GOßMANNSDORF

Goßmannsdorf: Wie ein Rollentausch für Heiterkeit sorgt

Hauptdarsteller Herbert Jung alias Heinz Schmoller bestaunt eine Designer-Unterhose seiner Tochter Betty alias Verena Mühlschlegel. Foto: Martin Schweiger

Mit dem Theaterstück „Das bisschen Haushalt...“ ist am Freitag die Theatergruppe des TSV Goßmannsdorf erfolgreich in die Theatersaison gestartet.

Im voll besetzten Sportheim war erstmals auch Landrat Wilhelm Schneider mit Gattin anwesend, der – ebenso wie Bürgermeister Wolfgang Borst – von Regisseur und Hauptdarsteller Herbert Jung während der Vorstellung mit einem Schluck Hochprozentigem begrüßt wurde.

Mit dem Stück von Autorin Beate Irmisch traf das TSV-Ensemble wieder einmal den Geschmack des Publikums, das viele Freudentränen vergoss und sich am Ende mit anhaltendem Applaus für dreieinhalb abwechslungsreiche Stunden bedankte.

Die Frau übernimmt den Laden

Die Schreinerei von Heinz Schmoller alias Herbert Jung läuft nicht gut. Er wünscht sich, einmal in die Rolle der Hausfrau zu schlüpfen. „Dann kann ich mich mal 14 Tag ausgeruh“, denkt er, denn „das bisschen Haushalt“ mache sich ja alleine. Seine Frau Maria – alias Stefanie Rohe – erfüllt ihm den Wunsch. Sie übernimmt die Rolle des Schreinereibesitzers, während ihr Mann Kochen, Waschen und Bügeln übernimmt – mit ungeahnten Folgen.

Denn unter der Ägide der Frau blüht die Firma auf, während der Haushalt im Chaos versinkt: die Kleider der verzogenen Tochter Betty – brillant gespielt von Verena Mühlschlegel – gehen in der Waschmaschine ein oder verbrennen unter dem Bügeleisen. Toasts verwandelt der Möchtegern-Hausmann in Briketts und das Geschirr verschwindet ungespült im Schrank.

Erst die defekte Bandsäge beendet das Rollenspiel und die Leidenszeit des ungeschickten Hausmanns. Er ist plötzlich wieder in seinem Metier, schafft es als einziger, die Säge zu reparieren und beendet damit den Rollentausch.

Die Geschichte ist gespickt mit Nebenschauplätzen, wie der Rolle der verwöhnten Tochter Betty (alias Verena Mühlschlegel), für die eine Welt zusammenbricht, als sie einen Friseurtermin verpasst oder sie bemerkt, dass ihr Pulli beim Waschen eingelaufen ist.

Perfekte Besetzung

Auf den Leib geschrieben sind die Rollen von Opa Viktor (Michael Hömer) und Oma Else (Mechthild Schätzlein), die schon einmal ungewollt ihre Gebisse verwechseln und ihre Scharmützel wortgewandt austragen. So empfiehlt Viktor, Else solle statt zum Yoga lieber zum Drachenfliegen gehen, was besser zu ihr passen würde. Im Gegenzug unterstellt ihm Else mangelnde Manneskraft: „Dei Kompass steht a nix mehr auf Nord, sondern auf Süd“, bescheinigt sie ihm.

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Die Schreinerei hat er zwar schon seit langem an seinen Sohn Heinz übergeben. Ganz getrennt hat sich Opa Viktor jedoch noch nicht. So erscheint er schon mal in langen Unterhosen im Büro, „ohne Zähn, halb nackert“, wie ihm Oma Else vorwirft. Vom Vorhaben seines Sohnes, ein Bestattungsunternehmen aufzumachen, hält er nichts: „vom Schreinermester zum Kadavermester? Nur über mei Leich“, schimpft er.

Das geht nur mit ruhiger Hand

Währenddessen staunt Schreinereibesitzer Heinz über den 50-Euro-Tanga seiner Tochter: „den frisst a Mottn in ener Nacht“, ist er sich sicher. Beim Bügeln muss er sich als „Ein-Mann-Brettspieler“ verspotten lassen. Mit dem Einkaufen hat er?s ebenfalls nicht so. Daher empfiehlt er, statt dem fehlenden Klopapier Luftschlangen zu nehmen. „Du brauchst aber dafür eine ruhige Hand“, gibt er als Empfehlung mit.

In weiteren Rollen spielten Jonas Jung, Aurelie Emrich und Florian Schweinfest. Ruth Müller fungierte als Souffleuse. Wer wissen will, was der Unterschied zwischen einer Hausfrau und einer Jungfrau ist, und was einen deutschen von einem englischen Rentner unterscheidet, kann dies in einer der weiteren Vorstellungen erfahren.

Die Termine sind: 10. und 11. Januar um 19 Uhr, 12. Januar um 17 Uhr, 17. und 18. Januar um 19 Uhr und 19. Januar um 17 Uhr. Restkarten können an der Abendkasse erworben werden.

 

Mechthild Schätzlein und Michael Hömer brillierten in ihren Rollen als Oma und Opa bei der Theaterpremiere des TSV Goßmannsdorf am Freitag. Foto: Martin Schweiger

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