HAßFURT

Flammende Rede bei der Abschlussfeier der Haßfurter Mittelschule

Lauter Einser-Absolventen der Albrecht-Dürer-Mittelschule Haßfurt: Mit Preisen des Elternbeirats, der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge und von Uponor wurden die besten Abschlüsse und die Spitzenleistungen in den verschiedenen Fachbereichen gewürdigt.
Lauter Einser-Absolventen der Albrecht-Dürer-Mittelschule Haßfurt: Mit Preisen des Elternbeirats, der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge und von Uponor wurden die besten Abschlüsse und die Spitzenleistungen in den verschiedenen Fachbereichen gewürdigt. Foto: Sabine Weinbeer

Die Freude über „viele wirklich sehr gute Abschlüsse“ und das Jahresthema „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“ prägten die Abschlussfeier der Albrecht-Dürer-Mittelschule Haßfurt, die am Donnerstag 70 junge Menschen ins Leben entließ. Vier verschiedene Abschlüsse haben sie in der Tasche, die unterschiedlichsten Wege stehen ihnen damit offen, wie die Redner betonten.

Als solide Basis bezeichnete Haßfurts Bürgermeister Günther Werner die Abschlusszeugnisse. Die Noten darin beschrieben jedoch nur die schulischen Leistungen. Für ein gelingendes Leben zählten aber auch Charakter und Persönlichkeit und gerade auch diesen Aspekten widme die Albrecht-Dürer-Mittelschule ein großes Augenmerk. Das Engagement als Schule ohne Rassismus verdiene höchste Anerkennung, betonte der Bürgermeister.

Dass sich die Schülerinnen und Schüler in dieses Projekt so aktiv einbrachten, darüber freute sich auch Rektor Matthias Weinberger. Kinder und Jugendliche aus vielen Nationen kämen täglich in die Haßfurter Schule und praktizierten ein freundschaftliches Miteinander mit viel Offenheit und Hilfsbereitschaft. Große Pakete mit vielen guten Wünschen der Lehrkräfte hatte er dabei.

Herzlich gratulierte für den Elternbeirat und den Förderverein der Schule Holger Helas. Er ermutigte die Absolventen, sich ihr Element zu suchen, in dem sie ihre ureigensten Begabungen entfalten können, denn „wer nur seine Schwächen stärkt, kann maximal Mittelmaß werden, wer aber seine Stärken stärkt, kann Außergewöhnliches erreichen“.

Gute Wünsche hatte auch Studienrätin Claudia Grunwald. Sie hielt es mit Karl Valentin, für den jedes Ding drei Seiten habe: eine gute, eine schlechte und eine komische. „Geben Sie der letzten in Ihrem Leben mehr Raum“, war ihr Rat an die Absolventinnen und Absolventen, die sich ihrerseits bei den Lehrkräften, den Eltern den Schulsozialarbeiterinnen bedankten, bevor sie ihre Abschlusszeugnisse erhielten. Von 25 M-Schülern schafften 24 die Mittlere Reife, 34 der Regelschüler traten zum Quali an und 20 nahmen am Donnerstag den Qualifizierenden Hauptschulabschluss entgegen. Den theorientlasteten Mittelschulabschluss steuert die Praxis-Klasse an und zwölf der 13 Schüler schafften ihn auch.

Beruf oder weiter auf die Schule

Die meisten Absolventen gehen nun in eine Berufsausbildung, manche auch an eine Berufsfachschule, weiterführende Schulen oder sogar in die Einführungsklasse des Gymnasiums. Diesen Weg schlägt Nuran Al Khder ein. Sie hielt bei der Abschlussfeier – eine Deutschlandfahne um die Schultern gelegt – eine flammende Rede für die Aktion „Schule ohne Rassismus“ und bedankte sich für die Offenheit, mit der sie und andere aus anderen Herkunftsländern an der Schule aufgenommen wurden.

Im Gespräch mit dieser Redaktion berichtete sie, dass sie mit ihren Eltern und vier Geschwistern im Juli 2015 nach Deutschland kam. Sie besuchte die Schule in Obertheres, „aber ich musste erst mal die Sprache lernen. Als ich dann besser Deutsch konnte, wurden auch die anderen Fächer interessanter“, erinnert sie sich. Als Gastschülerin am Gymnasium merkte sie, dass sie ihr Deutsch noch weiter verbessern muss, um den theoretischen Fächern folgen zu können. So besuchte sie die M-Klasse der Mittelschule Haßfurt und hält jetzt einen guten mittleren Bildungsabschluss in Händen, mit dem sie für die Eingangsklasse des Gymnasiums zugelassen wurde. Sie ist fest entschlossen, sich durchzubeißen, denn die 17-Jährige will unbedingt Ärztin werden. Sie will dazu beitragen, dass die Menschen in der Welt offen aufeinander zu gehen. „Wir hatten in Syrien nur Angst. Rassismus, Ausgrenzung und religiöser Fanatismus haben dazu geführt, dass wir unsere Heimat verlassen mussten. Sorgen Sie dafür, dass so etwas in Europa nicht passieren kann“, war ihr Appell auf der Bühne der Abschlussfeier. Sie zeigte sich dankbar, dass sie hier im Landkreis und an der Schule auf so viele Menschen traf, die auf sie zugingen und sie unterstützten.

Preise für die Jahrgangsbesten

Preise gab es für die Besten in den verschiedenen Klassen. Die Preise des Elternbeirats für die besten Noten im Abschluss gingen an Maxim Gorohovschi (M-Klasse), Manuel Weinbeer 9b und Quassem Anes (P-Klasse). Die besten Wirtschaftsleistungen belohnte die Sparkasse mit Preisen für Moritz Oehrl (M-Klasse, Manuel Weinbeer (9b) und Selina Zapf (P-Klasse). Das BRK zeichnete die ausscheidenden Schulsanitäter aus, außerdem die besten Abschlüsse im Fachbereich Soziales. Jeweils eine Eins hatten hier Paulina Manietta (M-Klasse) und Gashi Anisa (9b). In Technik waren Samira Dziedzic (M-Klase) und Marcel-Groß (9b) die Einser-Absolventen.

Vier Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland machte Nuran Al Khdr aus Syrien an der Albrecht-Dürer-Mittelschule ihren Mittleren Abschluss.
Vier Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland machte Nuran Al Khdr aus Syrien an der Albrecht-Dürer-Mittelschule ihren Mittleren Abschluss. Foto: Sabine Weinbeer

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