NEUBRUNN

Jubiläum: 55 Jahre CSU-Ortsverband

Das Bild zeigt die Geehrten des CSU-Ortsverbands Neubrunn (von links): Eva Maria Schmitt, Bernhard Schorr, Paul Stubenrauch, Manfred Weingold, Andreas Schneiderbanger, Bernhard Hümmer, Norbert Reinwand, Lilo Stubenrauch und CSU-Kreisvorsitzender Steffen Vogel. Foto: Horst Gehring

Einen „unvergesslichen Festabend“ verbrachten laut einer Pressemitteilung des CSU-Ortsverbands Neubrunn während der Jubiläumsfeier zum 55-jährigen Bestehen des Ortsverbandes. Der Freizeitchor Neubrunn unter Leitung von Franz Rödelmaier eröffnete die Feier mit den Liedern „Gut wieder hier zu sein“ und „Mein Heimatland ist unser schönes Franken“.

Vorsitzende Lilo Stubenrauch blickte auf die Geschichte des am 24. Oktober 1963 gegründeten Ortsverbands zurück. Sie erinnerte daran, dass im Gründungsjahr John F. Kennedy Berlin besuchte und in den USA Martin Luther King eine Rede hielt, die wegen der Worte „I have a Dream“ in die Geschichtsbücher einging. In Deutschland übernahm nach dem Rücktritt von Konrad Adenauer Ludwig Erhart als zweiter Bundeskanzler sein Amt. Und im kleinen Nachbarort Dörflis erblickten 1963 neun Kinder das Licht der Welt. „Zu dieser Zeit waren die Geburtenraten noch hoch und niemand musste sich Gedanken um die Schließung von Schulstandorten machen“, sagte Stubenrauch.

Elf Gründungsmitglieder

In Neubrunn gründeten elf Menschen den CSU-Ortsverband mit folgendem Vorstand: Hans Hümmer als Vorsitzender, Elmar Rennert als zweiter Vorsitzender, Schriftführer Leopold Derra, stellvertretender Schriftführer Manfred Sauer, Kassier Hans Schorr und stellvertretender Kassier Johann Schneiderbanger. Von den namentlich bekannten Gründungsmitgliedern lebt allein noch Ehrenvorsitzender Elmar Rennert.

Die Geschicke des Ortsverbands wurden seit der Gründung bis heute von nur sieben Vorsitzenden geleitet. Hans Hümmer führte diesen für vier Jahre. Ihm folgte Elmar Rennert, für 20 Jahre. Horst Gehring führte den Verband für 22 Jahre. Norbert Reinwand blieb vier Jahre im Amt. Ihm folgte Jochen Steppert und darauf Peter Stretz für je zwei Jahre. Im Mai 2017 wurde Lilo Stubenrauch als erste Frau an die Spitze gewählt.

Christlich geprägte Dörfer

„CSU steht für ,Christlich Soziale Union‘. Diese drei Themenfelder sind für unsere Mitglieder die Grundlage ihres Handels. Ich denke, das zieht sich durch die ganzen 55 Jahre und ist immer noch aktuell“, sagte die Vorsitzende. „Unsere Dörfer sind christlich geprägt, was sich auch in dem täglichen Miteinander in unserem Leben widerspiegelt. Der Grundstein für unsere Gemeinschaft wurde vor 55 Jahren gelegt. Es beeindruckt bereits über Jahre wie das Zusammenwirken der einzelnen Kräfte eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft erkennen lässt.“

Die Vereine gingen aufeinander zu, fuhr Stubenrauch in ihrer Rede fort. Viele seien in mehreren Vereinen tätig, deshalb werde der Zusammenhalt gelebt. „Ich denke, dies war damals der Grundgedanke bei der Gründung des Ortsverbandes und blieb bis heute bestehen.“ Es sei „immer wieder herausragend, was in den Dörfern geleistet wird“. Das sollten Politiker erkennen und honorieren. „Wenn man alleine sieht, was in unserem Neubrunn alles geleistet wird, wie wir an unserer schönen Halle sehen können. Viele denen man davon erzählt, können das gar nicht glauben und nachvollziehen“, sagte die CSU-Ortsvorsitzende.

Für die Neubrunner sei es damals gar nicht einfach gewesen, nach Kirchlauter eingemeindet zu werden, „es gab viele Reibereien“, stellte Stubenrauch fest. In den Neubrunner CSU-Ortsverband wurden nach der Gemeindegebietsreform die Kirchlauterer mit aufgenommen. „So haben wir die Mitglieder der CSU Kirchlauter bei uns eingemeindet“, berichtete die Vorsitzende.

Bei allen Veranstaltungen werde immer darauf geschaut, dass diese abwechselnd in den beiden Orten stattfinden. „Man kann auch sagen, dass alle Veranstaltungen, egal in welchem Ort sie stattfinden, immer von beiden Orten gut besucht sind“, zeigte sich Stubenrauch zufrieden.

Talkrunde

An der Talkrunde nahmen laut der Pressemitteilung das Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Elmar Rennert, sowie Albert Meyer, Bernhard Hümmer und Heinz Stretz teil. Es ging um die Zeit der Gründung des Ortsverbandes sowie um die Gemeindegebietsreform. Rennert ist seit 60 Jahren Mitglied der CSU. Das liegt daran, dass er als junger Mann im Winter mit dem Fahrrad nach Ebern gefahren ist, um der CSU beizutreten und dann Initiator für die Gründung eines Ortsverbandes in Neubrunn war.

Heinz Stretz erzählte eine Geschichte aus der Zeit der Landkreisreform. Da hatte ihn sein Freund Elmar Rennert auf die Kreistagsliste setzen lassen, ohne ihn vorher zu fragen. Sein Einverständnis hat er erst im Nachhinein eingeholt. Auch auf die Zwangsehe von Neubrunn und Kirchlauter ging er ein. Es war nicht der Wunschgedanke der beiden Ortschaften, jedoch hat sich innerhalb der 40 Jahre eine aufstrebende und schuldenfreie Gemeinde entwickelt.

Bernhard Hümmer berichtete über die Junge Union in Kirchlauter, die 1975 von Peter Kirchner gegründet wurde und über die Einführung der Schulverbände.

Stetiger Aufschwung

Albert Meyer als ehemaliger Vertreter des Landkreises Haßberge im Landtag München berichtete, dass er dankbar sei, was er für Möglichkeiten hatte, die Heimat und die Ortschaften im Landkreis zu unterstützen. Heute seien die Zeiten wesentlich schwieriger, da Steffen Vogel einen größeren Stimmkreis zu vertreten hat. Damals sei es nach dem großen Zusammenbruch immer stetig aufwärts gegangen unter der Führung der CSU.

Anschließend hat CSU-Kreisvorsitzender Steffen Vogel langjährige Parteimitglieder geehrt: für 40 Jahre Bernhard Hümmer und Manfred Weingold, für 30 Jahre Paul Stubenrauch sowie für zehn Jahre Eva Maria Schmitt, Norbert Reinwand und Andreas Schneiderbanger.

Heimatort von drei Kreisräten

Bei seiner Festrede stellte Vogel laut der Pressemitteilung des CSU-Ortsverbands beim Rückblick fest, dass aus der CSU Neubrunn drei Kreisräte hervorgegangen sind, zuerst Elmar Rennert, später Peter Stretz und Jochen Steppert. Er zollte den Anwesenden, die sich in einem Ehrenamt für eine politische Partei engagieren, größten Respekt. Denn davon lebe die Demokratie und es stärke die Gemeinschaft, so Vogel. Das sei heute keine Selbstverständlichkeit, dass jemand seine Freizeit opfere, um sich für die eigene Gemeinde einzusetzen und die Heimat voranzubringen.

Wirtschaftliche Entwicklung, so der CSU-Kreisvorsitzende weiter, finde nicht nur in den Ballungsräumen statt, „sondern auch bei uns im ländlichen Raum“. Die Arbeitslosenquote sei innerhalb Bayerns in der Oberpfalz am niedrigsten, gefolgt von Schwaben und Unterfranken. Wichtig sei eine gute Infrastruktur, damit die Menschen in ihren Heimatdörfern wohnen blieben und den etwas weiteren Weg zu ihrer Arbeitsstelle in Kauf nähmen, meinte Vogel.

Zuzug nach Bayern

In den vergangenen zehn Jahren habe Bayern einen Zuzug von über einer Million Menschen gehabt, was dem Land eine Million sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mehr beschert hat. Bayern sei das Land, in dem die meisten Menschen wohnen möchten, behauptete Vogel, daran sehe man, dass hier die Welt noch in Ordnung sei.

Zur Debatte um die Kreuze in den öffentlichen Gebäuden merkte er an, dass wir uns wieder auf unsere Wurzeln besinnen und herausstellen dürften, was die Kirchen in unserer Gesellschaft leisteten, vom christlichen Träger eines Kindergartens bis zu den kirchlichen Pflegediensten. Jedes öffentliche Gebäude in Bayern werde gesegnet und auch in der Heilig-Länder-Halle hänge ein Kreuz.

Zum Schluss bemerkte Vogel: Es besteht die Gefahr, dass im Herbst sechs Parteien in den bayerischen Landtag einziehen könnten. „Wir wollen keine Berliner Verhältnisse, das würde die Lebensbedingungen in unserem Bundesland drastisch verändern“, wird CSU-Kreisvorsitzender Vogel in der Pressemitteilung zitiert.

An der Talkrunde nahmen (von links) Heinz Strätz, Albert Meyer, Bernhard Hümmer und das Gründungsmitglied, Ehrenvorsitzender Elmar Rennert, teil. Horst Gehring moderierte. Foto: Gehring

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