HAßFURT

Kampf gegen Extremismus

Kreisrätin Birgit Bayer, Roswitha Stuhlfelder, die sich freiwillig im MGH engagiert, Bürgermeister Günther Werner und stellvertretende MGH-Leiterin Lisa Geyer (von links) diskutierten angeregt bei der Demokratiekonferenz. Foto: René Ruprecht

Mit einem Zitat von Winston Churchill eröffnete Bürgermeister Günther Werner die erste Demokratiekonferenz in der Haßfurter Rathaushalle: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - außer all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

Am Dienstagabend folgten knapp 40 Bürger, Aktive, Engagierte, Verantwortliche aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung der Einladung, um die Zusammenarbeit aller Akteure in der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Haßberge zu unterstützen. Das Hauptziel ist, sich gegen Rechtsextremismus, Gewalt und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ sowie für die Entwicklung eines demokratischen Gemeinwesens einzusetzen.

Die vier Säulen der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Haßberge sind das Landratsamt als Federführende Behörde, das Mehrgenerationenhaus (MGH) Haßfurt als Koordinierungs- und Fachstelle, der Begleitausschuss als Handlungsträger aus Zivilgesellschaft und kommunaler Verwaltung und das Jugendforum.

An verschiedenen Thementischen wurden in der Konferenz gemeinsam Strategien zur lokalen Förderung von Demokratie und Vielfalt erarbeitet. Einer davon analysierte den Ist-Stand beispielsweise zu Diskriminierungen und Ausgrenzungen im Landkreis Haßberge.

Zur Frage, in welchen Bereichen man sich mehr Projekte für den Landkreis wünscht, sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer für mehr Kultur aus, aber auch die Bereiche Sport, Politik und Soziales wurden mehrmals genannt. Die Einrichtung des Jugendforums, welches von Jugendlichen aus unterschiedlichen lokalen Jugendszenen selbst organisiert und geleitet wird, steht noch aus. Vorhandene Strukturen, wie beispielsweise Jugendparlamente, Jugendbeiräte oder Jugendringe können genutzt und konzeptionell weiterentwickelt werden. Interessenten können sich beim Mehrgenerationenhaus melden.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Begleitausschusses, Landrat Wilhelm Schneider, stehen im laufenden Jahr 2019 für die lokale Partnerschaft für Demokratie 33 500 Euro im sogenannten Aktions- und Initiativfonds sowie weitere 8500 Euro im Jugendfonds für unterschiedlichste Projekte und Aktionen zur Verfügung. „Und dabei kommt es nun auf uns alle an, denn diese Mittel sind für Projekte aus der Zivilgesellschaft bereitgestellt.“ Förder- und Elternvereine, Verbände oder Kirchengemeinden können einen Projektantrag stellen, um diese Gelder zu beantragen. „Ich bin gespannt, welche vielfältigen Projektideen bei uns entstehen werden und die Partnerschaft für Demokratie schnell mit Leben und Ideen gefüllt wird“, sagte Schneider.

„Das Bundesprogramm ?Demokratie leben!? passt gut ins Mehrgenerationenhaus, da wir eine langjährige und erfolgreiche Erfahrung im Bereich der Integration von Familien mit Migrations- und Fluchtgeschichte haben“, sagte die stellvertretende MGH-Leiterin Lisa Geyer.

Der Einsatzleiter der Polizeiinspektion Haßfurt, Kurt Etzel, veranschaulichte mit seiner Präsentation, dass es in den Haßbergen keine etablierte Szene, weder rechts- noch linksextrem, gebe und fügte hinzu, dass „bei uns Personen wohnen, die man als rechtsorientiert und linksorientiert bezeichnen kann.“

Für Bürgermeister Werner sind Angriffe auf Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sowie Ideologien der Ungleichwertigkeit „dauerhafte Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft“. Um der Gefahr kraftvoll entgegenzutreten, bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen von Staat und Zivilgesellschaft.

Anhand einer Checkliste erklärte die Bildungskoordinatorin Anja Güll vom Landratsamt, wie ein Projekt beantragt wird und stellte die Kriterien zur Förderfähigkeit vor.

Fragen rund um das Projekt „Demokratie leben!“ und die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Haßberge beantwortet Theresa Krapf von der Koordinierungs- und Fachstelle im Mehrgenerationenhaus Haßfurt unter Tel. (0 95 21)9 52 82 50.

Kurt Etzel von der Polizeiinspektion Haßfurt ging auf die extreme Szene im Landkreis Haßberge ein. Foto: René Ruprecht

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