Guten Morgen: Bedingt abwehrbereit...

Es klingt erschreckend, was der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels berichtet: Bei der Bundeswehr liegt vieles im Argen. Ausrüstung und Material sind in einem schlechten Zustand. Vor allem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird dafür nun von vielen Seiten angegriffen. Sie habe es in den letzten Jahren nicht geschafft, die Probleme zu lösen.

Doch liegt die Schuld wirklich bei der Ministerin? Es mag sein, dass Ursula von der Leyen falsche Entscheidungen getroffen hat, doch das Hauptproblem dürfte an einer anderen Stelle liegen: Für die Verteidigung wird in Deutschland schon lange zu wenig Geld ausgegeben. Auch ein fähiger Politiker kann mit zu geringen Mitteln in seinem Ressort höchstens an Notlösungen basteln.

Es ist schon paradox: Jedes mal, wenn der neue Verteidigungsbericht veröffentlicht wird, kommen erhebliche Mängel zum Vorschein. Satiriker witzeln dann über Flugzeuge, die nicht fliegen und über Gewehre, die nicht schießen. Aber auf die Idee, dass bessere Ausrüstung auch Geld kosten würde, scheint keiner zu kommen. Ganz im Gegenteil. Der Gedanke scheint oft eher zu sein: „Warum sollen wir in diese Gurkentruppe auch noch Geld reinpumpen?“ Dass das Gurkentruppen-Image vor allem daher kommt, dass das Geld fehlt, ist ein Schluss, auf den keiner kommt.

Zugegeben: Zum schlechten Image der Truppe haben auch Skandale um das Fehlverhalten von Soldaten einen erheblichen Beitrag geleistet.

Eigentlich sollte eine Armee für ein Land das sein, was die Rettungsboote für ein Schiff sind: Etwas, das man für den Notfall bereithalten sollte, von dem man aber froh sein kann, wenn man es niemals braucht. Leider fehlt oft das Verständnis dafür, warum dieses Rettungsboot „in Schuss gehalten“ werden muss. Wir sind doch eine friedliche Demokratie, „umzingelt von Freunden“, da fragt sich mancher, wozu wir eine Armee brauchen. Wer mehr Geld und mehr Anerkennung für die Truppe fordert, gerät schnell in den Verdacht, ein Militarist zu sein, der „Krieg spielen“ will. Umgekehrt fühlen sich viele Soldaten von der Gesellschaft unverstanden und im Stich gelassen.

Nötig wäre ein Umdenken. Ein gewisses Misstrauen und Vorsicht im Umgang mit dem Thema Militär sind gerade aus der deutschen Geschichte durchaus verständlich. Aber die Menschen, die unser Land und unsere Werte im Zweifelsfall verteidigen müssen, dürfen wir deswegen nicht im Regen stehenlassen.

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