DIPPACH

Internet-Zugang für Flüchtlinge

Engagieren sich: (von links) Alex Gutzeit (Freifunk Franken), Melanie Jäger (ehrenamtlich tätig für die Asylbewerber) und Max Wohlfart (Freifunk Franken).
Engagieren sich: (von links) Alex Gutzeit (Freifunk Franken), Melanie Jäger (ehrenamtlich tätig für die Asylbewerber) und Max Wohlfart (Freifunk Franken). Foto: Melanie Jäger

So einfach und schnell ging das: Die Freifunker Haßberge spendeten am 17. August einen Freifunk-Router für die Gemeinschaftsunterkunft in Dippach und ermöglichten damit den Asylbewerbern vor Ort den freien Zugang ins Netz, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ganz einfach hätten es die Asylbewerber in Dippach nicht. Der nächste Supermarkt sei sechs Kilometer weit weg, es gebe weder eine Busanbindung noch genügend Fahrräder für alle, und die Telefon- und Internetverbindung sei mehr als dürftig. Es gebe zwar seit dem Frühjahr bereits einen Internetzugang, der durch eine ehrenamtliche Helferin finanziert werde. Jedoch stehe den Asylbewerbern nur ein Computer zur Verfügung, den sich die rund 40 Flüchtlinge teilen müssten.

Aus rechtlichen Gründen sei es bisher nicht möglich gewesen, einen freien Wlan-Zugang für alle bereitzustellen. Denn in der Regel hafte der Inhaber des Wlan-Anschlusses für illegale Aktivitäten im Netz (zum Beispiel für widerrechtliche Downloads von Filmen, die über diesen Anschluss getätigt würden). Die Mitglieder der Freifunk-Initiative hätten sich dieses Problems angenommen und ermöglichten mittels Freifunk-Routern den Zugang zum World Wide Web. Und das sei gar nicht so schwer: Man brauche nur einen funktionsfähigen Internetanschluss, die Erlaubnis des Inhabers, diesen zu nutzen, und einen Freifunk-Router, der mit dem lokalen Internetanschluss verbunden werde.

Und schon könnten die Menschen vor Ort über den Freifunk-Franken-Gateway im Internet surfen.

Als Teil einer globalen Bewegung hätten die Freifunker das Ziel, überall auf der Welt freie Netzwerke zur Verfügung zu stellen. Die einzelnen Freifunk-Communities vor Ort, wie beispielsweise die Freifunker Haßberge, sorgten für die praktische Umsetzung, indem sie ihr Wissen zur Verfügung stellten und interessierten Bürgern dabei hülfen, das Freifunk-Netzwerk einzurichten. Die Freifunker hätten aber nicht nur ein Interesse daran, Asylbewerberheime und Flüchtlingsunterkünfte mit freiem Zugang ins Netz zu versorgen. Auch Vereinsheime, Gaststätten und sogar ganze Dörfer und Städte könnten über Freifunk freien Netzzugang erhalten.

Die Versorgung der zahlreichen Flüchtlinge im Landkreis Haßberge liege den Mitgliedern im Landkreis jedoch besonders am Herzen. Oft seien die Asylbewerber so untergebracht, dass eine Teilhabe am sozialen Leben schwer umsetzbar sei. Deshalb sei ein Internetzugang für sie umso wichtiger. Denn er bedeute nicht nur, dass sie zusammen mit ihren Familien mit ihren Herkunftsländern in Kontakt bleiben könnten. Vielmehr könnten auch wichtige Informationen aus aller Welt abgerufen werden. Aus diesen Gründen habe die Freifunk-Community Haßberge den ersten Freifunk-Router für Dippach gespendet und diesen direkt angeschlossen.

Die Freude unter den Dippacher Asylbewerbern sei riesengroß gewesen, als sie gemerkt hätten, dass sie nun mit ihren mobilen Geräten jederzeit ins Internet gehen und via WhatsApp, Facebook und Skype mit ihren Verwandten in Kontakt treten können.

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