WONFURT

Erneut Staub bei Nachbarn von Loacker

Nach einigen Wochen vermeintlicher Ruhe sind am Dienstag erneut Vorwürfe gegen den Recyclingbetrieb Loacker in Wonfurt laut geworden. Am Montag dieser Woche sei dort erneut Staub freigesetzt worden, hat die Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Wonfurt“ vermeldet. Der Staub wurde auf Fensterbänken und Auto-Windschutzscheiben in der Nachbarschaft festgestellt. Zum Beweis hat die BI Fotos verschickt, die einen bräunlichen Staub zeigen, der laut BI metallisch glänzt.

Dies sei zehn Monaten nach Bekanntwerden des „Giftstaubskandals“ bei Loacker ein „unerträglicher Zustand“, meint Peter Werner von der BI. Die Behörden müssten endlich einschreiten und – wie gesetzlich vorgeschrieben – den Betrieb nach Störfällen stilllegen, „zum Schutz der Bürger“, fordert Werner.

Stefan Tempel, ein Nachbar von Loacker, bestätigt den Staubniederschlag am Montag. Zudem habe er und weitere Mitarbeiter seines Betriebs am Dienstagmorgen einen starken Geruch von verschmortem Kunststoff festgestellt. Die BI deutet dies als Hinweise auf heiß gelaufene Schredder bei Loacker. Tempel hat nach eigenen Angaben Loacker und das Landratsamt Haßberge über die Vorfälle informiert.

Bei Loacker ist zu erfahren, dass dem Unternehmen von aktuellen Störfällen im Wonfurter Betrieb nichts bekannt ist. „Die Produktion läuft in dieser Woche genauso wie in der vergangenen Woche“, sagt Gerhard Nettinger, Deutschlandverantwortlicher von Loacker. „Unsere Mitarbeiter haben auch nichts gerochen.“ Staub auf Fensterbänken seien „nichts Ungewöhnliches in einem Industriegebiet“ und müssten nicht von Loacker herrühren. Der Loacker-Verantwortliche verweist auf Erdbewegungen in den vergangenen Tagen auf der Baustelle eines Radwegs in der Nähe. Der Staub könne von dort stammen, mutmaßt er.

Ein Mitarbeiter des Landratsamts Haßberge hat sich am Dienstag bei Loacker umgesehen, ebenso ein Vertreter der Wasserschutzpolizei Schweinfurt, die im Staubskandal gegen Loacker ermittelt. Aus Sicht des Landratsamtes, so teilt Pressesprecherin Monika Göhr mit, könne der aufgetretene Staub kaum aus der aktuellen Schrottverarbeitung bei Loacker stammen. Eventuell seien abfahrende Lastwagen dafür verantwortlich. Erste vollständige Ergebnisse aus den ständigen Staubmessungen rund um das Betriebsgelände würden für diesen Mittwoch erwartet und sollen dann auf der Webseite des Landratsamtes (www.hassberge.de) veröffentlicht werden.

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