KREIS HASSBERGE

Hebammen: Versorgung sichern

Angesichts der Schließung der Geburtsstation am Haus Hofheim der Haßberg-Kliniken und zur Tagung der „Schiedsstelle zur Zukunft der Versorgung mit Beleghebammen in Bayern“ in der vergangenen Woche erklärt das Linke Bündnis Haßberge in einer Pressemitteilung: „Die Absicht der Krankenkassen, die Tätigkeit der Beleghebammen neu zu regeln, bedroht erneut und zusätzlich die Versorgung von Schwangeren und Gebärenden sowie deren freie Wahl des Geburtsortes. Das gilt gerade für Bayern und insbesondere aktuell für den Haßbergkreis – denn bei uns findet ein hoher Anteil der Versorgung durch Beleghebammen statt.“

Umgehend nach der Entscheidung der Schiedsstelle habe Gesundheitsministerin Melanie Huml daher die Auswirkungen auf Bayern zu prüfen, meint das Bündnis: „Sollte es auch nur geringfügige Verschlechterungen geben“, müssten diese „über das Bundesgesundheitsministerium bereinigt werden.“

Für problematisch hält das Linksbündnis nicht nur die Hebammenversorgung. „Die verheerenden Zustände in den Krankenhäusern, vor allem in der Pflege, sind inzwischen sprichwörtlich – allerorten hört man von ,Pflegenotstand' und ,gefährlicher Pflege'.“ Wie ernst die Situation sei, werde daran erkennbar, dass selbst die CDU-Ministerpräsidentin des Saarlands über den Bundesrat eine Verbesserung herbeizuführen versucht, heißt es in dem Schreiben. „Der Notstand in der Versorgung ist jedoch Resultat einer politischen Grundsatzentscheidung, die auf Lohnnebenkostensenkung, Markt, Wettbewerb, Privatisierungen und Gewinnorientierung setzt“, so die Vorsitzenden des Linksbündnisses, Sabine Schmidt und Thomas Dietzel: „Bei all diesen offensichtlichen Problemen im Gesundheitswesen kämpfen wir für einen grundsätzlichen Politikwechsel: Die gesundheitliche Versorgung gehört in die öffentliche Hand und ist bedarfsorientiert und angemessen zu finanzieren. Wir werden uns weiterhin auf allen Ebenen konkret für die Verbesserung der Versorgung mit Hebammenleistungen einsetzen. “ Vorschläge dazu gebe es etliche aus dem Bundestag, schreibt das Linke Bündnis und zählt neun Anträge und Anfragen auf.

Die aktuelle Entwicklung zeige aber auch, „dass aufgrund der gegenwärtigen Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ein solcher Politikwechsel zur Verbesserung des Gesundheitswesens nicht zu erwarten ist“. Hoffnung bestehe nur in einer Veränderung dieser Mehrheitsverhältnisse, um die Blockaden, die der Verbesserung des Gesundheitswesens im Wege stehen, zu beseitigen.

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