ZEIL

"Kampflos geben wir das Hallenbad nicht auf"

Die drohende Schließung des Hallenbades war das Kernthema bei der Bürgerversammlung in Zeil. Über 80 Bürger waren dafür in den Göller-Saal gekommen.
Das Zeiler Hallenbad. Foto: Christian Licha

Die drohende Schließung des Hallenbades war das Kernthema bei der Bürgerversammlung in Zeil. Über 80 Bürger waren in den Göller-Saal gekommen, um sich aus erster Hand von Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) informieren zu lassen.

„Kampflos geben wir das Hallenbad nicht auf“, sagte Stadelmann und betonte, dass er dazu stehe, diese wichtige Einrichtung erhalten zu wollen. In der Vergangenheit habe man dank stadteigener Fachleute einiges selber reparieren können. Aber nach 44 Jahren Betriebsdauer sei die Technik endgültig verbraucht. In den nächsten ein bis drei Jahren stünden Investitionen von 700 000 Euro an. „Wenn wir das investieren würden und es kommt doch zu einer Schließung, wäre das Geld für die Katz“, sagte Stadelmann, der dementsprechend umsichtig handeln möchte. Ausdrücklich betonte er, dass niemand Angst haben brauche, dass das Hallenbad „heute oder morgen zusammenfällt“. Es ginge bei den Mängeln in keinster Weise um die Sicherheit.

Bad ist über Zeil hinaus beliebt

Die derzeitige Auslastung und damit die Besucherzahlen des Bades seien sehr gut. 40 000 bis 45 000 Besucher werden jährlich gezählt, davon alleine rund 24 000 private Einzelbesucher. Die restlichen Schwimmer kommen aus 47 Schulklassen der Grund- und Mittelschulen Zeil, Sand, Ebelsbach und Eltmann, des Sonderpädagogischen Förderzentrums Franz-Ludwig-von-Erthal-Schule Haßfurt und der Lebenshilfe Sylbach und Augsfeld. Aber auch die Wasserwacht Sand/Zeil und andere Vereine nutzen das Hallenbad regelmäßig. Im Februar und März dieses Jahres wurden die Wohnorte der Einzelbesucher erfasst. Hierbei stellte sich heraus, dass nur rund 30 Prozent aus Zeil stammten. 15 Prozent kamen aus Haßfurt, gefolgt von Sand, Eltmann, Knetzgau und Ebelsbach. Aber auch bei Einwohnern vieler anderer Landkreisgemeinden sei das Zeiler Hallenbad beliebt.

Egal ob es nun zu einer Generalsanierung oder sogar zu einem Neubau kommen würde – die Kosten würden sich auf sechs bis sieben Millionen Euro belaufen. Es gäbe zwar 80 Prozent Förderung, wenn über 40 Schulklassen das Hallenbad nutzen, aber die förderfähige Gesamtsumme sei auf 4,2 Millionen Euro begrenzt. Damit würde für Zeil ein Eigenanteil in Höhe von 3,14 Millionen Euro übrig bleiben, wenn man Baukosten von 6,5 Millionen Euro zugrunde legt. „Wir benötigen eine zusätzliche Förderung, denn den Eigenanteil kann Zeil auf keinen Fall alleine stemmen“, sagte Stadelmann. Genauso sieht es bei den jährlichen Betriebskosten in Höhe von etwa 250 000 Euro aus: „Auch hier müssen wir gemeinschaftlich eine Lösung finden.“

Mit Julian Müller, Vorsitzender des Schwimmclubs Haßberge, war noch ein Mitstreiter in Sachen Hallenbaderhaltung anwesend. Bürgermeister Thomas Stadelmann betonte, dass jeder Unterstützer gerne gesehen wird, egal welche Parteizugehörigkeit er habe. Schließlich gehe es um die Sache und da „müssen wir alle zusammenhalten“.

Online-Petition läuft

Julian Müller ist Initiator der Online-Petition zum Erhalt des Bades, die schon mehrere Tausend Unterstützerunterschiften vorweisen kann. Der 23-Jährige stellte im Göller-Saal die vier Stützpfeiler vor, mit denen das Hallenbad hoffentlich gerettet werden kann. Der größte Posten sei die staatliche Unterstützung. Man müsse sich aber auch Gedanken darüber machen, die Gemeinden, die Hauptnutzer des Bades sind, kostenmäßig mit ins Boot zu holen. Auch eine Beteiligung der Vereine sei denkbar. Als vierten Stützpfeiler solle Crowdfunding nicht unterschätzt werden, also freiwillige Spenden von Unterstützern. Das war das Stichwort für Bürgermeister Stadelmann, der stolz erzählte, dass er am Nachmittag vor der Bürgerversammlung in seinem Amtszimmer Besuch von sieben Kindern im Alter von vier bis acht Jahren bekommen hatte. Die Kinder überreichten ihm 112,20 Euro, die sie mit einem Limonadenstand für das Hallenbad erwirtschaftet hatten.

Auch die Vorsitzende des Hallenbadfördervereins, Petra Hohenberger, ergriff das Wort. Angesichts von nur 44 Mitgliedern könne die Unterstützung des Vereins nur gering ausfallen, deshalb warb sie um neue Fördermitglieder. Mitgliedsanträge gebe es an der Schwimmbadkasse.

„Was passiert mit dem Hallenbad, wenn es doch geschlossen werden muss?“, fragte Georg Brecht. Der Bürgermeister erklärte, dass es noch keinen „Plan B“ für diesen Fall gebe. Auf jeden Fall seien er und der Stadtrat dafür, die angrenzende Schulturnhalle zu erhalten. Jetzt müsse man erst einmal abwarten, welche Fördermöglichkeiten es geben wird.

Runder Tisch am 18. Mai

Für Freitag, 18. Mai, ist hierfür ein „Runder Tisch“ geplant, an dem Mandatsträger verschiedener Parteien teilnehmen (siehe Vorschau auf dieser Seite). Kurt Markert lobte das Engagement Julian Müllers. Für ihn sei es unverständlich, dass für einen Nationalpark Steigerwald 18 Millionen Euro investiert worden wären. Das Geld wäre besser für den Erhalt von Schwimmbädern aufgehoben.

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