HAßFURT

Guten Morgen! Verdammt lang her und weit weg

Da lohnt es sich schon, innezuhalten, während man Milch und Zucker in den Morgenkaffee rührt, und einen Gedanken an diese Nachricht zu verschwenden: Forscher haben nun mit dem Weltraumteleskop Hubble einen Stern entdeckt, der weiter von der Erde entfernt ist als jedes andere zuvor identifizierte Gestirn. 9,3 Milliarden Lichtjahre weit ist der Stern vom Unteren Turm in Haßfurt aus weg, das ist in Kilometer ausgedrückt verdammt viel: Denn ein Lichtstrahl kommt in einem Jahr fast 9,5 Billionen Kilometer weit.

Da verschlägt es einem schon den Atem, in doppelter Hinsicht: In der Schule hat man aufgeschnappt, das Licht von der Sonne brauche etwa acht Minuten, um die Erde zu erreichen. Man bekommt also einerseits eine Ahnung davon, wie unermesslich weit „Ikarus“, so haben die Wissenschaftler ihre neue Entdeckung genannt, entfernt ist und welch unfassbaren Dimensionen das Weltall haben muss. Zweitens ist da der Faktor Zeit. Die Lichtsignale, die wir heute von „Ikarus“ empfangen, sind eben neun Milliarden Jahre alt, sie zeigen den Stern so, wie er ausgesehen hat, als unser noch heute „blutjunges“ Sonnensystem gerade erst anfing, sich aus Sternenstaub zu bilden. Wir Menschen, die wir einen der unseren als „uralt“ benennen, wenn er das 100. Lebensjahr erreicht hat, haben immerhin eine hochkomplexe Mathematik entwickelt – mit der sich perfekt ausdrücken lässt, wie verschwindend klein der Zeitabschnitt ist, seit sich der Homo sapiens aufgerichtet hat – im Vergleich zu all den Lenzen, die seit dem Urknall verstrichen sind.

So unendliche Räume, so unendliche Zeiten, da schwindet plötzlich die Bedeutung all dessen, was uns aufregt, bekümmert, ängstigt. Möge „Ikarus“ folglich dazu beitragen, dass wir den Tag ein wenig gelassener und heiterer angehen – auch wenn der „Taufpate“ aus der griechischen Mythologie so traurig abgestürzt ist aus seinem übermütigen Höhenflug.

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