BAD NEUSTADT

Gleiche Chancen in ganz Bayern

Im Hintergrund reifen die Garten-Äpfel, im Vordergrund politische Reden oder juristische Argumentationsketten: Gerald Pittner, Listenkandidat der Freien Wähler auf Platz eins und von Beruf Richter am Amtsgericht Bad Neustadt, verbringt gerne Zeit in seinem Herschfelder Garten-Idyll.
Im Hintergrund reifen die Garten-Äpfel, im Vordergrund politische Reden oder juristische Argumentationsketten: Gerald Pittner, Listenkandidat der Freien Wähler auf Platz eins und von Beruf Richter am Amtsgericht Bad Neustadt, verbringt gerne Zeit in seinem Herschfelder Garten-Idyll. Foto: Gerhard Fischer

Ein viel beschäftigter Mann ist Gerald Pittner schon lange. Doch in diesen Wochen geht es richtig rund: Am Morgen Pressetermin für die Tageszeitung, später ein Video-Interview, am Abend Auftritt in Zeil. Und am Wochenende geht es Schlag auf Schlag mit Wahlkampf im ganzen Bezirk. Als Listenkandidat auf Platz 1 der Freien Wähler Unterfranken stehen die Chancen durchaus gut für den Herschfelder, ins Maximilianeum einzuziehen.

Krönung der politischen Laufbahn

Es wäre die Krönung einer politischen Laufbahn, die 2007 begann, als Pittner Mitglied der Freien Wähler wurde und ein Jahr später in den Stadtrat von Bad Neustadt gewählt wurde. „An Politik bin ich interessiert seit ich 16 bin“, datiert der Richter am Bad Neustädter Amtsgericht seine politische Leidenschaft aber viel weiter zurück. Einige Semester Politik gehören also zu Pittners akademischer Laufbahn, die aber doch in der Juristerei mündete.

„An meiner ersten Dienststele Traunstein hatte ich viel mit Grenzdelikten zu tun“, erzählt Pittner auf der Garten-Terrasse, einem Lieblingsort des Landtagskandidaten. Sicherheitspolitik ist deshalb ein wichtiger Punkt in seinem Wahlkampf. „Die Schaffung der Grenzpolizei ist eine unsägliche Maßnahme, weil sie einfach mit Personal der Dienststellen geschaffen wurde. Und der Sinn einer berittenen Polizeistaffel erschließt sich mir auch nicht“, wettert Pittner.

Gerichte stärken

Als Jurist weiß er, wie überlastet vor allem die ersten Instanzen an den Amts- und Landgerichten sind. Die müssten gestärkt werden, damit Urteile schneller gefällt werden können. Bausback habe zwar schon einiges erreicht, aber es gebe noch einiges zu tun, auch bei der Digitalisierung.

Die ist überhaupt ein großes Thema des Kommunalpolitikers. „Wir brauchen Glasfaser in jedem Haushalt und nicht Kreuze in jeder Behörde“, findet Pittner eine griffige Formulierung. LTE nur in Ballungszentren sei nicht der richtige Weg gewesen, mit dem neuen Mobilfunk-Standard sieht es nicht besser aus.

Demografische Entwicklung macht Sorge

Auch ihm macht die demografische Entwicklung Sorgen. Er will nicht, dass junge Menschen kaum Berufschancen auf dem Land haben und gezwungen werden, in die Ballungsräume zu ziehen. In einer alternden Gesellschaft werde das auf dem Land zu Herausforderungen führen, sagt Pittner voraus.

Es müsse mehr getan werden, Menschen die Vorzüge des Lebens auf dem Land deutlich zu machen. Mit seinen Parteifreunden teilt er die Meinung, dass es zu einer Gebührenfreiheit für Kindergärten kommen müsse. „Wichtig ist aber, dass die pädagogische Qualität stimmt schon in den Kitas, aber das kostet eben Geld“.

„Hier wie in vielen Bereichen müssen wir neue Finanzierungskonzepte finden, das gilt ja auch für die Straßenausbaubeiträge“, sagt Pittner. Bei den Straßenausbaubeiträgen habe viel Ungleichheit bestanden, die sei abgeschafft. Um Finanzierungen zu stemmen, müssten auch die Kommunen mehr zusammenarbeiten. Das funktioniere schon gut in Rhön-Grabfeld, wo zum Beispiel kleinere Kommunen in der IT-Versorgung unterstützt werden.

Keine Politik der Schlagworte

Und natürlich gehört auch die wohnortnahe ärztliche Versorgung auf dem Land zu seiner landespolitischen Agenda, ebenso wie eine Verbesserung der Pflegesituation.

„Politik könne man nicht mit Schlagworten gestalten“, kritisiert der Herschfelder Landtagskandidat die Anbiederung der CSU an die AfD. „Da wählen die Leute gleich das original statt nur den Abklatsch“, warnt Pittner. Er ist froh, dass auf lokaler Ebene die Ideologie nicht im Vordergrund stehe.

Viel zu tun also für Gerald Pittner, der mit 58 den zweiten Anlauf auf das Maximilianeum nimmt. Kraft dafür tankt der Mann einer Hebamme bei seinen Hobbys. Das sind Motorradtouren, Kochen und Camping-Reisen. Seit über 20 Jahren geht es mit Freunden zu Pfingsten nach Auer bei Bozen in Südtirol. Geselligkeit und der Kontakt mit anderen Menschen sind Pittner wichtig.

Steckbrief:

Name: Gerald Pittner Alter: 58

Wohnort: Herschfeld

In der Partei engagiert seit: Seit 2007 Mitglied der Freien Wähler.

Ausbildung/beruflicher Werdegang: 1979 Abitur in Bad Neustadt; Jura-Studium ab 1980; Erstes Staatsexamen 1986; Referendarzeit am Amtsgericht, Landgericht, bei der Staatsanwaltschaft Augsburg, der Stadt Augsburg, der Regierung von Oberbayern sowie beim German Trade Office in Taipeh; das Zweite Staatsexamen legte er 1989 ab, bevor er im selben Jahr Staatsanwalt in Traunstein und danach in Chemnitz war.

Richter am Amtsgericht Bad Neustadt und Bad Kissingen (1990-1993); Vormundschaftsrichter und Strafrichter am Amtsgericht Bad Neustadt (1993-1998); seit 1998 Vormundschaftsrichter, Zivilrichter, Strafrichter, Schöffenrichter und Familienrichter am Amtsgericht Bad Neustadt.

Familienstand: verheiratet, eine Tochter.

Soziale Medien: Facebook: www.facebook.com

www.geraldpittner.de

Ehrenämter: Stadtrat Bad Neustadt, Kreisrat Rhön-Grabfeld; Vorsitzender der Freien Wähler Rhön-Grabfeld seit 2011; seit 2014 stellvertretender Vorsitzender der Freien Wähler Unterfranken.

Hobbys/Interessen: Motorradfahren, Reisen, gutes Essen.

Schwerpunkte der politischen Arbeit: Sicherheitspolitik, Gesundheitspolitik, Digitalisierung, Stärkung des ländlichen Raumes.

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