UNTERSCHLEICHACH

Gespenstische Ruhe in Unterschleichach

Versiegelt: Die Tür, hinter der Janinas mutmaßlicher Todesschütze wohnte.
Versiegelt: Die Tür, hinter der Janinas mutmaßlicher Todesschütze wohnte. Foto: Christian Licha

Gespenstische Ruhe herrscht in dem kleinen Dörfchen Unterschleichach. Autos fahren wie üblich durch den Steigerwaldort, aber auf der Straße sieht man kaum jemanden. Nahe des Tatortes steht das Haus des mutmaßlichen Täters, der zwischenzeitlich zugegeben hat, vorsätzlich geschossen zu haben. An der Stelle, an der die elfjährige Janina getötet wurde, stehen frische Blumen. Nachbarn schauen aus den Fenstern, um das Treiben der Presseteams zu beobachten. Aber schnell sind die Anwohner wieder hinter dem Vorhang verschwunden. Keiner will was dazu sagen, weil der Täter aus der Dorfgemeinschaft kommt.

Vor der örtlichen Bank sagt eine ältere Dame, dass ihr nicht nur das Opfer, sondern auch der Täter leid tut. Im Laden hat die Verkäuferin für den Täter gar kein Verständnis. Ein Großteil der Bevölkerung könne sein Handeln nicht im Ansatz verstehen. „Ich habe selber Kinder und ich kann total mitfühlen, wie es den Angehörigen geht.“ Sie wolle sich nicht vorstellen was wäre, wenn einem ihrer Kinder so etwas passieren würde, fuhr die junge Frau fort.

Ein Kunde sagt pragmatisch: „Wenn der Justizangestellte die Tat begannen hat, dann wird er verurteilt. Damit ist die Sache für mich erledigt.“ Oberaurachs Bürgermeister Thomas Sechser erklärt, er sei sehr froh, dass der Tatverdächtige gefasst ist. „Die Stimmung im Dorf ist aber zweigeteilt. Auf der einen Seite ist es so, dass eine Erleichterung vorhanden ist. Aber auf der anderen Seite ist es schockierend, dass der Tatverdächtige selber aus dem 400-Seelen-Dorf kommt.“ Zu der Familie, bei der Janina zu Besuch war, hat das Gemeindeoberhaupt einen guten Kontakt. Die junge Mutter und Gastgeberin ist extrem erleichtert nach dem Fahndungserfolg. Sie hatte sich große Vorwürfe gemacht, dass das Mädchen vor ihrem Haus sterben musste.

Jetzt liegt es am Gericht, Recht zu sprechen. Aber kein Urteil schenkt dem Kind das Leben wieder. Unterschleichach wird noch lange betroffen sein von dieser Silvesternacht.

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