ELTMANN

Fröhliche Feier in den buntesten Farben

Typische philippinische Gerichte oder Zutaten für die Küche gab es bei der Feier an mehreren Verkaufsständen zu erwerben.
Typische philippinische Gerichte oder Zutaten für die Küche gab es bei der Feier an mehreren Verkaufsständen zu erwerben. Foto: Günther Geiling

Die Filipinos haben Spaß am Feiern. Das konnte man am Wochenende wieder in Eltmann erleben, wo philippinische Mitbürger aus der Umgebung mit einem festlichen Gottesdienst, der historischen Prozession durch die Stadt und mit einem ausgelassenen Gesellschaftsabend ihr „Santa-Cruz-Fest“ feierten. Viele deutsche Bürger nahmen dabei die Gelegenheit wahr, die Philippinen dabei von einer ganz besonderen Seite zu erleben.

Fröhliche Feste gehören zum Leben der „Filipinos“ dazu und sind Teil ihrer Kultur. Neben einer stattlichen Anzahl von offiziellen Feiertagen werden im eigenen Land zahllose Feste, Umzüge und Prozessionen veranstaltet. Wenn dieses Völkchen zusammen kommt, dann wird meist gesungen, getanzt, gegessen, aber auch gebetet. Die Philippinen sind nämlich das einzige asiatische Land, in dem die Mehrheit der Menschen Christen sind. Über 80 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, neun Prozent gehören anderen christlichen Kirchen an, fünf Prozent sind Muslime und drei Prozent Buddhisten.

Eine festliche philippinische Gottesdienstfeier stand deswegen auch in Eltmann im Mittelpunkt der „Fiesta“. Der Gottesdienst wurde von der Band „Königskinder“ aus Untersteinbach sowie einer Solistin aus Erlangen musikalisch umrahmt. Dazu konnten die Organisatorinnen Gäste aus Erlangen, Nürnberg, Schweinfurt, Bamberg, Würzburg, Ansbach, Aschaffenburg und der näheren Umgebung begrüßen.

Wallfahrtspfarrer Otmar Pottler aus Limbach stellte seine Festpredigt unter das Motto „Christ in You – our Hope of Glory“, einem Wort aus dem Kolosserbrief des hl. Paulus. Das bedeutete „Christus ist unter Euch – er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit“. Pottler gestaltete seine Rede immer wieder mit lateinischen und englischen Worten aus. Dabei erinnerte er daran, dass der Taifun Yolanda den Philippinen viel Leid zugefügt habe. Darauf seien aber auch viel Solidarität und Güte gefolgt. Menschen bauten nicht nur Häuser, sondern auch das Leben wieder auf.

In diesem Jahr fand der „51. International Euchristic Congress“ auf den Philippinen in der Stadt Cebu statt, erklärte Pottler. Cebu sei mit über zwei Millionen Menschen die zweitgrößte Stadt der Philippinen – eine moderne Stadt mit glänzenden Hochhäusern, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Internationale Einkaufszentren bieten laut Pottler dort Luxusgüter aus aller Welt an. Aber unmittelbar daneben sehe man den Kontrast in den Elendshütten mit vielen Armen und Straßenkindern. 150 Kardinäle und Bischöfe nahmen an dem Kongress teil, wie Pottler erklärte. Der Abgesandte der Deutschen Bischofskonferenz war der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann, der nach seiner Rückkunft zum Ausdruck gebracht, dass der Congress stark in den gesamten asiatischen Raum und in die Welt hinein wirke mit der Erfahrung der bleibenden Nähe Jesu und der Kraft, dem anderen zum Nächsten zu werden.

„Corpus Christi“ und „Santa Cruz“ – Eucharistie und Kreuz – seien die entscheidenden Glaubensgeheimnisse. Mit dem „Santa-Cruz-Fest“ stelle man die Bedeutung des Kreuzes heraus, an dem das Heil der Welt liegt. In den Liedern, Gebeten oder Fürbitten, die die Filipinos in Englisch oder in ihrer Heimatsprache „Tagalog“ vorbrachten, war ihre besondere Verbundenheit und Verwurzelung mit ihrem Glauben zu spüren.

Nach dem Gottesdienst folgte die große historische Prozession durch die Altstadt von Eltmann. Viele deutsche Mitbürger säumten dabei den Marktplatz und die Straßen. Viele Kinder und Frauen waren daran beteiligt. Die bunte Prozession führten Mädchen an, die als Engel gekleidet waren. Ihnen folgte die mit Kerzen und Blumen geschmückte Marienstatue. Dahinter sah man eine Reihe von „Reynas“ (Königinnen) mit festlichen und farbigen Kleidern, teilweise unter Blumenbögen oder geschmückten Schirmen. Höhepunkt am Ende der Prozession war die Hauptkönigin, die so genannte Reyna Elena (St. Helena), die von Prinz Constantin begleitet wurde. Diese Tradition erinnert an das Auffinden des Kreuzes durch die Kaiserin Helena, die der Legende nach im Jahre 326 nach Christus nach Jerusalem gepilgert sein soll, um das Kreuz Christi zu suchen.

Nach der Prozession ging es in die festliche geschmückte Stadthalle, wo die „Fiesta“ mit Tänzen, Musik, Gedichten und Spielen gefeiert wurde. Zur Stärkung gab es philippinische Speisen wie Reis- oder Bratnudeln, Frühlingsrollen oder die Süßspeise „Hola-Hola“. Höhepunkt war die Krönung der neuen Reyna Elena, die im nächsten Jahr die Prozession begleiten wird. Die deutschen Mitbürger, die der Einladung gefolgt waren, konnten sich an diesem Abend von der Lebensfreude dieses Inselvolkes hier in ihrer neuen Heimat mitreißen lassen. Ziel der Filipinos ist es, hier ihre Kultur zu bewahren und sie an ihre Kinder weiter zu geben.

Die diesjährige „Königin Reyna Elena“ und ihr Sohn Constantin bei der Prozession.
Die diesjährige „Königin Reyna Elena“ und ihr Sohn Constantin bei der Prozession. Foto: Günther Geiling
Philippinisches Flair gab es beim Santa-Cruz-Fest am Samstag mitten auf dem Marktplatz in Eltmann.
Philippinisches Flair gab es beim Santa-Cruz-Fest am Samstag mitten auf dem Marktplatz in Eltmann. Foto: Geiling
Als kleine Engel führten die Kinder den historischen Zug an.
Als kleine Engel führten die Kinder den historischen Zug an. Foto: Günther Geiling
Pfarrer Otmar Pottler führte mit den philippinischen Frauen die Prozession an, bei der auch die Mutter Gottes mitgeführt wurde.
Pfarrer Otmar Pottler führte mit den philippinischen Frauen die Prozession an, bei der auch die Mutter Gottes mitgeführt wurde. Foto: Günther Geiling
Viele Philippinen, aber auch deutsche Mitbürger, nahmen am Samstag im Rahmen des Santa-Cruz-Festes an dem besonderen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche in Eltmann teil.
Viele Philippinen, aber auch deutsche Mitbürger, nahmen am Samstag im Rahmen des Santa-Cruz-Festes an dem besonderen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche in Eltmann teil. Foto: Günther Geiling

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