HAßFURT

Guten Morgen!: DUHeuchler

Deutsche Umwelthilfe. Das klingt nett, Umweltschutz ist ja eine feine Sache. Der Name hat was von Naturschutz, Gemeinnutz, also etwas wirklich Gutem. Was aber viele nicht wissen: Die Deutsche Umwelthilfe fungiert in großem Maße unter anderem als zugelassener Abmahnverein und bekommt auch Geld aus den USA und Japan.

Das heißt: Die DUH beschäftigt hauptberufliche Rechercheure, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als in irgendwelchen Veröffentlichungen nach Fehlern von Firmen zu suchen. Großen Firmen, kleinen Firmen, Handwerkern. Wenn ein Möbelhändler beispielsweise eine Küche ausstellt und auf der Infotafel der Hinweis auf den Energieverbrauch der Geräte in zu kleiner Schrift dargestellt ist, kommt ein Fax mit dem Kopf der DUH und einer Zahlungsaufforderung von knapp über 200 Euro. Verbunden mit einer Unterlassungserklärung, die der DUH in jedem Wiederholungsfall von der betroffenen Firma weitere 5001 Euro in die Kasse spült.

Das bedeutet inzwischen jährliche Einnahmen in Millionenhöhe (im Budgetjahr 2015 bereits 2,5 Mio). Wird nicht gezahlt, folgt der Gang vor Gericht und dann wird es für die abgemahnte Firma schnell noch teurer, denn das Vergehen, wie schwer auch immer, liegt ja definitiv vor, es käme also zu einer Verurteilung und dazu addierten sich die entstehenden Kosten.

Geld bekommt die Deutsche Umwelthilfe auch von der amerikanischen „Climate Works Foundation“, die unter anderem von der „Ford Foundation“ finanziert wird, einer von einem Sohn Henry Fords gegründeten US-Organisation, so das „Handelsblatt“. Außerdem macht die DUH kein Geheimnis daraus, dass sie seit 1998 mit dem japanischen Autobauer Toyota zusammenarbeitet. Laut der online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung umfasst die finanzielle Unterstützung der DUH durch Toyota seit fünf Jahren einen „mittleren bis höheren fünfstelligen Betrag“ pro Jahr, die „Bild“ schreibt von 50 000 Euro jährlich plus ein Prius Hybridfahrzeug.

Laut Deutsche Umwelthilfe gibt es dafür keine Gegenleistung. Interessant ist jedoch in dem Zusammenhang der Umstand, dass die DUH derzeit der schärfste Verfolger von Fahrzeugen mit Dieselmotoren in Deutschland ist, Hauptangriffsziel bislang Volkswagen, größter Automobilhersteller weltweit, knapp gefolgt von Toyota. Auf die DUH gehen die Fahrverbote zurück, deren Rechtmäßigkeit das Bundesverwaltungsgericht festgestellt hat. Die Umwelthilfe nimmt dabei allerdings durchaus bewusst billigend in Kauf, dass die Städte für Handwerk und Handel mit ihren Dieselfahrzeugen dichtgemacht werden, kleine und mittlere Unternehmen in ihrer Existenz bedroht sind und Dieselfahrer um den Wert ihrer hart ersparten fahrbaren Untersätze gebracht werden. Der Diesel wird zum Volksfeind Nummer eins erklärt.

Und das von einer Organisation, die Geld von dem japanischen Automobilbauer nimmt, der selbst den Diesel aus dem Sortiment genommen hat und als Ersatz für die sparsamen Selbstzünder seine Hybridmodelle anpreist. Gleichzeitig werden von der Deutschen Umwelthilfe Alternativantriebe wie Erdgas – und Hybridautos empfohlen. Marktführer ist hier Toyota...

Seit sechs Tagen gelten übrigens die bundesweit ersten Diesel-Fahrverbote in Hamburg. Betroffen sind ein 580 Meter langer Straßenabschnitt, der nun für ältere Diesel-Pkw und -Lkw tabu ist, sowie ein 1,7 Kilometer langer Straßenabschnitt, der für ältere Diesel-Lkw gesperrt ist. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass für beide gesperrte Straßen Umgehungen existieren, die um ein Vielfaches länger sind als die gesperrten Straßenzüge. Hier hat sich die „Umwelthilfe“ also durchaus in Grenzen gehalten...

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