HASSURT

Haßfurter ordnen ihr Stadtmarketing neu

Der Aktionskreis Haßfurt Aktiv (AHA) möchte zusammen mit der Innenstadt-Initiative „InHochDrei“ und der Unternehmensberatung Werk.Macher das Projekt „Mein Haßfurt – Leben findet Stadt“ auf den Weg bringen. Es soll insbesondere die Themen Qualität, Service und Kundennähe als besondere Merkmale der örtlichen Geschäftswelt stärken. Auch Probleme wie die Leerstände sollen angepackt werden.FOTOS: Ulrike Langer

Es ist ein positives Signal für die Stadt, die Geschäftswelt und auch für die Kunden: Künftig wird die Innenstadt-Initiative „InHochDrei“ als Arbeits- und Projektgruppe unter dem Dach des Aktionskreises Haßfurt Aktiv (AHA) mitwirken. Der AHA wiederum hat die vakante Beratungs- und Projektleitungsstelle der Haßfurter Unternehmensberatung „Werk.Macher“ übertragen.

Bei einem Pressegespräch im Rathaus erklärte Bürgermeister Günther Werner am Dienstag, dass sich ihm nach dem Rücktritt des AHA-Beraters und -Projektleiters Hachem Farmand zum 31. Juli dieses Jahres die Frage gestellt habe, wie es weitergehe. „Ich habe den AHA und ,InHochDrei‘ eingeladen und betont, dass ich nicht möchte, dass künftig zwei, eventuell auch noch konkurrierende Gruppierungen die Geschäftswelt vertreten“, sagte er. „Ich wollte vielmehr, dass wir gemeinsam für Haßfurt das Bestmögliche erreichen.“

Werner zeigte sich dankbar, dass die Firma Werk.Macher von Helmut Wihr die Nachfolge von Hachem Farmand angetreten habe. Die Stadt werde daher auch weiterhin kostenlose Leistungen des Bauhofs zur Verfügung stellen, besondere Veranstaltungen mit einem Zuschuss bedenken und den AHA mit 600 Euro pro Monat unterstützen. Dieser Betrag wird vom AHA wie bisher schon um 600 Euro aufgestockt, um mit den 1200 Euro die Beratung und Projektleitung zu bezahlen.

Zeitgemäße Vermarktung

Wie Helmut Wihr erklärte, werde seine Firma die Organisation und Durchführung von AHA-Events, die aktive Mitgliederberatung, die interne und externe Kommunikation sowie die Entwicklung von zeitgemäßen Vermarktungskonzeptionen übernehmen. „Durch die Zusammenarbeit von AHA und ,InHochDrei‘, die Kompetenzen bündelt und die Basis für einen starken und zielorientieren Außenauftritt bildet, wird die einheitliche Vertretung der Interessen der Gewerbetreibenden deutlich gestärkt“, sagte er. „Besonders interessant ist auch, dass hierbei Geschäftsinhaber mitarbeiten, die nicht Mitglied im AHA sind; auch wenn es das Ziel ist, weitere AHA-Mitglieder zu werben.“

Zunächst wird Werk.Macher die beiden verkaufsoffenen Sonntage am 19. Oktober und am 9. November organisieren. Daneben sollen neue Themen angepackt werden. „Wir wollen überlegen, ob wir an den Donnerstagen verlängerte Öffnungszeiten in Verbindung mit Kulturveranstaltungen anbieten“, so Wihr. „Auch ein Projekt unter dem Arbeitstitel ,Mein Haßfurt – Leben findet Stadt‘ soll auf den Weg gebracht werden, das insbesondere die Themen Qualität, Service und Kundennähe als besondere Merkmale der Haßfurter Einzelhandelsgeschäfte, des Handwerks und der Dienstleistungen stärken soll.“ Schließlich seien viele Geschäfte in Haßfurt inhabergeführt, und die Kunden würden die Inhaber und Verkäufer persönlich kennen.

Persönliche Note

Diese persönliche Note sei ein Pluspunkt. „Haßfurt wird zwar nie eine Bummelstadt wie Bamberg werden. Aber die Kunden sollen Haßfurt als lebenswert erkennen, als Ort, an dem sie gerne einkaufen, weil sie hier freundlich und kulant behandelt werden“, so Helmut Wihr. Gerade die Aktion „Lass den Klick in Deiner Stadt“ dieser Zeitung sei ein Klassiker, bei dem sich der AHA stärker einbringen möchte. Ziel sei es, den Aufenthalt der Kunden in Haßfurt zu verlängern, beispielsweise durch Gutscheinaktionen. So könnte ein Patient, der beim Arzt warten müsse, mit einem entsprechenden Gutschein die Wartezeit in einem Café verbringen.

Bürgermeister Günther Werner sprach auch an, dass man die Information, dass das Mehrgenerationenhaus am Samstagvormittag die Kinderbetreuung übernehme, besser kommunizieren müsse. „Wenn aber die Innenstadt interessant ist, hat dies auch Auswirkungen beispielsweise auf das Gewerbegebiet“, betonte Helmut Wihr. Deshalb werde man den Fokus bei Events und Veranstaltungen auch auf die Innenstadt legen. Es gebe aber auch schon Ansätze für Attraktionen im Gewerbegebiet.

Die Firma Werk.Macher, der auch eine Kreativ-Agentur angegliedert ist, möchte weiterhin bis zum Frühjahr 2015 eine neue AHA-Kommunikationsplattform auf einer Website schaffen. Sie soll für Kunden, aber auch für die Mitglieder zum Austausch und zur Information beziehungsweise als eine Art Stadtmagazin dienen. Darüber hinaus stehen ein Auftritts bei Facebook und die Überarbeitung des Werbeauftritts auf der Agenda.

„Dies alles ist ein Teil des Stadtmarketings, das auch in der Hand der Stadt bleiben wird“, erteilte Bürgermeister Günther Werner einem externen Citymanager eine Absage. „Wir müssen uns aber auch dem Leerstandsmanagement im Geschäfts- und Wohnbereich widmen oder die Barrierefreiheit verbessern.“ Auch Helmut Wihr hat das Leerstandsmanagement im Fokus. Wobei er besonderen Wert darauf legt, mit den Geschäftsinhabern rechtzeitig künftige Leerstände durch Pläne für eine Nachfolge zu verhindern. „Auch Zwischennutzungen sind denkbar“, teilte er mit. „So gibt es die Möglichkeit eines City-Outlets, also den Verkauf von Waren ganz unterschiedlicher Geschäfte in einem vorübergehend leer stehenden Geschäftsraum.“

Für die Sprecherin von „InHochDrei“, Susanne Wirsing vom Optikstudio Ostendorp, ist das Konzept „eine tolle Sache“. „Dadurch können wir unsere Ideen und Kompetenzen bündeln und außerdem Geschäftsleute einbeziehen, die nicht Mitglied im AHA sind.“ Das Magazin „InHochDrei“ werde aber auch künftig bis zu dreimal im Jahr erscheinen.

AHA-Chefin bleibt im Amt

Nach ihrer Erfahrung sei die Ansiedelung weiterer Geschäfte im Gewerbegebiet nicht so dramatisch wie befürchtet. „In der Stadt ist es aber allgemein etwas ruhiger geworden“, hat sie konstatiert. Dies liege wohl daran, dass die Kunden mehr im Internet oder in anderen Städten einkauften. „Wir haben erkannt, dass wir Haßfurt als gesamtes betrachten müssen und jeder seinen Beitrag leisten muss“, gab sie an. „Ich spüre, dass wir jetzt auf einem guten Weg sind.“

Die Vorsitzende des AHA, Claudia Schott, sagte, dass sie wie alle anderen AHA-Vorstandsmitglieder bis zu den turnusgemäßen Neuwahlen im Januar 2015 auf jeden Fall im Amt bleiben werde. „Für mich war der Weggang von Hachem Farmand zunächst ein schwer zu lösendes Problem. Doch mit der Stadt Haßfurt zusammen ist es uns gelungen, dieses Problem zu lösen.“ Die wichtigste Aufgabe sei es nach wie vor, die Kunden in Haßfurt zu binden. „Wir betrachten Haßfurt als ein Kaufhaus mit vielen inhabergeführten Geschäften, die daran interessiert sind, ihre Kunden zufrieden zu stellen. Daran arbeiten wir jetzt alle gemeinsam.“

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