HAPPERTSHAUSEN

Jeremias: Gedanken über einen extremen Propheten

Auch die Sängerlust aus Aidhausen gestaltete die Bibelwoche musikalisch mit.
Auch die Sängerlust aus Aidhausen gestaltete die Bibelwoche musikalisch mit. Foto: FOTO Günter Berthel

(gb) Vier spannende und lehrreiche Tage konnten die Teilnehmer bei der ökumenischen Bibelwoche in Happertshausen erleben. Das Buch Jeremias stand im Mittelpunkt des Ausflugs in die Zeit vor zirka 2700 Jahren. Doch war dies nicht einfach ein Blick auf das Leben und die Gotteserfahrung des Propheten. Es wurde auch versucht, Fragen des eigenen Lebens nachzugehen.

Pfarrer Matthias Westerhoff erinnerte gleich zu Beginn der Woche an die gewaltigen Worte des Propheten. Das Volk Israel hatte Gott vergessen, der droht ihm durch Jeremias, dass Unheil und Strafe über alle Bewohner des Landes kommen würden, falls sie nicht umkehren würden. Westerhoff stellte aber auch die Frage, warum man sich mit solch einer extremen Gestalt wie Jeremias beschäftige, da man heute doch eher vertraulich miteinander leben wolle. Es sei die Tatsache, dass Jeremias der Künder des „Neuen Bundes“ war.

Am zweiten Tag des biblischen Exkurses unterhielt man sich über die Tempelrede des Jeremias. Zur Einleitung erinnert Pfarrer Westerhoff an eine Taufrede von Dietrich Bonhoeffer, die er aus 1944 aus dem Gefängnis heraus an seinen Großneffen schrieb. In seinen Worten spiegele sich die Unruhe über das Christsein seiner Zeit.

Schwester Lore Scheurer und Schwester Elisabeth Strahlschmidt, beide aus der Schwesterngemeinschaft-Kommunität Jesu Weg in Craheim, gingen am dritten Tag auf die Klage über das Volk ein. Schwester Lore zeichnete dabei eine Lebensskizze des Propheten, dem Gott sein Leid klagte. Ja auch Gott habe geklagt, stellte sie fest, und habe Trauer. Er nehme seinen jungen Freund Jeremias mit in sein Leid hinein.

Schwester Elisabeth sagte, die Menschen seien die, die Gott anklagten, dabei müsste man gerade ihm gegenüber in Liebe sprechen, ihn loben und anerkennen, ihm freundlich und höflich begegnen. Sich zu Gotte zu bekennen, das bedeute aus der frischen Quelle des Lebens zu schöpfen und nicht auf das stinkende Wasser einer Zisterne angewiesen zu sein.

Mit Gottes neuem Bund befasste sich der Vortrag von Pfarrer Norbert Reinwand zum Abschluss der Bibeltage. Das Buch Jeremias beschreibe eine der traurigsten Zeiten des Volkes Israel im Alten Bund. Jeremias sei dabei immer wieder in eine Falle geraten, im Neuen Bund dagegen sei so etwas nach menschlichem Ermessen nicht mehr möglich. Den Heiligen Paulus zitierend meinte der Pfarrer „Jetzt aber sind wir frei geworden von dem Gesetz, an das wir gebunden waren, wir sind tot für das Gesetz und dienen in der neuen Wirklichkeit des Geistes, nicht mehr in der alten des Buchstabens.“

Musikalisch mitgestaltet wurden die Bibeltage im „Schmittbrunnen“ vom Posaunenchor aus Friesenhausen, vom Gospelchor „Voice of Glory“ aus Oberlauringen, von der Sängerlust Aidhausen und vom „Injili Chor“ aus Wetzhausen.

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