Haßfurt

Haßfurt: Warum ein Kreisel für die Godelstatt ideal wäre

Bürgermeister Günther Werner ist mit der Ampel-Kreuzung an der "Godelstatt" nicht einverstanden. Er möchte zur Anbindung des Gewerbegebietes lieber einen Kreisverkehr.
Bürgermeister Günther Werner möchte an der Kreuzung zum Gewerbegebiet "Godelstatt" lieber einen Kreisverkehr als eine Ampelregelung. Die Umsetzung dieses Wunsches ist eines seiner Ziele für die nächste Amtsperiode. Foto: Jochen Reitwiesner

Alle Beteiligten machten sich damals die Entscheidung nicht leicht, ob die Anbindung der ehemaligen B26 - heute Staatsstraße 2447 - an das Gewerbegebiet Godelstatt in Haßfurt durch einen Kreisverkehr oder mittels Ampelregelung und einer "konservativen" Kreuzung erfolgen sollte. Noch im Oktober 2010 - also vor ziemlich genau neun Jahren - hatte sich bei der Verkehrsfreigabe des Zubringerkreisels zwischen der B26 und der A70 der damalige Haßfurter Bürgermeister Rudi Eck gerühmt: "Ich bin im Landkreis als Kreisel-Rudi bekannt." Aber auch er konnte nicht verhindern, dass einer der neuralgischsten Punkte im Verkehr rund um die Kreisstadt als Ampelkreuzung ausgelegt wurde.

Kreisverkehr nicht generell ausgeschlossen

ACE-Kreisvorsitzender Günter Selig (Zeil) hatte gleichzeitig seinen Unmut darüber ausgedrückt. Der Automobilclub forderte damals auch bei der Godelstatt-Kreuzung ein Rondell. Selig sah den nächsten Unfallschwerpunkt schon vorprogrammiert. Rudi Eck wollte diesen Pessimismus vor neun Jahren nicht teilen, es sei eben so entschieden worden "und damit Schluss". Der schon damals dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt vorstehende Holger Bothe rechtfertigte die Ampellösung. Denn er rechnete im Kreuzungsbereich B26/Augsfelder Straße/Godelstatt mit stark reduzierter Unfallgefahr. Zudem setzte er auf intelligente Technik, sprich auf eine sich dem Verkehrsaufkommen anpassende Ampelschaltung. Sollte sich in einigen Jahren herausstellen, dass eine Kreuzung den Anforderungen nicht genügt, könne man durchaus den Bau eines Kreisverkehrs in Erwägung ziehen, so der Leitende Baudirektor im Jahre 2010, der aber einfließen ließ, dass das immer auch eine Frage des Budgets seiner Behörde sei.

„Ich werde nicht müde werden,
an der Godelstatt einen Kreisverkehr zu fordern.“
Günther Werner, Bürgermeister von Haßfurt

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Rudi Eck will sich Günther Werner nicht mit dem Status quo abfinden. Die Worte des Leitenden Baudirektors wohl noch im Ohr, lässt Werner kaum eine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass er an der Kreuzung lieber einen Kreisverkehr als eine Ampellösung hätte. „Ich werde nicht müde werden, an der Godelstatt einen Kreisverkehr zu fordern“, wiederholte er erst kürzlich bei der Nominierungsversammlung der Wählergemeinschaft Haßfurt, in der er erneut zum Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters gekürt wurde, als eines seiner Ziele für die nächste Amtsperiode.

Mitte Juni 2011 wurde die Ampelkreuzung in Betrieb genommen, als die Verlängerung der Augsfelder Straße neben dem Haßfurter Tagblatt an die damalige B26 angebunden wurde. Holger Bothe , Leiter des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt, erläuterte bei dieser Gelegenheit noch einmal, warum seine Behörde den Wunsch nach einem Kreisverkehr abgelehnt habe. Dies hänge nicht nur mit dem Vorrang der Bundesstraße (inzwischen Staatsstraße, die Red.) zusammen. Auch wenn diese eine überörtliche Bedeutung als Autobahnzubringer zur A70 habe und immerhin rund 13 000 Fahrzeuge täglich aufnehmen müsse. Es gebe an dieser Stelle nur sehr wenig kreuzenden Verkehr, da die meisten Fahrzeuge lediglich in die (damalige) B26 einbiegen beziehungsweise von ihr abbiegen würden. So müsse der Verkehrsstrom auf dieser übergeordneten Straße eben vorrangig behandelt werden. Durch die Ampelanlage - mittlerweile wurde auch eine sogenannte "Grüne Welle" installiert - würden die Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich gehalten.

Inzwischen habe sich die Situation jedoch grundlegend geändert, so Bürgermeister Werner im Gespräch mit dieser Redaktion. Zum einen habe das Staatliche Bauamt von sich aus angeregt, die Rechtsabbiegespur aus Richtung Zeil in das Gewerbegebiet zu verlängern, da sich hier ständig "Riesenstaus", so Werner,  bildeten, die den Verkehrsfluss auf der Staatsstraße behindern. "Wenn an der Kreuzung ohnehin im größeren Stil gebaut werden muss", so der Bürgermeister, "dann kann man doch gleich einen Kreisverkehr bauen." Zudem habe sich die Straße von und zur Godelstatt derart entwickelt, dass man durchaus von drei gleichberechtigten Straßen sprechen könne, die an die Kreuzung angeschlossen seien. Wenn das Ingenieur-Büro Baurconsult mit rund 200 Beschäftigten nun noch in der Godelstatt bauen werde, steige die Zahl der Fahrzeuge weiter. Lediglich das Verkehrsaufkommen aus der Augsfelder Straße sei deutlich schwächer. 

Wahlkampfparolen?

Eine klare Absage erteilt Baudirektor Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt, zuständig für den Bereich Haßberge, einem Kreisverkehr im Gespräch mit dieser Redaktion. "An einem Kreisverkehr an der Kreuzung zur Godelstatt ist überhaupt nichts dran", so Rott. Der selbst als Kommunalpolitiker tätige Baudirektor ist überzeugt davon, dass es sich bei solchen Äußerungen nur um "Wahlkampfparolen" handele. Er gibt einem Kreisverkehr an dieser Stelle überhaupt keine Chance. Bürgermeister Werner lässt jedoch nicht locker, das letzte Wort sei in dieser Sache noch ncht gesprochen. Er sei sich schon dessen bewusst, dass eine Kreuzung mindestens zehn Jahre Bestand haben müsse, bevor sie geändert werden könne. Dieses Alter habe die Kreuzung an der Godelstatt noch nicht erreicht, weiß auch Günther Werner. "Aber in zwei, drei Jahren kann es schon wieder ganz anders aussehen", so Werner. Der nicht müde wird...

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