FRIESENHAUSEN

Friesenhausen: Im hohen Alter noch spritzig und mitreißend

Mit seinem Jubiläumskonzert begeisterte der Posaunenchor Friesenhausen unter der Leitung von Matthias Wolf die Gäste, die zum Zuhören und Mitfeiern gekommen waren. Foto: Gudrun Klopf

90 Jahre alt und noch immer spritzig und herzerfrischend. Welch ein Vergnügen, dem Jubiläumskonzert des Posaunenchors Friesenhausen zu lauschen. Ob Jazz, Dixie oder Tango, ob Choral, Intrade oder Hymnus – die Bläser begeisterten das Publikum in der voll besetzten Kirche St. Georg mit einem breiten musikalischen Repertoire. Andreas Schäfer bereicherte das Konzert mit virtuos gespielten Orgelwerken.

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Jubiläumskonzert

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Pfarrerin Melanie von Truchseß führte unterhaltsam durch das Programm. Sie verglich die Posaunenchorarbeit mit einem Staffellauf. Fast jeder Bläser im Chor habe ein eigenes Kind oder auch mehrere eigene Kinder motiviert, ein Instrument zu lernen und im Posaunenchor mitzuspielen. „Alle älteren und erfahrenen Bläser haben mit Geduld die Jungbläser angeleitet, ertragen, mitgetragen.“ So sei der Posaunenchor mit 90 Jahren dennoch sehr jung geblieben. Ihr besonderer Dank galt Dirigent Matthias Wolf, der den Chor seit 20 Jahren mit Engelsgeduld führe und motiviere.

Hermann Wolf nutzte die Gelegenheit, den Stab an seinen Enkel Yannick zu übergeben. 70 Jahre war der 85-Jährige im Posaunenchor aktiv. Zunächst spielte er Trompete, später Tenorhorn, zuletzt die Tuba. Für ihn galt stets das Motto „Gott loben ist unser Amt“.

Der Name Wolf ist untrennbar mit dem Posaunenchor verbunden. Hermann Wolfs Vater Gottlieb war 1929 Gründungsmitglied. Sein Bruder Wilhelm leitete die Bläser fast 40 Jahre. Sohn Matthias ist seit 20 Jahren Chorleiter. „Wenn Not am Mann ist, helfe ich gerne aus“, versichert Hermann Wolf.

Tiefe Stimmen beeindrucken

Eine swingende „Intrade in Jazz“ stimmte auf das Konzert ein. Ihr folgte ein feuriger „Tango afferrado“, eine rhythmische Bearbeitung des Chorals „Von Gott will ich nicht lassen“. Stimmungsvoll, mal fröhlich, mal getragen, erklang der von Jens Uhlenhoff vertonte Vers aus dem Römerbrief „Seid fröhlich in Hoffnung“. Mit Friedrich Silchers „Herr Gott, dich loben wir“, beeindruckten die tiefen Stimmen mit ihrem Können.

Melanie von Truchseß freute sich, mit Andreas Schäfer aus Berlin einen gebürtigen Aidhäuser an der Orgel begrüßen zu können. Er sei langjähriger Schüler des Kirchenmusikers Hans Schott gewesen. Die Orgeln in der Kirchengemeinde seien Schäfer von vielen Gottesdiensten bestens bekannt; er hole aus jeder das Beste heraus.

Die Friesenhäuser Orgel jedenfalls brachte Schäfer wunderbar zum Klingen, sei es mit der Toccata in C von Bach, dem bekannten Marsch „Pomp and Circumstance“ von Edgar Elgar oder der Latin-Partita von Thomas Riegler.

Er habe keine Sorge, dass es in zehn Jahren den 100. Geburtstag zu feiern gibt, sagt Jürgen Koch. Der Leiter des Bezirksposaunenchores überbrachte die Glückwünsche des Landesverbandes evangelischer Posaunenchöre. Matthias Wolf engagiere sich nicht nur als Chorleiter in Friesenhausen, er spiele auch im kleinen Bezirksposaunenchor mit.

Kochs Dank galt auch Melanie von Truchseß. Sie passe als Pfarrerin zum Friesenhäuser Posaunenchor wie die Faust aufs Auge. Die „Wölfe“, zur Zeit acht Bläser aus den Familien Wolf, müssten aufpassen, dass die „Truchseßen“ sie nicht überholen, scherzte Koch. Immerhin blasen bereits vier Mitglieder aus der Pfarrersfamilie mit. Abwechselnd dirigierten Jürgen Koch und Matthias Wolf die Bläser oder reihten sich mit ihren Trompeten im Chor ein.

Animation für das Publikum

Verdienten Applaus gab es für das anspruchsvolle Stück „Rise and Shine“ von Christian Sprenger. Die Bläser meisterten die große Herausforderung hervorragend und freuten sich mit den Zuhörern über das gute Gelingen des Stückes. Bestens unterhalten, fiel es dem Publikum leicht, dem musikalischen Rat „Don't worry, be happy“ zu folgen. Zum Mitsingen forderten Posaunenchor und Orgel bei Dieter Wendels Stück „Friede mit Euch“ auf.

Natürlich wurde nach dem Schlussstück „Amen“ eine Zugabe gefordert. Nach dem schwedischen Lied „Morgon och Afton“ ging es nach draußen zum Feiern, wo allerlei Leckereien auf die Gäste warteten.

Der Posaunenchor Friesenhausen ist ein Mehrgenerationenprojekt: Hermann Wolf (Mitte) gab nach 70 Jahren seine Tuba an Enkel Yannick (rechts) weiter. Sein Sohn Matthias Wolf (links) dirigiert den Posaunenchor seit 20 Jahren. Foto: Gudrun Klopf

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