HOFHEIM

Geburtstag: Großer Tag für den Mann mit der Mundharmonika

Bürgermeister Wolfgang Borst (rechts) überbrachte dem Jubilar Werner Grosch Glückwünsche.
Bürgermeister Wolfgang Borst (rechts) überbrachte dem Jubilar Werner Grosch Glückwünsche. Foto: Werner Mock

Am Montag war ein besonderer Tag für den über die Grenzen der Stadt Hofheim hinaus bekannten „Mann mit der Mundharmonika“. Werner Grosch feierte in Hofheim seinen 90. Geburtstag. Am 18. März 1929 wurde er in Neustadt bei Coburg als viertes von sechs Kindern geboren.

Schon als kleiner Bub lernte Grosch das Musizieren mit der Mundharmonika. Kein Weihnachts- oder Schulfest fand statt, an dem nicht Werner Grosch mit seiner Mundharmonika spielte. Doch Grosch wurde älter, der Zweite Weltkrieg begann und die geliebte Mundharmonika geriet in Vergessenheit.

Mit vierzehn Jahren begann seine Lehrzeit als Buchdrucker, die kurz vor seinem 16. Lebensjahr durch den Einzug zur Wehrmacht unterbrochen wurde. Grosch geriet schließlich in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Durch einen glücklichen Umstand gelang ihm die Flucht. Zu Fuß schlug er sich – nachts unterwegs, dabei Ortschaften und Straßen ausweichend – von den Alliierten unbemerkt bis nach Hause durch. Verängstigt, ausgehungert, die Füße wundgelaufen und total erschöpft kam er dort bei seiner erleichterten Mutter an, deren ältester Sohn bereits gefallen war.

Familienglück mit Käthe

Nach guter Pflege durch die Mutter konnte Werner Grosch seine Lehre wieder aufnehmen, die er 1946 als gelernter Buchdrucker abschloss. Auch sportlich war er sehr aktiv, spielte Handball, war Fußballer und Mitglied des Schützenvereins in Neustadt.

Im Oktober 1950 heiratete er seine Käthe, geborene Heymann, und vier Jahre später freute sich das Paar über die Geburt von Tochter Angelika. Nachdem das Ehepaar in den verdienten Ruhestand eingetreten war, beschlossen beide im Jahr 2005 in die Nähe ihrer Tochter, des Schwiegersohnes und der zwei Enkeltöchter zu ziehen. So fanden die Groschs in Hofheim ihre neue Heimat.

Im Jahr 2010 war es den Eheleuten noch vergönnt, ihre Diamantene Hochzeit zu feiern. Vier Monate später verstarb Käthe überraschend an einer schweren Krankheit. Werner Grosch kümmert sich seitdem mit Unterstützung um seinen Haushalt und geht nahezu täglich zum Mittagstisch in das Altenservicezentrum St. Martin. Nach wie vor liest er die Tageszeitung und hat Sudoko als neue Herausforderung entdeckt. „Wenn man damit angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören. Das macht einen richtig süchtig“, sagt Grosch.

Und auch das Mundharmonikaspielen entdeckte Werner Grosch wieder für sich. „Ich wollte noch irgendwie gebraucht werden, Freude bereiten und so habe ich mir selbst, nach dem Tod meiner Frau, mit über 80 Jahren richtig das Spielen auf der Mundharmonika angeeignet“, sagt Grosch. Inzwischen spielt der Jubilar öfters im Altenservicezentrum bei Geburtstagsfeiern oder bei den Seniorenfeiern im vollbesetzten Saal im Haus des Gastes. Die Zuhörer singen aus vollem Herzen mit und Applaus ist für Grosch der schönste Lohn.

Freude an den Urenkeln

Trotz altersbedingter körperlicher Beeinträchtigungen ist das Geburtstagskind noch sehr interessiert und aufgeschlossen. Gerne ist er mit Tochter und Schwiegersohn unterwegs. Sie unterstützen ihn täglich und er erfreut sich an seinen beiden Enkelinnen und den drei Urenkeln.

Zum Geburtstag gratulierten neben der Familie auch Bürgermeister Wolfgang Borst und stellvertretender Landrat Oskar Ebert. (wem)

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