Knetzgau

Guten Morgen: Einige Schluck Wasser zuviel im Feuerwehrauto

Da blüht die Bürokratie in buntesten Blumen: Die Gemeinde Knetzgau hat für den Ortsteil Oberschwappach ein neues Feuerwehrfahrzeug bekommen. Die örtliche Wehr nimmt das Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W am Sonntag offiziell in Betrieb. Genau genommen ist das Gerät schon im Einsatz, was auch kein Problem sei, wie Bürgermeister Stefan Paulus erklärt. Der TÜV hat das Auto abgenommen.

Aber eine Feier muss eben sein. Und da sich die Feuerwehren nun einmal unter den Schutz des Heiligen Florian begeben haben, spendet der Pfarrer dem neuen Löschfahrzeug den Segen. Schließlich und endlich macht so ein Ereignis Hunger und Durst, deswegen gibt es Würste und Bier, Kaffee und Kuchen. Vielleicht aber fällt das ganze freudige Ereignis doch etwas spärlicher aus als geplant. Denn zum Verdruss der Knetzgauer Gemeindeverwaltung und Feuerwehr lehnt es die Regierung von Unterfranken gegenwärtig ab, den Förderantrag für das Vehikel zu bearbeiten.

So heißt es jedenfalls aus dem Rathaus, und hier wird auch der Grund genannt. Das Löschfahrzeug darf nämlich zunächst einmal nur 700 Liter Wasser aufnehmen. Wegen des barocken Schlosses sind es aber 750 Liter. Tatsächlich hat das TSF-W aber eine Kapazität von 795 Liter. Das sind also 45 Löschmaß zuviel. Weswegen es der DIN-Norm nicht mehr entspricht. Und so lange dieser Regelverstoß währt, gibt es für die Regierung keinen Grund, Geld für das Auto locker zu machen.

In Knetzgau heißt es nun, dass wohl der Hersteller – und hoffentlich auf Kulanzbasis – Änderungen am Tank vornimmt, und sei es, dass er ein Stahlrohr hinein schweißt, um das Volumen zu reduzieren. Sonst wird es nichts mit den 38 900 Euro Zuschuss aus Würzburg für das insgesamt 140 000 Euro teure Gefährt. Bleibt zu hoffen, dass der TÜV anschließend nichts gegen die Änderungen hat. Er muss das TSW-F dann noch einmal abnehmen, sonst nutzt auch der regelkonforme 750-Liter-Tank nichts.

Bürgermeister Paulus stöhnt ob solcher bürokratischer und technokratischer Hürden, für ihn sind sie ein Schlag ins Gesicht der ehrenamtlichen Rothelme. Man kann es aber auch positiv sehen: Wenn man sich um ein paar Schluck Wasser mehr oder weniger Gedanken machen muss, scheint unser Land keine echten Probleme zu haben.

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