nahm Marianne Schmittlutz von der Eltmanner Tafel die Unterstützung durch den Weltladen auf. Sie hat derzeit große Probleme, ihren "Laden" am Laufen zu halten. Denn es fehlt nicht nur an Frischware für die Kunden, sondern auch die Weiterverarbeitung der Produkte gestaltet sich äußerst schwierig. Die freiwilligen  Helfer, die beim Einräumen, Sortieren und Verkauf mit von der Partie sind, gehören altersbedingt größtenteils zur sogenannten "Risikogruppe" und stehen deshalb gerade nicht zur Verfügung. Und dann gibt es ja noch die Abstandsregel, die in den engen Räumlichkeiten der Tafel kaum beziehungsweise gar nicht einzuhalten ist.

Insofern kommt die Unterstützung durch den Weltladen gerade richtig. "Es ist toll, dass der Weltladen nicht nur den fairen Handel im Blick hat, sondern auch über den Tellerrand in die nähere Umgebung schaut und dabei an die Tafel denkt", schickt Marianne Schmittlutz ein dickes Dankeschön an Klaus Förtsch und das Team vom Weltladen. Mit dem arbeitet die Tafel übrigens schon seit längerem zusammen. "Die Kooperation klappt sehr gut", freut sich die Tafel-Leitung über die gelebte "FairAntwortung" aus der Nachbarschaft.

Haßfurt macht nicht mit

Aktuell werden bei der Tafel in erster Linie Frischware sowie haltbare Lebensmittel benötigt. Vor allem Letzteres ist in der jüngeren Vergangenheit aber zur Seltenheit geworden. Mehl, Konserven, Zucker, Salz - alles Dinge, die in den Supermärkten, von denen die Tafel regelmäßig Waren erhält, derzeit aufgrund von Hamsterkäufen eher rar sind. Wie lange das so sein wird, kann niemand vorhersagen. Auch deshalb läuft die Spendenaktion des Weltladens erst einmal unbefristet.

In Haßfurt wird es so ein Angebot wie in Eltmann allerdings nicht geben. "Ich glaube nicht, dass das viel bringt", sagt Michaela Selig vom Weltladen in der Kreisstadt. Das Sortiment im Weltladen habe ein zu hohes Preisniveau, so dass es als Spende für die Tafel wohl eher nicht infrage komme. 

Wiedereröffnung am Donnerstag

Unterdessen beginnen beide Tafeln in Haßfurt und Eltmann nach der coronabedingten Schließung wieder mit der Lebensmittelausgabe. "Wie üblich versorgen unsere Läden wieder Menschen mit Lebensmitteln, die ihr Leben mit wenig Geld meistern müssen oder in finanzielle Not geraten sind, also in erster Linie Rentner, Alleinerziehende, Arbeitslose und Asylbewerber. Diese Menschen bekommen die Lebensmittel gegen eine Spende von zwei Euro," teilt Ute Ulbrich, Vorsitzende der Haßfurter Tafel, mit.

Dabei gebe es allerdings laut Ulbrich einige Änderungen in Haßfurt und in Eltmann. In Haßfurt werden die Lebensmittel in dieser Woche nur am Donnerstag, 23. April, von 14 Uhr bis 17 Uhr ausgegeben. Das weitere Vorgehen für die nächsten Ausgaben von Lebensmitteln wird den Kunden vor Ort erklärt.

In Eltmann zwingt die oben beschriebene schwierige Raumsituation den Tafelladen, die Ausgabe von Lebensmitteln bis auf weiteres zu ändern. Dort ist eine telefonische Voranmeldung der Kunden unter Tel.: (09522) 15 10 unabdingbar. Die jeweilige Abholzeit wird mit jedem Kunden einzeln vereinbart. Kunden, die ihr Zuhause derzeit nicht verlassen dürfen, bekommen die Pakete an die Haustüre geliefert. Die Abgabe der Lebensmittel erfolgt 14-tägig.

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