HAßFURT

Haßfurt: Europaweiter Austausch mit Lehrern und Schülern

Das Bild zeigt die beteiligten internationalen Lehrkräfte, die Schüler des RMG und externe Projektpartner bei der Projekteröffnung. Foto: Simon Sperl/RMG

Am vergangenen Freitag fiel am Regiomontanus-Gymnasium der offizielle Startschuss für das neue Erasmus+ Projekt „Changing to democracy: Demokratie und Diktatur in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg“. Über 100 Schüler und ihre betreuenden Lehrkräfte aus Armenien, Deutschland, Estland, Portugal und Rumänien werden in den nächsten beiden Jahren gemeinsam an den Projektzielen arbeiten. Unterstützt werden sie laut Pressemitteilung dabei von zahlreichen externen Partnern, wie dem historischen Verein oder der FH Würzburg-Schweinfurt.

Reet Käärik, Koordinatorin des Projektes an der Georg Otsa Musikschule in Tallinn, freut sich über die Möglichkeiten, die das Erasmus+ Programm ihrer eigenen Schule bietet. Das Programm Erasmus+ im Schulbereich ermöglicht Schulen die Durchführung internationaler Schulprojekte mit dem Ziel, Begegnungen zwischen Schülern und ihren Lehrern aus verschiedenen europäischen Ländern zu schaffen. Dies hat auch die beteiligten Lehrkräfte des Regiomontanus-Gymnasiums dazu bewegt, erneut ein Erasmus+ Projekt zu beantragen.

Länderübergreifende Treffen

„Der direkte Austausch und die Zusammenarbeit mit Kollegen aus verschiedenen Ländern stellt für mich persönlich eine Bereicherung dar. Dadurch lerne ich dazu, kann aber auch meine persönlichen Erfahrungen in die Projektarbeit mit einbringen“, betont Alexandra Weber, die Projektkoordinatorin für das Erasmus+ Projekt. Erfahrungen konnten die Kollegen bereits bei einem ersten länderübergreifenden Treffen im Rahmen einer dreitägigen Lehrerfortbildung austauschen und die Grundlagen für die gemeinsame Projektarbeit damit legen.

Ausgangspunkt bildet hierbei die Tatsache, dass populistische und nationalistische Tendenzen in vielen EU-Staaten zeigen, dass in Teilen der Bevölkerung die Einsicht nachlässt, warum Demokratie und Europa als politische Handlungseinheit wichtige Errungenschaften sind. Da Demokratie und der europäische Gedanke zudem eine aktive Bürgerschaft erfordern, soll das Projekt an konkreten, vielfältigen Beispielen ein Bewusstsein für gemeinsame europäische Werte schaffen.

Besuch von Gedenkstätten

So setzen sich im Rahmen verschiedener Mobilitäten sowie im Rahmen der Projektarbeit vor Ort die Schüler zusammen mit ihren Lehrern gemeinsam nicht nur mit der Entstehungsgeschichte von Diktaturen in ihren eigenen Ländern auseinander und untersuchen hier unter anderem auch die Einfluss- und Gestaltungsfaktoren von Propaganda, sondern hinterfragen die Unterdrückungsmechanismen dieser Regime im Rahmen von Zeitzeugengesprächen, bei Besuchen zentraler Gedenkstätten und in der Diskussion mit unterschiedlichen Vertretern aus Politik und Gesellschaft.

Dass Ideologie und Propaganda nicht nur ein Teil der Vergangenheit sind, sondern auch ein sehr aktuelles Thema, sollen die Schüler laut Pressemitteilung bei der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und antieuropäischer Propaganda heute erfahren. Dabei reflektieren sie zugleich Einflussmöglichkeiten sozialer Netzwerke auf die Meinungsbildung des Einzelnen, auf die Politik und auf die Demokratie.

„Ein spannendes Projekt!“ – Das finden nicht nur die Lehrer, sondern insbesondere auch die Schüler des Regiomontanus-Gymnasiums, die im Rahmen ihres P- oder W-Seminars am europäischen Projekt teilnehmen und sich derzeit entscheiden müssen, in welches Land sie reisen wollen. „Ich kann mich gar nicht richtig entscheiden! Alles ist interessant und spannend!“, so Louisa aus dem P-Seminar, der die Wahl gerade schwer fällt und die sich nicht sicher ist, wohin sie nun konkret fahren möchte.

Sicher ist aber eines: Egal, wo Louisa hinfährt, sie und die anderen Projektbeteiligten werden mit zahlreichen neuen Erfahrungen aus dem Projekt zurückkommen und vieles zu erzählen haben. (keck)

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