HAßFURT

Haßfurt: 25-Jähriger wegen Drogen zum dritten Mal vor Richter

Bei der jüngsten Verhandlung in Sachen Rauschmittel stand einer der Abnehmer eines Drogen-Großhändlers aus Schweinfurt vor Gericht. Der 25-jährige Mechaniker aus dem Maintal gestand, dass er sich 30 Gramm Marihuana in seine Wohnung hatte liefern lassen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden nochmals 2,6 Gramm des Stoffes gefunden.

Da er bereits zum dritten Mal wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Kadi stand, fiel die Geldstrafe heftig aus. Laut dem rechtskräftigen Urteil muss er 4400 Euro zahlen.

Drogengeschäfte über Chat-Nachrichten nachweisbar

Das Stelldichein mit der Drogenübergabe fand am 18. Mai 2018 statt. In dieser Zeit wurde der Großhändler intensiv von der Drogenfahndung observiert und sein Telefon abgehört. Ein Ermittler von der Kripo Schweinfurt erklärte im Zeugenstand, dass an diesem Nachmittag der Pkw des Händlers vor der Wohnung des Angeklagten geparkt habe. Aus den unmittelbar vorangegangenen Chat-Nachrichten der ausgewerteten Handys konnte man unschwer das Drogengeschäft nachweisen.

Allerdings gebe es keine Hinweise, so der Fahnder, dass der Mechaniker seinerseits das Rauschgift weiterverkauft habe. Insofern müsse man davon ausgehen, dass die Ankäufe dem Eigenbedarf und nicht dem Handel treiben dienten.

Weiterhin schilderte der Kriminalpolizist, wie am 13. September 2018 die Hausdurchsuchung bei dem Beschuldigten ablief. Nachdem man geringe Mengen an Drogen gefunden und den Mann festgenommen hatte, wurde er zur Polizeidienststelle in Haßfurt gebracht. Dort habe er bei einer „informatorischen Befragung“, so der Beamte, weitere Drogengeschäfte zugegeben. Diese hätten sich allesamt im Frühjahr 2018 ereignet.

Die Angst des Angeklagten ausgenutzt?

Aus diesem Grund hatte Staatsanwalt Dr. Wedekind in seiner Anklageschrift insgesamt sieben Rauschgiftkäufe aufgelistet. Rechtsanwalt Jochen Kaller betonte dagegen, sein Mandant habe sich damals bei der Polizei „unter Druck gesetzt gefühlt.“ Bei der angesprochenen informatorischen Befragung sei „die Angst des Angeklagten vor einer Inhaftierung“ ausgenutzt worden. Weiterhin widersprach er der Verwertung dieser Ermittlungsergebnisse, weil man dem Angeschuldigten keine Gelegenheit gegeben habe, einen Verteidiger zu kontaktieren. Mit dieser Argumentation war der Advokat letztlich erfolgreich, denn sechs der sieben Anklagepunkte mussten gestrichen werden.

Alles andere als ein unbeschriebenes Blatt

Dass der 25-Jährige in Sachen Rauschgift und Drogen kein unbeschriebenes Blatt ist, wurde spätestens bei der Verlesung seines Vorstrafenregisters ersichtlich. Erstmals im März 2016 und dann nochmals im November 2017 wurde er wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu Geldstrafen verurteilt. Der Vertreter der Anklage kreidete ihm diese einschlägigen Vorstrafen an und forderte auf Grund der hohen Rückfallgeschwindigkeit eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen á 55 Euro, also insgesamt 4950 Euro. Der Verteidiger hielt 70 Tagessätze für ausreichend.

Das Urteil ist rechtskräftig

Der Richterspruch lag mit 80 Tagessätzen genau in der Mitte. Letztlich wird der Drogenkauf für den Verurteilten sehr teuer, denn er muss zusätzlich die Gerichtskosten und seinen Anwalt bezahlen. Da aber beide Seiten damit leben können, verzichteten sie im Anschluss an die Urteilsverkündung darauf, Rechtsmittel einzulegen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

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