HASSFURT

Flotter Dreier

Drei sind einer zu viel: Spannend, gespickt mit schwarzem Humor, komisch und tragisch zugleich ist das Stück, das die Theaterwerkstatt Haßfurt unter der Regie von Nina Lorenz inszeniert hat. Unser Bild zeigt (von links) Stephan Bach, Ursula Gumbsch und Benjamin Bochmann.FOTO: Ulrike Langer
Drei sind einer zu viel: Spannend, gespickt mit schwarzem Humor, komisch und tragisch zugleich ist das Stück, das die Theaterwerkstatt Haßfurt unter der Regie von Nina Lorenz inszeniert hat. Unser Bild zeigt (von links) Stephan Bach, Ursula Gumbsch und Benjamin Bochmann.FOTO: Ulrike Langer

Mit einer raffinierten Regie und beachtenswerten schauspielerischen Leistungen hat die Theaterwerkstatt Haßfurt in Kooperation mit dem „Theater im Gärtnerviertel“ Bamberg die Tragikomödie „Dreier“ von Jens Roselt im Gewölbekeller der Stadthalle in Haßfurt auf die Bühne gebracht. Das Premierenpublikum war von den Leistungen der Schauspieler Benjamin Bochmann, Ursula Gumbsch und Stephan Bach sowie der Regisseurin Nina Lorenz rundum begeistert.

Schon der Titel verrät, dass es um eine Dreiecksgeschichte geht. Es ist ein Drama um die starken Gefühle Liebe, Eifersucht und Rache. Um Gefühle, die wachsen, denen aber zunächst nicht erlaubt wird, sich frei zu entfalten. Um Gefühle, die sich aber letztendlich doch ihre Bahn brechen, mit martialischer Gewalt.

Harmlos beginnt die Geschichte um eine Frau, die ihren Mann mit dessen besten Freund betrügt. Auf der Bühne steht nur ein Bett, auf dem sich die Liebenden austoben und mal miteinander, mal aneinander vorbei reden. Ihre wahren Gefühle wagen sie nicht auszusprechen; stattdessen scherzen sie.

Sie fordert ihn auf, doch auch einmal Amok zu laufen. So wie der Mann, den ihr Ehemann als Staatsanwalt gerade angeklagt hat. Er sagt: „Dann werde ich dich töten“, sie lacht darüber. Wortschnipsel, leicht dahingeworfen. Doch mit tödlichem Ausgang.

Während die beiden um das eigentliche Thema, die Liebe, herumreden, steht plötzlich der Ehemann vor der Tür. Sie entscheidet sich, keinen Komödienstadel zu veranstalten und verschwindet unter dem Bett. Der Ehemann betritt die Bühne und der Liebhaber erklärt ihm, dass seine Frau unter dem Bett liegt. Doch der Ehemann weigert sich, den Tatsachen ins Auge zu sehen und redet lieber über seinen aktuellen Fall, den Amoklauf eines Mannes, der seine ganze Familie umgebracht hat, aber zum Schluss keine Kugel mehr für sich selbst in der Pistole hatte.

Die Dialoge plätschern scheinbar dahin, die Szenen wechseln: mal liegt die Ehefrau unter dem Bett, mal der Ehemann, mal verlässt sie den Raum, mal geht er hinaus. Das zynische und ironische Spiel zu dritt, die bewussten oder unbewussten Missverständnisse in der Verständigung nehmen zu. Bis der Ehemann dem Liebhaber unter die Nase reibt, die Liebesaffäre zusammen mit seiner Frau geplant und sich köstlich amüsiert zu haben. Auch wenn die Ehefrau, die von diesem „Geständnis“ nichts mitbekommt und ihrem Liebhaber ehrlich ihre Liebe gesteht: Die Komödie ist zu Ende, die Tragik nimmt ihren Lauf.

Die Zuschauer werden gut eine Stunde lang auf die Folter gespannt. Das Warten auf das vorhersehbare (?) Ende lohnt sich, denn bis dahin gibt es viel zu lachen und sehr gute Schauspieler zu sehen. Benjamin Bochmann überzeugt als zunächst eher gelangweilter Liebhaber und unbekümmerter Intrigant, in dem aber die Gefühle unterschwellig brodeln und schließlich ausbrechen. Ursula Gumbsch spielt herrlich die toughe und oberflächliche Ehefrau und Geliebte, während Stephan Bach als gehörnter Ehemann zur Hochform aufläuft. Seine Bühnenpräsenz, seine Artikulation und vor allem seine Mimik bringen Leben in den „flotten Dreier“.

Der Applaus am Schluss galt nicht nur den hervorragenden Akteuren auf der Bühne für die vortreffliche Gratwanderung zwischen komödiantischem und tragischem Schauspiel, sondern auch der Regisseurin für die beeindruckende Inszenierung.

Karten für die nächste Aufführung am Mittwoch, 29. April, gibt es unter Tel. (0 95 21) 17 18.

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