EBELSBACH

Harmonie Ebelsbach: Mit neuem Dirigenten im neuen Probenraum

Zum Musizieren in den Keller: Das Blasorchester „Harmonie“ in seinem neun Probenraum im Gleisenauer Schloss und mit dem neuen Dirigenten Eduard Marpoder (links). Foto: Günther Geiling

Die „Blaskapelle Harmonie“ wurde im Mai 1948 gegründet. Ihre Besetzung bestand damals aus alten Militärmusikern, Musikern aus dem Sudetenland und Vertriebenen, die hier ihre zweite Heimat fanden. Eine zweite Heimat hat gewissermaßen nun auch das heutige Blasorchester gefunden. Lange probte es in Schulräumen oder im alten Warteraum des Bahnhofs, seit kurzer Zeit ist es „salonfähig“: Es durfte in das Schloss in Gleisenau einziehen, wo im Keller nahezu ideale Räume für die Proben und das Vereinsgeschehen vorhanden sind.

Vorsitzender Markus Reinwand ist mehr als zufrieden, weil seine Musiker hier mit den ehemaligen Werkräumen einen geräumigen Proberaum haben, zudem einen großen Archivraum, und für das gesellschaftliche Beisammensein sogar eine neue Küchenzeile eingebaut bekam. Die Akustik im Gewölbe des Schlosskellers ist akzeptabel, sie wurde noch vor dem Einzug verbessert. „Die Gemeinde Ebelsbach und ihr Bauhof haben uns dabei und auch beim Umzug dankenswerterweise sehr unterstützt und darüber freuen wir uns sehr“, betonte der Vorsitzende des Musikvereins.

Zuvor im alten Bahnhof

Damit hat die Kapelle nach langem Suchen ein dauerhaftes Zuhause gefunden. Seit dem Jahre 1974 war sie in der alten Schulturnhalle an der „Oberen Heuernte“ untergebracht, später hat man dann den alten Warte- und Schalterraum des Bahnhofs umgebaut, um dort unterzukommen. Im Kellergeschoss von Schlosses Gleisenau fühlen sich die Musiker schon nach den ersten Wochen richtig zu Hause. Markus Reinwand betonte, dass dies auch dringend notwendig gewesen sei, denn der Musikverein setze seit Jahren auf Nachwuchsarbeit und dazu brauche man die entsprechenden Proberäume. „Seit diesem Schuljahr haben wir zwei Bläserklassen mit 14 und 12 Kindern in der 3. Jahrgangsstufe an der Grundschule laufen. Dazu kommt unser Nachwuchsorchester „mirt spieln zamm“ unter der Leitung von Werner Lehrieder mit zur Zeit 20 Kindern im Alter von 9-12 Jahren. Im großen Orchester der Harmonie sind bereits viele Jungmusiker integriert, so dass wir auch hier 35 Musiker haben, von denen die Hälfte jünger als 20 Jahre ist.“

Ein Berufsmusiker an der Spitze

Noch eine zweite Baustelle hat die Harmonie zu einem guten Ende geführt. Im September habe der langjährige Kapellmeister Stefan Krines aus Sand überraschend seinen Abschied verkündet. Sofort habe sich ein Arbeitskreis gebildet und überlegt, wer die Kapelle kurzfristig übernehmen könnte. Der Wunschkandidat Eduard Marpoder aus Obertheres habe spontan als neuer Dirigent zugesagt, schon im Oktober nahm er seine Arbeit in Ebelsbach auf.

Maropoder hat in Düsseldorf Musik studiert und war vor seiner Bundeswehrzeit auch an der Berufsfachschule in Bad Königshofen, die er als staatlich geprüfter Leiter im Laienmusizieren abschloss. Als Berufsmusiker spielt er im rund 60-köpfigen Heeresmusikkorps in Veitshöchheim und dabei inzwischen auf gut 160 Einsätze zurück. Sie führten ihn auch nach Afghanistan, in den Kosovo, nach Mali, nach Amerika und Frankreich.

In der Heimat ist er stellvertretender Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes Haßberge (NBMB). Von daher kenne er auch einige der Musiker aus dem Kreisorchester und von den D1- und D2-Prüfungen und schließlich sei er auch Marschmusikbeauftragter des NBMB.

Lob des neuen Dirigenten

Der neue Dirigent selbst ist nach der kurzen Zeit schon voller Lob für seine neue Truppe. „Die machen ihre Sache gut und haben sich schon sehr auf den neuen Dirigenten eingestellt.“ Alle seien mit Begeisterung dabei, vom jüngsten Musiker, das ist der zwölfjährige Luis Busch aus Stettfeld, bis zum ältesten Aktiven: Das ist der 86-jährige Willibald Reich aus Breitbrunn, der 1951 seinen ersten Auftritt beim „Wasserfest“ in Breitbrunn hatte, als die Trinkwasserleitung die alten Brunnen ablöste. Er begann auf der B-Klarinette, wechselte dann auf die B-Trompeter und kam dann zum Tenorhorn, weil dieses einfach im Klangkörper fehlte. „Damals spielten wir hauptsächlich Kirchenmusik, Kirchenparade oder auch bei Pokalturnier des Fußballvereins.“

„Nach Ebelsbach kam ich 1974, weil sie einige Musiker verloren hatten und jemanden im tiefen Blech brauchten, aber auch, weil ich so gerne böhmische Musik spielte.“ Seitdem fährt er jeden Montagabend zur Probe nach Ebelsbach und ist mit großer Leidenschaft auf seinem Tenorhorn dabei. „Mir macht die Blasmusik großen Spaß und das hält mich auch körperlich und geistig fit. Es herrscht auch eine gute Kameradschaft.“

Im Klangkörper ertönt sogar in der Weihnachtszeit ein besonderes Instrument, das der ehemalige Schlosser selbst gebaut hat. Es ist ein Glockenspiel, das in dieser Zeit und bei Auftritten in der Kirche vielen Stücken eine besondere Note gibt.

Am Samstag, 30. November, findet um 18 Uhr in der Pfarrkirche von Ebelsbach das Adventskonzert des Blaskapelle Harmonie statt. Weitere Weihnachtstermine sind: 5. Dezember evangelische Kinderkirche in Gleisenau; 8. Dezember Ehrennachmittag der Senioren; 14. Dezember Konzert bei der Stadtkapelle Eltmann; 15. Dezember Weihnachtsmarkt in Gleisenau; 22. Dezember Scheunenweihnacht Wiesneth in Eltmann.

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