RENTWEINSDORF/ERMERSHAUSEN

Im Visier der Laser-Pistole

Die Rehberg-Kuppe im Visier:der Blick durch die Laserpistole bei der Geschwindigkeitskontrollean der Bundesstraße 279 zwischen Ermershausen und Maroldsweisach.Foto: Alois Wohlfahrt Foto: Alois Wohlfahrt

Es macht „Piep“ und das ist für Tobias Kern eindeutig. „Der Rote“ sagt er zu seinem Kollegen Wolfgang Huberth, der sich schnell die Kelle schnappt und zur Straße läuft.

Die junge Frau, die wenig später aus dem „Roten“ aussteigt, nimmt's gelassen. Weil's, ja auch nicht übermäßig teuer wurde, dass sie von der Geschwindigkeitskontrolle erwischt wurde. 20 Euro, bei mit dem Laser gemessenen 119 Sachen.

Auf bis zu 1000 Meter Entfernung kann Tobias Kern von der Polizeiinspektion Ebern mit der Laser-Pistole die Geschwindigk... Foto: Alois Wohlfahrt

„Lädt ein, aufs Gas zu drücken“

Kern und sein Kollege Huberth waren zusammen mit weiteren Beamten der Polizeiinspektion Ebern Teil des Kontrollaktionstages: Dienststellenübergreifend wurden am Mittwoch Verkehrskontrollen auf dem gesamten unterfränkischen Teil der Bundesstraße 279 durchgeführt.

Mit dabei auch die Dienststellen Bad Königshofen und Bad Neustadt. Unterstützung erhielten die Dienststellen durch die Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck mit Geschwindigkeitsmessungen.

Tobias Kern hat die Rehbergkuppe auf der B 279 zwischen Ermershausen und Maroldsweisach im Visier. Ausgewählt wurde dieser Bereich, „weil er einfach einlädt, aufs Gas zu drücken“, sagt Kern. Nach der Kuppe geht es kerzengerade in Richtung Maroldsweisach. Tausend Meter entfernt kann Kern die Fahrzeuge schon mit dem Laser erfassen, gerade dann, wenn sie von Ermershausen kommen und die Kuppe hinter sich gelassen haben.

Warum er und seine Kollegen an diesem Tag unter anderem in Sachen Geschwindigkeitskontrolle unterwegs sind: „Nicht angepasste Geschwindigkeit gehört nun mal zu den häufigsten Unfallursachen“, so Kern.

Geschwindigkeit verringern

Ziel: die Geschwindigkeit des Verkehrs zu verringern und damit das Unfallrisiko zu minimieren. Kern bekräftig dies mit zwei Zahlen: Könnte die Durchschnittsgeschwindigkeit um ein Stundenkilometer gedrosselt werden, würde dies vier Prozent weniger Unfälle bedeuten. Dies habe eine Studie gezeigt.

Kontrollaktionen zeigen Wirkung, wie Kern berichtet. Zehn Strecken in Unterfranken wurden in den vergangenen Jahren verstärkt überwacht, darunter auch die Bundesstraße 303. Gezeigt habe sich, dass auf neun dieser Strecken die Zahl der Unfälle zurückgegangen ist.

Und wen's erwischt hat, den bittet Wolfgang Huberth von der Polizeiinspektion Ebern ganz freundlich zum Stopp in die Hal... Foto: Alois Wohlfahrt

Weitere Ziele der Aktion, so Kern: die Aufmerksamkeit der Autofahrer für den Straßenverkehr steigern und damit die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern. So wurden an diesem Tag nicht nur Geschwindigkeit kontrolliert, sondern zum einen auch Ruhezeiten und Ladung von Lastwagen, aber auch, ob der Gurt getragen wurde, oder gar beim Fahren das Handy benutzt wurde. Unter anderem in Sendelbach, Todtenweisach und Rentweinsdorf gab es noch Kontrollstellen an der Bundesstraße 279 im Bereich Landkreis Haßberge.

An zwei Kontrollstellen wurde der Schwerverkehr unter die Lupe genommen. Insbesondere wurden die Daten aus dem Massenspeicher des jeweiligen Lastwagens und die Fahrerkarte ausgewertet. Festgestellt wurde ein Verstoß gegen die Lenk- beziehungsweise Ruhezeiten. Den Fahrer und den verantwortlichen Disponenten erwarten Anzeigen.

Mit 92 Sachen unterwegs, bei erlaubten 60

Weiter bestätigte sich wieder, so Kern, dass insbesondere ausländische Lastwagen-Lenker es mit der Höchstgeschwindigkeit nicht so genau nehmen. Dreimal wurden Geschwindigkeiten bis zu 92 Stundenkilometer festgestellt (erlaubt für Lastwagen über 7,5 Tonnen sind 60 Stundenkilometer). Von allen drei Fahrern wurde an Ort und Stelle das Bußgeld zuzüglich Gebühren und Auslagen kassiert. Knapp 130 Euro musste der Fahrer, der mit 92 Sachen unterwegs war, berappen.

Neben der Geschwindigkeits-Kontrollstelle bei Maroldsweisach/Rehberg war die Laserpistole auch bei Sendelbach im Einsatz. Drei Beanstandungen gab es. Das schnellste Fahrzeug fuhr 97 Stundenkilometer statt der erlaubten 70.

Sechs hatten sich nicht angeschnallt In Rentweinsdorf wurde zweimal allgemein der Verkehr kontrolliert. Zudem wurde Augenmerk auf die Gurtanlegepflicht und das Handyverbot gelegt. Sechs Fahrzeugführer ohne Gurt wurden verwarnt, sowie zwei Handybenutzer angezeigt. Weiter musste der Fahrer eines Kleintransporters seine Ladung aus Weinkisten neu richten, da diese einfach hinten im Fahrzeug, komplett ohne Sicherung, gestapelt waren. Ihn erwartet eine Anzeige wegen Verstoß gegen die Ladungssicherungspflicht. Zudem war an seinem Auto auch die Hauptuntersuchung überschritten.

Nicht unter die eigentlichen Kontroll-Absichten, aber dennoch ein „Fang“ der Eberner Polizei: Bei seiner Kontrolle zeigte ein junger Mann typische Anzeigen von Drogenkonsum. Ein Schnelltest bestätigte die Feststellung der Beamten. Sein Auto wurde abgestellt, er selbst musste mit der Streife zu Blutentnahme. Entsprechende Anzeige mit Bußgeld und Fahrverbot folgen.

Die Bilanz am Rehberg: Drei Autofahrer hatte die neu ausgebaute Strecke ganz offenbar dazu eingeladen, zu schnell zu fahren. Schnellster war ein Mann aus Thüringen mit 126 Stundenkilometern, bei erlaubten 100 Stundenkilometern. Ein weiterer Mann aus dem Landkreis Bad Kissingen musste 30 Euro berappen, er wurde mit 121 Stundenkilometern gemessen, vier Kilometer werden als Mess-Toleranz abgezogen. Er war auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier. Warum er zu schnell war? „Die Strecke ist einfach auch schön.“ Krach mit seiner Ehefrau als Beifahrerin bekam er nicht, „das hätte auch mir passieren können“, nahm es auch die Frau gelassen.

Eilig zur Prüfung in der Uni

Und auch die junge Frau im „Roten“ nahm's gelassen. Zahlte und fuhr weiter. Sie hatte es einfach eilig, sie musste zu einer Prüfung an die Uni. Dass am Ende der Kontrolle am Rehberg nur wenige Fahrzeuge aufgefallen waren, ist für Tobias Kern „genau das, was wir ja wollen, dass sie so fahren, wie wir es wollen“.

 
 

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