ELTMANN

Energiewald eigens für das Heizkraftwerk

Seit einem Jahr ist Forstoberinspektor Christian Bartsch der neue Stadtförster von Eltmann. Am Mittwoch legte er im Stadtrat seinen ersten Tätigkeitsbericht vor. Foto: Weinbeer

Neue Wege wird die Stadt Eltmann gehen, wenn es um die Erzeugung der Hackschnitzel für das städtische Heizkraftwerk geht. Der Stadtrat ging am Mittwoch auf den Vorschlag des neuen Stadtförsters Christian Bartsch ein, sukzessiv Energiewald anzulegen, um den Stadtwald zu schonen.

5000 bis 6000 Kubikmeter Hackschnitzel benötigt das Heizkraftwerk pro Jahr, etwa die Hälfte davon liefert der Stadtwald. Das war bisher kein Problem, im Rahmen von Durchforstungen und Jungpflege fiel genügend Schwachholz an, um die Hackschnitzel herzustellen. „Aber in zehn Jahren spätestens stoßen wir da an unsere Grenzen“, erklärte der Förster. Mittlerweile sei der Wald aber in einem Pflegezustand, dass nicht mehr in diesem Umfang durchforstet werden sollte, so Bartsch, vor allem auch, weil die Brennholznachfrage weiterhin steigt. Der Förster erklärte dem Stadtrat, dass sein erklärtes Ziel sei, dem Wald mehr Zuwachs zu gönnen.

Deshalb schlug er vor, sich mit dem Thema Energiewald auseinanderzusetzen. „Kurz-Umtriebs-Plantagen“ nennt der Fachmann solche „Wälder“. Landwirtschaftliche Flächen werden mit schnell wachsenden Baumarten, meist Pappeln, aufgeforstet, nach acht Jahren kann geerntet werden. Für den Eltmanner Bedarf schlug Bartsch vor, jährlich etwa zwei Hektar anzulegen. Städtische Flächen dafür gebe es, auch sei die Plantage keine Aufforstung im bürokratischen Sinne, der Grund bleibe landwirtschaftliche Fläche und könne später wieder als Wiese oder Acker genutzt werden. Städtische Flächen gebe es ausreichend. Das Thema soll im Herbst im Wald- und Flurausschuss nochmals eingehend behandelt werden, ebenso wie das Thema Wegebau.

„Wir müssten in die Wald- und Flurwege investieren“, mahnte Christian Bartsch an und zeigte einige besonders starke Beschädigungen durch den Starkregen um Pfingsten. „Der Stadt ist dabei ein Schaden von rund 20 000 Euro entstanden, aber es ist natürlich nachvollziehbar, dass die staatlichen Fördermittel in die echten Hochwasserregionen fließen“, sagte Bartsch. Er erläuterte auch den Waldwirtschaftsplan. Ein leichtes Plus wurde erwirtschaftet im ersten Jahr seines Wirkens in Eltmann. Deutlich aufgestockt werden konnten die Fördermittel. So gibt es neue Vertragsnaturschutzprogramme, etwa zur Sicherung von Biotopbäumen, die eine jährliche Förderung von 14 000 Euro in den Haushalt spülen.

Zur Situation nach dem Hangrutsch in Dippach erklärte Bartsch, dass Anfang August nochmals eine Begehung mit allen Fachbehörden stattfindet. Die Obere Naturschutzbehörde habe bereits signalisiert, dass es möglich sei, am Hang einzuschlagen.

Auch neu gepflanzt wurde im Eltmanner Stadtwald, fast 8000 Jungbäume, fast ausschließlich aus dem eigenen Wald. Dabei handelt es sich vorwiegend um Weißtanne. Diese Baumart kommt mit dem Schatten in Buchen- und Eichenwäldern zurecht und soll dafür sorgen, dass der Stadtwald ein Mischwald bleibt und der Laubholzanteil nicht zu groß wird. Vorwiegend auf Trockenstandorten habe er außerdem die seltenen Arten Elsbeere und Speierling pflanzen lassen.

Der Vortrag fand bei den Stadtratsmitgliedern viel Anerkennung. Sie genehmigten auch die Anschaffung von drei Helmfunk-Sets. Aufgrund der starken Verjüngung im Eltmanner Stadtwald taucht nämlich das Problem auf, dass sich die Waldarbeiter nicht mehr sehen. Deshalb sei Funkkontakt aus Sicherheitsgründen nötig.

Keine Anmerkungen gab es zum Entwurf des Landesentwicklungsplans, nachdem dieser in der vergangenen Woche ohnehin schon vom Landtag beschlossen wurde. Den Feststellungsbeschluss fasste der Stadtrat für die aktuelle Änderung des Flächennutzungsplanes für die Stadt Eltmann. Während der öffentlichen Auslegung waren keine Einwände oder Anregungen eingegangen.

Auf die Frage von Alois Hofmann informierte der Bürgermeister darüber, dass die neuen Spielgeräte für den Spielplatz in Roßstadt bestellt sind. 40 000 Euro kostet die Neuausstattung, die Michael Ziegler in zwei Jugendbürgerversammlungen mit der örtlichen Jugend besprochen hat. Gleich nach Lieferung in einigen Wochen würden die Geräte aufgestellt, kündigte der Bürgermeister an.

Die Rücksichtslosigkeit vieler Hundebesitzer sprach Werner Lang an. Nicht nur, dass der Hundekot in den Orts- und Stadtbereichen Schwierigkeiten macht, auch in der Roßstadter Flur schleicht sich eine Entwicklung ein, die für Ärger sorgt: „Da kommen Autos mit Bamberger Kennzeichen, parken auf Flurwegen, die eigentlich für Autos gesperrt sind, lassen zwei oder drei Hunde laufen und fahren weg, ohne sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern“, erzählte Lang. 2. Bürgermeister Hans-Georg Häfner forderte dazu auf, solche Fälle mit Autokennzeichen bei der Stadt zu melden und sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen. „Dann erlassen wir auch gnadenlos Bescheide“, ergänzte Bürgermeister Michael Ziegler. In letzter Zeit hätten einige Hundehalter für ihr Fehlverhalten zahlen müssen. Das sei leider die einzige Handhabe, Appelle im Mitteilungsblatt verhallen ungehört.

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