Bundorf

Für alle Beteiligten ein Gewinn

Der Kindergarten Bundorf gehört zu der Initiative "Mensch inklusive". Bei der Urkundenübergabe (von links): Bürgermeister Hubert Endres, Mensch inklusive Teilnehmerin Theresa Dietz, Projektleiter Peter Pratsch, Inklusionsbegleiter Matthias Pfuhlmann, Kindergartenleiterin Daniela Mücke, Erzieherin Katrin Koch und Landrat Wilhelm Schneider.  Foto: Stefanie Brantner

Seit fünf Jahren gibt es die Initiative "Mensch inklusive", der Lebenshilfe Schweinfurt. Seit Ende des vergangenen Jahres gehört auch der Kindergarten in Bundorf zu den Einrichtungen, die sich hier einbringen.

Kindergartenleiterin Daniela Mücke freute sich, als sie am Mittwoch dafür das Siegel "Menschen inklusive" von Inklusionsbegleiter Matthias Pfuhlmann und Projektleiter Peter Pratsch in Empfang nehmen konnte. Ein Termin, den auch Landrat Wilhelm Schneider und Bundorfs Bürgermeister Hubert Endres begleiteten, denn schließlich ist der Haßbergkreis bereits seit dem ersten Tag Kooperationspartner.

Hilfe für Betroffene

Arbeit ist für Menschen nicht nur eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Wer arbeitet, lernt Neues kennen, entwickelt sich weiter, erfährt Anerkennung. Das ist für Menschen mit und ohne Behinderung wichtig, um sich wohlzufühlen. Allerdings fällt es Menschen mit Behinderung schwerer als Menschen ohne Handicap, im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Hier kommt "Mensch inklusive" ins Spiel. Die Initiative hilft den Betroffenen, Arbeit in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts zu finden. Arbeitgebern vermittelt die Initiative der Lebenshilfe Schweinfurt hoch motivierte Mitarbeiter, die ausgezeichnet zum Unternehmen passen.

Im Fall des Kindergartens in Bundorf handelt es sich um Theresa Dietz. Natürlich könnte die Bundorferin auch in der Werkstatt der Lebenshilfe in Augsfeld arbeiten – aber es sei ihr Wunsch gewesen im Kindergarten arbeiten zu dürfen, erzählt Projektleiter Pratsch. Ein Praktikum in einem Kindergarten bestärkte diesen Wunsch noch. Dass die junge Bundorferin nun aber im Heimatort eine Anstellung gefunden hat sei natürlich ein Gewinn für alle Beteiligten, so Inklusionsbegleiter Pfuhlmann. Schon, da keine Fahrkosten entstehen. Außerdem sei es natürlich besonders gut für die Menschen mit Handicap, wenn sie in ihrem gewohnten, sozialen Umfeld eine Anstellung finden.

Arbeitgeber profitiert auch

Aber natürlich profitiert auch der Arbeitgeber, wie Erzieherin Katrin Koch und Kindergartenleiterin Daniela Mücke übereinstimmend berichten. Die neue Arbeitskollegin hilft in der Kinderkrippengruppe mit. Sie spielt mit den Kleinen, räumt auf, deckt den Frühstückstisch und vieles mehr. Die Kinder mögen sie und ihr Handicap spielt für die Kleinen auch überhaupt keine Rolle. Hilfreich für alle Beteiligten ist aber sicherlich auch, dass der Arbeitnehmer formal bei einer Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Schweinfurt angestellt bleibt. "Mensch inklusive" begleitet potenzielle Arbeitgeber und Arbeitnehmer vom ersten Kennenlernen bis hin zum Arbeitseinsatz dauerhaft. Die Initiative unterstützt darüber hinaus in allen relevanten Fragestellungen und bei der Einarbeitung des Mitarbeiters mit Behinderung.

Viele Gemeinden, Unternehmen und Betriebe in der Region unterstützen "Mensch inklusive" bereits, konnte Pratsch berichten. Darüber hinaus haben verschiedene Partner mit der Lebenshilfe Schweinfurt Kooperationsvereinbarungen unterschrieben. Die Kooperationspartner setzen sich dafür ein, dass mehr Menschen mit Behinderung Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten, werben für "Mensch inklusive" und beschäftigen zum Teil selbst Menschen mit Behinderung. Zu den Kooperationspartnern gehören neben dem Haßbergkreis auch der Landkreis und die Stadt Schweinfurt, der Landkreis Rhön - Grabfeld und Bad Kissingen.

Erste Kurs beginnt im Frühjahr

Inzwischen können seit diesem Jahr, dank dem Zusammenschluss von 15 Werkstattträgern auch Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden. Im Frühjahr beginne der erste Kurs und hier werde Dietz auf jeden Fall dabei sein, so dass sie nach einem Jahr Qualifizierung den Titel Assistentin in der Kindertagesstätte trägt, so Pratsch. Damit einher gehe sicherlich, dass die junge Frau für die Einrichtung noch eine deutlichere Entlastung des Personals darstellen wird, sind sich der Inklusionsbegleiter und der Initiator des Projekts sicher.

Ein Erfolg ist die Initiative "Mensch inklusive" allemal. Egal, ob es ein Arbeitsplatz in einem Supermarkt oder einem Friseursalon, in einer Druckerei oder Verwaltung, in einer Gärtnerei oder im Straßenbau ist. Bei "Mensch inklusive" stehen die Wünsche und Fähigkeiten eines Bewerbers im Mittelpunkt. Derzeit (Stand Januar 2019) arbeiten im Rahmen von "Mensch inklusive" in den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt 65 Menschen mit Behinderung in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts und das könne man wahrlich als Erfolg des Projekts verbuchen, betonen Pratsch und Pfuhlmann.

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